BerlinCyber-Angriff auf das Landesnetz

[19.08.2026] Nach einem IT-Vorfall wurden zwei Berliner Senatsverwaltungen vom Landesnetz getrennt und sind offenbar weitgehend arbeitsunfähig. Wohngeld-Auszahlungen könnten sich verzögern, Online-Anträge auf Briefwahl sind wegen der laufenden Sicherheitsanalysen derzeit nicht möglich.
Nahaufnahme weibliche Hände an einer Tastatur

In der Berliner Bau- und der Verkehrsverwaltung ist die Arbeit aufgrund eines IT-Sicherheitsvorfalles stark eingeschränkt.

(Bildquelle: peopleimages12/123rf.com)

Bereits am Montag berichtete das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin von einem IT-Vorfall, von dem zwei Senatsverwaltungen betroffen seien. Es habe sich „eine Inkriminierung des Landesnetzes Berlin ergeben“, heißt es in der recht knappen Meldung, die gängige Termini wie „Cyberattacke“ oder „Hackerangriff“ ausspart und auch sonst „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nur wenig konkrete Informationen zu Ausmaß und Hintergründen gibt.
Fest steht, dass bereits vergangenen Freitag die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt aus Sicherheitsgründen vom Berliner Landesnetz (BeLa) isoliert wurden. Die erforderlichen Maßnahmen zur Absicherung dieses wichtigen Kommunikationsnetzes seien umgehend veranlasst worden. Beteiligt sind nach Angaben des Landes Berlin auch das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Senatsverwaltungen im Kommunikations-Lockdown

Seit Montag gibt es zudem einen IKT-Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigen für Informationssicherheit des Landes Berlin, der die weiteren Absicherungsmaßnahmen und laufenden forensischen Untersuchungen koordiniert. Die Sicherheit des Landesnetzes habe dabei oberste Priorität. Das in Teilen vom ITDZ betriebene Landesnetz ist eine Highspeed-Datentrasse für die Kommunikation in der Hauptstadtverwaltung, die etwa 600 Standorte verbindet. Darunter sind neben der Verwaltung unter anderem auch Gerichte, Wissenschaftsstandorte wie die Charité, die Polizei und die Feuerwehr.
Ob und in welchem Ausmaß das wichtige Datennetz betroffen ist, ist derzeit unklar. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) sind aber wohl beide betroffene Senatsverwaltungen derzeit nicht arbeitsfähig. Der Mailkontakt nach außen sei gekappt, nur Telefon, SMS und Fax nutzbar, zitiert der Sender Betroffene. Die Konsequenzen für Berlinerinnen und Berliner dürften schon bald spürbar werden: So berichten der Berliner Tagesspiegel und der rbb, dass damit die Auszahlung von Wohngeld an über 50.000 Haushalte in Gefahr sei. Für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 könnten Briefwahlanträge derzeit nur per Brief, nicht aber online, gestellt werden. Der Grund dafür liegt nach rbb-Informationen aber nicht im Angriffsgeschehen, sondern darin, dass die laufenden umfangreichen Sicherheitsanalysen selbst viel Netzleistung in Anspruch nehmen und so Performanceprobleme verursachen.

Sibylle Mühlke


Stichwörter: IT-Sicherheit, Berlin


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit
Mitarbeiter in Warnweste bedient ein Tablet in einer industriellen Produktionsumgebun.

Materna Virtual Solution: Kooperation mit Wire

[14.08.2026] Materna Virtual Solution und Wire wollen ihre Lösungen für mobiles Arbeiten miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen die Container-App SecurePIM und die Kommunikationsplattform Wire. Die gemeinsame Lösung soll je nach Anforderung Sicherheitsniveaus bis Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch (VS-NfD) unterstützen. mehr...

Bundeskabinett am großen, ovalen Tagungstisch

BMDS: Bundesverwaltung stellt Cyber-Schutz neu auf

[23.07.2026] Mit dem neuen Programm CyberGovSecure will der Bund den Schutz seiner Verwaltung zentraler steuern und dringende Sicherheitsmaßnahmen schneller umsetzen. Strategische Vorgaben soll ein neuer Lenkungskreis unter Führung des Digitalministeriums festlegen. mehr...

Berlin: Engere Zusammenarbeit mit dem BSI

[14.07.2026] Berlin und das BSI wollen bei der Abwehr von Cyber-Angriffen enger zusammenarbeiten. Die Vereinbarung setzt einen Punkt der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland um. Ähnliche Kooperationen bestehen bereits mit mehreren Ländern. mehr...

Symbolbild

Sachsen-Anhalt: Cyber-Sicherheitsstrategie vorgestellt

[08.07.2026] Sachsen-Anhalt kommt der Umsetzung der NIS2-Richtlinie einen Schritt näher. Die neue Cyber-Sicherheitsstrategie beschreibt, wie das Land verbindliche Vorgaben für Netz- und Informationssicherheit umsetzen und seine digitale Widerstandsfähigkeit stärken will. mehr...

Der designierte BfDI Moritz Hennemann im Porträt vor Bücherregal mit Gesetzestexten.

Datenschutz: Amt des BfDI neu besetzt

[01.07.2026] Ab Oktober übernimmt Moritz Hennemann das Amt des BfDI. Der Freiburger Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt Informationsrecht folgt auf Louisa Specht-Riemenschneider, die ihren Rückzug aus gesundheitlichen Gründen bereits im März angekündigt hatte. mehr...

Gruppenfoto vor weißer Wand im Sommerlicht

Baden-Württemberg: Sicherheitsarchitektur im Fokus

[30.06.2026] Wie kann die Cyber-Sicherheit in Baden-Württemberg nachhaltig gestärkt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von CDO Ronja Kemmer bei der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg. mehr...

Cartoon: Ein Hacker, der an einem Computer vertrauliche Daten und persönliche Informationen stiehlt.

Brandenburg: Zugangsdaten-Klau erkennen

[26.06.2026] Entwendete Log-in-Daten gehören zu den wichtigen Einfallstoren für Cyber-Angriffe. Ist bekannt, dass dienstliche E-Mail-Adressen oder Passwörter in Datenlecks vorkommen, können Behörden Accounts sichern und Folgeschäden eingrenzen. Brandenburg führt nun ein Tool ein, das prüft, ob Zugangsdaten kompromittiert sind. mehr...

Blick vom Spreeufer auf das Reichstagsgebäude.

Bundestag: Mehr Befugnisse fürs BSI

[25.06.2026] Am Freitag wird der „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Cyber-Sicherheit“ erstmals in den Bundestag eingebracht. Unter anderem soll das BSI zusätzliche Möglichkeiten erhalten, die Resilienz der Informationstechnik der Bundesverwaltung im Cyber-Raum zu erhöhen und die Erkenntnislage zu verbessern. mehr...

Bild in kühlen Blautönen: junger Mann in Büroumgebung, nachdenkliche Pose, überlagert mit IT-Icons

CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle

[25.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...

Schleswig-Holstein: Engere Zusammenarbeit mit dem BSI

[17.06.2026] Schleswig-Holstein und das BSI wollen bei der Cyber-Sicherheit enger zusammenarbeiten. Die neue Vereinbarung soll die Abwehr digitaler Angriffe auf Land und Kommunen stärken und fügt sich in ein größeres Maßnahmenpaket des Landes ein. mehr...

Angeschnittenes Bild eines Mannes in weißem Arztkittel, der an einem Tisch in einem hellen Büro auf seinem Laptop tippt.

Sachsen-Anhalt/Schleswig-Holstein: Resilienz und Effizienz für den ÖGD

[10.06.2026] Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um die IT-Sicherheit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu stärken. Die Länder entwickeln gemeinsam E-Learning-Angebote, die digitale Kompetenzen der Mitarbeitenden verbessern und Einrichtungen widerstandsfähiger gegen Cyber-Risiken machen sollen. mehr...

Symbolbild

Schleswig-Holstein: Maßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit

[28.05.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab. mehr...

HPI: Konferenz zur Cyber-Sicherheit

[21.05.2026] Das Hasso-Plattner-Institut richtet im Juni erneut die Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit aus. Im Mittelpunkt stehen hybride Bedrohungen, KI und der Schutz Kritischer Infrastrukturen in einer angespannten geopolitischen Lage. mehr...

2 Personen halten Vertrag_Koop_Meck-Pomm_BSI

Cyber-Sicherheit: BSI und Mecklenburg-Vorpommern kooperieren

[19.05.2026] Im Bereich der Cyber-Sicherheit arbeiten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Land Mecklenburg-Vorpommern künftig enger zusammen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde auf der Digitalministerkonferenz unterzeichnet. mehr...