Rheinland-PfalzeManuel unterstützt Justiz

[28.09.2026] Die rheinland-pfälzische Justiz weitet den Einsatz ihres KI-Assistenten eManuel aus. Neben Beschäftigten an Gerichten können inzwischen auch mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare die Anwendung nutzen.

KI-Assistenz eManuel greift gezielt auf die für die juristische Ausbildung in Rheinland-Pfalz vorgesehenen Inhalte zurück.

(Bildquelle: Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz / K21 media GmbH / KI-generiert)

Die KI-Anwendung eManuel unterstützt Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare in Rheinland-Pfalz bei Fragen zum Zivilprozessrecht. Als Wissensbasis dienen mehr als 1.000 Seiten landeseinheitlicher Lehrmaterialien, die in Abstimmung mit den beiden Oberlandesgerichten für die Anwendung bereitgestellt wurden. Die Inhalte stammen aus den für das Referendariat erstellten Materialien der Referendariatskoordination der Oberlandesgerichte, berichtet das rheinland-pfälzische Justizministerium.

KI greift auf Lehrmaterialien der Justiz zurück

Anders als allgemeine KI-Angebote greift eManuel nach Angaben des Ministeriums gezielt auf die für die juristische Ausbildung in Rheinland-Pfalz vorgesehenen Inhalte zurück. Über einen eigenen Zugang können die Referendarinnen und Referendare Fragen stellen und die Anwendung ergänzend zu den bestehenden Ausbildungsangeboten nutzen. Seit dem Sommer 2026 steht die Lernhilfe mehr als 600 Referendarinnen und Referendaren zur Verfügung.

Ursprünglich wurde eManuel entwickelt, um Beschäftigte beim Umgang mit der elektronischen Gerichtsakte zu unterstützen. Über einen Chat können sie Fragen zur Bedienung der eAkte stellen und Hilfestellungen zu Arbeitsabläufen erhalten. Das soll insbesondere den Einstieg erleichtern und bei seltener benötigten Funktionen schnelle Orientierung bieten. Seit Anfang Mai 2026 können alle Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Rheinland-Pfalz auf die Anwendung zugreifen.

Vom eAkte-Helfer zum KI-Assistenten

Die Idee entstand bei einem Besuch von Entwicklern der eAkte am Landgericht Kaiserslautern. Dort zeigte sich, dass Anwenderinnen und Anwender verschiedene Funktionen und Arbeitsabläufe der elektronischen Akte nicht kannten. Daraus entstand der Ansatz, das benötigte Wissen über einen KI-basierten Assistenten unmittelbar verfügbar zu machen. Der Name eManuel leitet sich von „electronic manual“, also elektronischer Bedienungsanleitung, ab. Als Erkennungszeichen dient eine Eule.

Justizminister Philipp Fernis sieht KI als Werkzeug für Ausbildung und Arbeitsalltag. Die Beschäftigten müssten bei der Digitalisierung der Justiz bestmöglich unterstützt werden. Dazu erprobe das Land unter anderem in einer KI-Werkstatt neue Einsatzmöglichkeiten und entwickle bestehende Anwendungen weiter. Ziel sei es, die Potenziale künstlicher Intelligenz für eine leistungsfähigere digitale Justiz zu nutzen.





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