Ko-Pionier-Preis 2026LGLN macht Nachnutzung möglich

Der Ko-Pionier-Preis würdigt Verwaltungen, die bewährte Lösungen anderer Verwaltungen übernommen und erfolgreich an die eigenen Strukturen angepasst haben - und Verwaltungen, die dies ermöglichen.
(Bildquelle: Re:Form/projecttogether)
Die digitale Transformation der Verwaltung kann nur bei arbeitsteiligem Vorgehen gelingen. Ein wichtiges Konzept dabei: die Bundesländer übernehmen die Verantwortung für Entwicklung und Pilotierung von (OZG-)Leistungen, die dann auch von anderen Ländern und deren Kommunen eingesetzt werden können. Die erfolgreiche Nachnutzung braucht Verwaltungen, die digitale Lösungen übernehmen und Menschen, die ihre Arbeit zugänglich machen und den Wissenstransfer unterstützen. Beide würdigt der Ko-Pionier-Preis, der 2026 zum zweiten Mal vergeben wurde. Ausgelobt wird er von der Initiative Re:Form, hinter der das Bündnis projecttogether und eine Reihe hochkarätiger Projektpartner stehen, darunter die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), die Genossenschaft govdigital sowie die drei kommunalen Spitzenverbände. Im Rahmen des KGSt-Forums in Leipzig (wir berichteten) erfolgte jetzt die Preisverleihung.
KI erkennt Veränderungen am Gebäudebestand
Zu den Ausgezeichneten gehört auch das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN). Jonas Bostelmann, Product Owner im KI-Team des LGLN und sein Team erhielten den govdigital-Sonderpreis für besonderes Engagement zur Nachnutzung. Die Auszeichnung gilt ihrem Einsatz, eine selbst entwickelte KI-Gebäudeerkennung anderen Verwaltungen zugänglich zu machen, berichtet die Genopssenschaft. Bei der Preisverleihung wurde die Lösung sogar gleich dreifach gewürdigt: Die Nachnutzung in Hamburg belegte außerdem den ersten Platz in der Kategorie „Digitalisierung der Verwaltung“ und erhielt den Publikumspreis „Nachnutzung der Herzen“.
Zusammenarbeit über föderale Grenzen hinweg
Die vom LGLN entwickelte KI-Gebäudeerkennung spürt Veränderungen am Gebäudebestand automatisiert auf. Fachkräfte können diese anschließend gezielt prüfen, statt Luftbilder aufwendig durchsuchen zu müssen. Hinter der Open-Source-Lösung stehen sieben Jahre Entwicklungsarbeit im LGLN. Über die Deutsche Verwaltungscloud wurde sie auch anderen Verwaltungen zugänglich gemacht; heute ist sie auf dem Marktplatz Deutschland Digital (MDD) verfügbar.
Über das govdigital-Modell sowie Verwaltungsvereinbarungen wurde die Lösung inzwischen an Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sowie an Dortmund und Wuppertal weitergegeben. Im Vermessungs- und Katasteramt Dortmund wird sie bereits eingesetzt. Das Beispiel zeigt, wie eine Entwicklung auf Landesebene auch Kommunen in anderen Bundesländern zugutekommen kann.
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