Schleswig-HolsteinEuropa braucht Open Source

[07.07.2026] Schleswig-Holstein hat mit „OSPOs for Europe“ ein europäisches Austauschformat zu Open Source angestoßen. Beim zweiten Treffen in Brüssel betonte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, dass digitale Souveränität nicht im Alleingang entsteht, sondern durch gemeinsame Standards und Technologien sowie geteilte Expertise.
Ein heller Raum, von hinten aufgenommen über Köpfe und Schultern des Publikums hinweg, vorne Rednerpult, Projektionswand und Dirk Schrödter als Redner

Im Hanse-Office in Brüssel stellte Dirk Schrödter Vertreterinnen und Vertretern aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, Irland und Dänemark Schleswig-Holsteins Weg zur digitalen Souveränität vor.

(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)

Die Abkehr von proprietären Lösungen und die Einführung quelloffener Software bedeutet für Organisationen mehr als nur eine IT-Neuerung – damit wird gleichzeitig ein grundlegender Wandel eingeleitet. Ein OSPO (kurz für: Open Source Program Office) kann als organisatorische Einheit Unternehmen, Behörden oder Forschungseinrichtungen unterstützen, indem es den strategischen Einsatz und die Entwicklung von Open-Source-Software steuert. Es dient in der Regel als Schnittstelle zwischen Entwicklung, Recht, Management und der externen Open-Source-Community.

Europäische Vernetzungsinitiative

Mit „OSPOs for Europe“ hat das Land Schleswig-Holstein eine Initiative zur europäischen Vernetzung von Open-Source-Akteuren angestoßen. Nun fand das zweite Treffen der Initiative in Brüssel statt, wie die Staatskanzlei berichtet. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus Europa kamen auf Einladung des Landes und des DigitalHub.SH zusammen, um sich zu offenen Technologien und digitalen Innovationen auszutauschen. In seiner Eröffnungsrede betonte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter die strategische Bedeutung von Open Source für die digitale Zukunft: „Die Frage ist nicht mehr, ob Open Source wichtig ist. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa es sich leisten kann, Open Source nicht zum Grundpfeiler seiner digitalen Zukunft zu machen.“

Digitale Souveränität braucht Zusammenarbeit

Nach Auffassung des Ministers sind digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit keine Gegensätze – im Gegenteil: Je stärker Europa bei Standards, Technologien und Expertise zusammenarbeite, desto widerstandsfähiger und unabhängiger werde der Kontinent. Quelloffene Software und offene Standards seien deshalb unverzichtbare Voraussetzungen für eine souveräne und resiliente digitale Infrastruktur. Schrödter unterstrich zudem die demokratische Dimension von Open Source. Transparenz, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung seien zentrale Werte demokratischer Gesellschaften und würden durch offene Technologien in besonderer Weise gefördert. „Die Zukunft unserer Demokratie wird zunehmend in unserer digitalen Infrastruktur entschieden. Deshalb muss diese Infrastruktur unsere demokratischen Prinzipien widerspiegeln“, sagte er.

Kompetenzausbau statt wachsender Abhängigkeiten

Darüber hinaus hob der Minister die wirtschaftlichen Potenziale von Open Source hervor. Offene Technologien senkten Markteintrittsbarrieren, stärkten Start-ups und kleine Unternehmen und förderten Innovation und Wettbewerb. Europa müsse öffentliche Investitionen stärker nutzen, um eigene digitale Kompetenzen und gemeinsame technologische Grundlagen auszubauen, anstatt langfristige Abhängigkeiten von proprietären Lösungen zu verstärken. Die Initiative „OSPOs for Europe“ entwickle sich zunehmend zu einer europäischen Gemeinschaft, welche die Idee von Open Source in konkretes Handeln übersetze. Es gehe darum, erfolgreiche Projekte sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und neue Partnerschaften für eine gemeinsame europäische Digitalpolitik zu schaffen.





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