BayernSouveräner Verwaltungsarbeitsplatz – und zwar schnell

Bayerns Digitalminister Mehring will in seinem Ministerium den Umstieg zu digital souveräner Arbeitsplatzsoftware entschieden vorantreiben.
(Bildquelle: STMD Bayern)
Bayerns Digitalministerium will einen digital souveränen Arbeitsplatz erproben. Wie das Ministerium mitteilt, soll zunächst im eigenen Haus ein souveräner Basisarbeitsplatz entstehen, der später schrittweise erweitert werden kann. Hintergrund ist der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zur föderalen Modernisierungsagenda, der vorsieht, dass bis spätestens Ende März 2027 digital souveräne Alternativen zu proprietärer Arbeitsplatzsoftware bereitstehen sollen.
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring sieht darin eine Frage staatlicher Handlungsfähigkeit. „Digitale Souveränität ist eine zentrale Zukunftsfrage für unseren Staat und seine Verwaltung“, sagte er. Digitale Infrastruktur müsse krisenfest gestaltet werden. Dazu gehöre es, Behörden unabhängiger von Unternehmen aus Übersee zu machen, „die unserer Verwaltung den sprichwörtlichen Stecker ziehen könnten“.
Test im laufenden Betrieb
Nach Angaben des Ministeriums sollen Beschäftigte in den kommenden Monaten verschiedene souveräne Angebote im Arbeitsalltag testen. In den Blick genommen werden neben nicht näher benannten „Marktangeboten“ auch Lösungen des Zentrums für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) sowie bayerische Eigenentwicklungen aus dem technischen Umfeld der BayernCloud Schule. Auf Basis dieser Erfahrungen will das Digitalministerium einen Arbeitsplatz konzipieren, der später auch für weitere Ressorts und die gesamte Staatsregierung nutzbar gemacht werden kann. Das Ministerium will dabei auf einen modularen Ansatz setzen. Zunächst soll ein Basisarbeitsplatz aufgebaut werden.
Mit Tempo in die Umsetzung
Nach der konzeptionellen Entwicklung und Erprobung einer Pilotlösung soll im Laufe des kommenden Jahres bereits ein Fünftel der Belegschaft des Digitalministeriums im Arbeitsalltag mit der neuen Lösung arbeiten. Damit soll die Erprobung nicht auf Laborbedingungen beschränkt bleiben, sondern in reguläre Verwaltungsabläufe überführt werden. Mehring begründet das angeschlagene Tempo mit der geopolitischen Lage. „Wir haben keine Zeit mehr, um wohlfeil über die Bedeutung digitaler Souveränität zu diskutieren – angesichts der geopolitischen Lage müssen wir aus dem Reden ins Machen kommen“, sagte der Minister. Das Projekt könne der Staatsverwaltung kurzfristig als Redundanz dienen und perspektivisch auch zu einer Blaupause für einen breiteren Umstieg werden. Ob und wann nach dem Digitalressort andere Ressorts der Staatsregierung einbezogen werden, soll sich offenbar nach den Ergebnissen der Pilotierung richten.
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