Sachsen/ThüringenDie Verwaltung soll schneller werden

E-Mail genügt: Der Abschied von der Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift eröffnet den Weg für vereinfachte digitale Kommunikation mit Behörden.
(Bildquelle: danjmh/123rf.com)
Eine effiziente, schnelle und bürgerfreundliche Verwaltung entsteht nicht allein durch Digitalisierung bestehender Prozesse und verstärkten Technikeinsatz. Um eine spürbare Bürokratieentlastung und Verfahrensbeschleunigung zu erzielen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Sachsen und Thüringen sind dabei nun die nächsten Schritte gegangen: Das sächsische Kabinett hat den Entwurf für das Erste Sächsische Gesetz zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung (StaMo I) beschlossen, in Thüringen verabschiedete der Landtag das Erste Thüringer Entlastungsgesetz. Während das sächsische Gesetz noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen muss, ist das Thüringer Entlastungsgesetz bereits vom Landtag beschlossen. Beide Pakete sollen Verwaltungsverfahren vereinfachen, beschleunigen und eine weitreichende Digitalisierung erleichtern.
Bürokratie wird begründungspflichtig
Das Land Sachsen verändert nicht nur einzelne Regelungen, sondern setzt am großen Ganzen an: „Als erstes Bundesland gehen wir einen neuen Weg und sorgen für einen grundlegenden Systemwechsel. Künftig muss begründet werden, warum eine bürokratische Pflicht notwendig ist und nicht mehr, warum sie entfallen kann. Dieses Prinzip gilt für alle sogenannten BANDA-Pflichten, Schriftformerfordernisse und Genehmigungspflichten“, so der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Andreas Handschuh.
So wird mit dem Gesetzespaket eine weitreichende Genehmigungs- und Vollständigkeitsfiktion eingeführt. Ab Mai 2027 sollen Anträge grundsätzlich als genehmigt gelten, wenn die Behörde nicht innerhalb von drei Monaten nach Eingang der vollständigen Unterlagen entschieden hat. Ausnahmen sollen auf das absolut notwendige Maß beschränkt bleiben.
Digitale Kommunikation als Regelfall
Daneben will Sachsen sämtliche Schriftformerfordernisse im Landesrecht – analog zur Bundesebene – durch die Textform ersetzen. Ab Juli 2027 dürfen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen per E-Mail mit den Behörden kommunizieren; die oft erforderliche eigenhändige Unterschrift soll in vielen Fällen entfallen. Noch schneller wirken soll ein „Schwestergesetz“ des sächsischen Justizministeriums: Darüber wird schon ab Januar 2027 in 160 Einzelvorschriften die unterschriftslose elektronische Form eingeführt.
Um den eingeschlagenen Reformkurs fortzusetzen, hat sich Sachsens Staatsregierung außerdem auf den Fahrplan für ein zweites Gesetzespaket zur Bürokratieentlastung und Staatsmodernisierung – das StaMo II – verständigt. Bis Jahresende sollen hier vor allem Maßnahmen zur Neuorganisation der Staatsverwaltung einfließen. Die Staatsregierung kündigte außerdem an, die Vorschläge der Reformkommission für starke sächsische Kommunen aufgreifen zu wollen.
Schneller bauen in Thüringen
In Thüringen konzentriert sich das Entlastungsgesetz vor allem auf das Baurecht. Nach Angaben des Digital- und Infrastrukturministeriums sollen vereinfachte Genehmigungsverfahren ausgeweitet, mehr Vorhaben verfahrensfrei gestellt und Umbauten sowie Umnutzungen erleichtert werden. Hinzu kommen Änderungen beim Brandschutz, bei Stellplätzen und bei der Bauvorlageberechtigung. Als weiteren Beschleunigungsfaktor nennt das Ministerium die Digitalisierung der Bauverwaltung: Bereits im April sei festgelegt worden, dass digitale Verfahren zum Standard werden und Papier schrittweise ersetzen sollen. Bis Ende 2026 soll die elektronische Antragstellung flächendeckend möglich sein. Damit sollen Baugenehmigungen effizienter bearbeitet und Kommunen, Bauherren sowie die Bauwirtschaft entlastet werden.
Bitkom: Digitalvorhaben kommen voran
[13.07.2026] Die Bundesregierung hält in der Digitalpolitik das Tempo: Erstmals sind doppelt so viele Digitalvorhaben begonnen wie noch nicht begonnen. Das geht aus dem neuesten Monitor Digitalpolitik des Bitkom hervor. Der Verband mahnt, begonnene Projekte nun zügig abzuschließen. mehr...
BMDS/Hertie School: Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung
[09.07.2026] Das BMDS fördert ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung an der Hertie School. Die Plattform soll die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern wissenschaftlich begleiten und deren Wirkung unabhängig evaluieren. mehr...
Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik
[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...
Ministerpräsidentenkonferenz: Im Schulterschluss zum schlanken Staat
[01.07.2026] Die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz hat den ersten Fortschrittsbericht zur Föderalen Modernisierungsagenda beschlossen. In wichtigen Bereichen kam die Umsetzung voran – Bundesdigitalminister Wildberger wie auch der NKR mahnten aber Tempo und weitere strukturelle Entscheidungen an. mehr...
IT-Planungsrat: Der D-Stack gewinnt an Kontur
[22.06.2026] Für die Umsetzung des Deutschland-Stacks wurden einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Bei der letzten Sitzung des IT-Planungsrats haben sich Bund und Länder auf wesentliche Elemente des im Aufbau befindlichen standardisierten, interoperablen digitalen Ökosystems geeinigt. mehr...
BMDS/Mecklenburg-Vorpommern: Verwaltungsdigitalisierung gemeinsam beschleunigen
[22.06.2026] Der Bund und Mecklenburg-Vorpommern haben eine Verwaltungsvereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit unterzeichnet. Damit sollen Maßstäbe für digitale Verwaltung, Bürokratierückbau, bessere Rechtsetzung und mehr Serviceorientierung gesetzt werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Wirkmächtiges Instrument
[19.06.2026] Eine positive Bilanz zum Digitalisierungsbooster SH hat Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gezogen. Zentrale Maßnahmen sind eine LoRaWAN-Infrastruktur, die 5G-Campusnetze und das Landesprogramm Offene Innovation. mehr...
Sachsen-Anhalt: Positive Zwischenbilanz zur Digitalstrategie
[17.06.2026] Eine positive Zwischenbilanz der Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ hat Digitalministerin Lydia Hüskens gezogen. Rund 80 Prozent der definierten Ziele sind bereits erreicht oder aktiv in Bearbeitung. Der Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen zählt zu den sichtbarsten Erfolgen. mehr...
BMDS: Umsetzungsstand der Modernisierungsagenden
[16.06.2026] In Berlin diskutierten 200 Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern über die Fortschritte der Modernisierungsagenden. Dabei wurde deutlich: Die Umsetzung hängt vor allem an der engen Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. mehr...
Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat
[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...
Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen
[12.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...
Deutschland/Estland: Partnerschaft für digitale Verwaltung
[11.06.2026] Deutschland und Estland wollen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine neue Absichtserklärung umfasst Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, EUDI-Wallet, Beschaffung und Cyber-Sicherheit. mehr...
Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung
[29.05.2026] Niedersachsen sieht seinen Roll-out-Ansatz für Online-Dienste durch erste Ergebnisse bestätigt. Mit Unterstützung des Bundes soll eine neu gegründete „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ fünf Fokusleistungen bis Ende 2026 landesweit verfügbar machen und medienbruchfreie Prozesse vorbereiten. mehr...
Berlin: Hauptstadt ohne CDO
[28.05.2026] Berlins oberster Verwaltungsmodernisierer, der Dresdner IT-Unternehmer Matthias Hundt, ist nach weniger als drei Monaten auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausgeschieden. Übergangsweise übernimmt Staatssekretär Florian Hauer seine Aufgaben. mehr...












