IT-PlanungsratDer D-Stack gewinnt an Kontur

[22.06.2026] Für die Umsetzung des Deutschland-Stacks wurden einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Bei der letzten Sitzung des IT-Planungsrats haben sich Bund und Länder auf wesentliche Elemente des im Aufbau befindlichen standardisierten, interoperablen digitalen Ökosystems geeinigt.
Gruppenfoto: alle IT-PLR-Mitglieder stehen in einem Innneraum nebeneinander und sehen wohlwollend und zufrieden aus

Der IT-Planungsrat hat wichtige Entscheidungen zum Deutschland-Stack und zur künftigen Steuerung föderaler Digitalvorhaben getroffen.

(Bildquelle: FITKO)

Der IT-Planungsrat hat in seiner 50. Sitzung zentrale Grundlagen für die Umsetzung des Deutschland-Stacks – kurz: D-Stack – beschlossen. Bund und Länder verständigten sich auf wesentliche Bausteine des digitalen Ökosystems, das künftig standardisierte und interoperable Verwaltungsleistungen ermöglichen soll. Wie der IT-Planungsrat meldet, wird der Bund mit Unterstützung der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) die Verantwortung für Konzeption und Entwicklung der folgenden fünf Basiskomponenten des D-Stacks übernehmen:

  • Identität und Vertrauen (eID und EUDI-Wallet),
  • Datenaustausch (FIT-Connect),
  • Datenabruf (NOOTS),
  • Zahlungsabwicklung (ZBDS) sowie
  • Postfach und Benachrichtigung (ZaPuk).

Die Länder haben eine verbindliche Anbindung und Flächendeckung der Komponenten zugesagt. Der Bund wird die Konzeption, Pflege und Entwicklung der Komponenten eID, EUDI-Wallet, FIT-Connect und NOOTS überwiegend finanzieren.

Teamwork aller Verwaltungsebenen

Neben der fairen Verteilung der Verantwortung für Weiterentwicklung, Finanzierung und Anbindung der D-Stack-Komponenten gab es weitere wegweisende Entscheidungen für die zukünftige Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen in der Digitalisierung der Verwaltung. So hat man sich beispielsweise auf die Einführung eines strategischen Portfoliomanagements geeinigt. Auch eine Grundlage für die Ende-zu-Ende-Digitalisierung prioritärer Verwaltungsleistungen wurde gelegt, die Umsetzung wesentlicher Elemente der Föderalen Modernisierungsagenda konkretisiert.

„Die Beschlüsse schärfen und erweitern das Aufgabenprofil der FITKO. Das gemeinsame Architekturmanagement mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, das operative Portfoliomanagement in Unterstützung von Portfolio-Board und IT-Planungsrat sowie die Koordination der stärkeren Einbindung der Fachlichkeit bilden das Fundament für eine flächendeckende föderale Nutzung des D-Stacks“, sagt Stephan Bartholmei, Abteilungsleiter Produktmanagement der FITKO. Der Vorsitzende des IT-Planungsrats, Markus Richter, hob die gute Zusammenarbeit hervor: „Ich erlebe die Digitalisierungsverantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen als ein Team. Gemeinsam bringen wir die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in ganz Deutschland voran.“

Besser verzahnt

Die weiteren Beschlüsse konkretisieren vor allem die Steuerung und Verzahnung föderaler Digitalvorhaben. Mit dem Portfolio-Board schafft der IT-Planungsrat ein neues Format, um gemeinsame Projekte zu priorisieren, zu steuern und ihre Wirkung zu messen. Zum Start sind der Bund sowie Bayern, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen vertreten. Die FITKO unterstützt mit Analysen, Priorisierungsszenarien und Controlling.

Für die EUDI-Wallet vereinbarten Bund und Länder ein gemeinsames Vorgehen zur Anbindung der Verwaltung. Dabei sollen bestehende Komponenten wie BundID und NOOTS nachgenutzt werden. Außerdem konkretisierte der IT-Planungsrat die Ende-zu-Ende-Digitalisierung prioritärer Verwaltungsleistungen aus der Föderalen Modernisierungsagenda, etwa Führerschein, Unternehmensanmeldung und digitale Baugenehmigung. Die FITKO soll dafür Programme und Infrastrukturen wie NOOTS, FIT-Connect, BundID, Deutschland-App und Deutschland-Architektur enger verknüpfen.





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