BMDSKI-Lösung für schnellere Genehmigungen

[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt.
Blick von unten auf eine große Baustelle mit mehreren orangefarbenen Baukränen und eingerüsteten Gebäuden. Die Kräne ragen vor blauem Himmel in die Höhe, während die Sonne zwischen den Rohbauten hindurchscheint.

BMDS-Projekt SPARK: Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren dank KI und Open Source.

(Bildquelle: 123rf.com)

Langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren gelten als ein wesentliches Hindernis beim Ausbau der Infrastruktur in Deutschland. Mit dem Projekt „Schnellere Planung und Realisierung durch KI“, kurz SPARK, setzt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) deshalb auf Künstliche Intelligenz, um einzelne Schritte solcher Verfahren zu beschleunigen.

Für die Entwicklung arbeitete das Ministerium im Rahmen einer Innovationspartnerschaft unter anderem mit Capgemini zusammen. Das Unternehmen führte dabei ein interdisziplinäres Team mit insgesamt sechs europäischen Technologiepartnern. Gemeinsam entstand eine modulare KI-Lösung, die sich in bestehende Verwaltungsplattformen integrieren und für unterschiedliche Verfahren konfigurieren lässt.

KI unterstützt vom Antrag bis zur Entscheidung

Ausgangspunkt für die Entwicklung waren die Anforderungen der Sachbearbeitenden. Nach einer Analysephase entstanden einzelne KI-Module, die anschließend als Prototypen entwickelt, integriert und getestet wurden. Standardisierte Schnittstellen sollen ermöglichen, die Funktionen in bestehende IT-Landschaften der Verwaltung einzubinden.

Die Module können unterschiedliche Arbeitsschritte unterstützen. Dazu gehören die Aufbereitung und Prüfung von Antragsunterlagen, die formelle und materiell-rechtliche Prüfung, die Bearbeitung von Einwendungen sowie die Vorbereitung von Bescheiddokumenten. Die endgültige Entscheidung verbleibt dabei bei den zuständigen Beschäftigten. Ergebnisse der KI sollen nachvollziehbar und überprüfbar sein.

Ein wesentlicher Bestandteil des Ansatzes ist die Wiederverwendbarkeit. Statt eine KI-Anwendung nur für einen bestimmten Genehmigungsprozess zu entwickeln, sollen die einzelnen Komponenten auch in anderen Rechtsgebieten und Verwaltungsverfahren eingesetzt werden können.

Open Source für die Nachnutzung

Das BMDS verfolgt dabei ausdrücklich einen Open-Source-Ansatz. Erste SPARK-Module wurden im April 2026 kostenfrei zur Nachnutzung veröffentlicht. Im Juni stellte das Ministerium auch den Quellcode von SPARK Workflow vollständig als Open Source auf der Plattform Open CoDE bereit. Nach Angaben des BMDS umfasst die Lösung unter anderem Funktionen zur Informationsextraktion sowie zur formalen, materiellen und rechtlichen Prüfung.

Damit soll aus dem einzelnen Innovationsprojekt eine wiederverwendbare Grundlage für weitere Verwaltungsanwendungen entstehen. Capgemini beschreibt SPARK API entsprechend als rechtsgebiets- und verfahrensagnostische Lösung, deren Module einzeln oder kombiniert in unterschiedliche Zielplattformen integriert werden können.

Ein erster praktischer Einsatz erfolgt in Nordrhein-Westfalen: Dort werden SPARK-Module laut Capgemini in einer Kollaborationsplattform für Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz eingesetzt. Weitere Integrationen sind vorgesehen, unter anderem für die Bearbeitung digitaler Bauanträge in Mecklenburg-Vorpommern.

Wildberger: „Blaupause für den Einsatz von KI“

Digitalminister Karsten Wildberger: SPARK ist ein Baustein des Deutschland-Stacks und der föderalen Modernisierungsagenda. Foto: BMDS/Woithe

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zur digitalen Souveränität der Verwaltung. Mit der Bereitstellung als Open Source soll die Technologie von anderen öffentlichen Stellen übernommen und weiterentwickelt werden können. Das Ministerium bezeichnet SPARK als Baustein des Deutschland-Stacks und der föderalen Modernisierungsagenda. Auch für Capgemini liegt ein wesentlicher Wert des Projekts in der Übertragbarkeit. Die Architektur soll nicht bei einzelnen KI-Assistenten stehen bleiben, sondern KI-Funktionen für durchgängige Verwaltungsverfahren bereitstellen.

Damit könnte SPARK zugleich zum Testfall für einen grundsätzlicheren Ansatz bei Verwaltungs-KI werden: Statt für jede Behörde und jedes Verfahren neue Insellösungen zu entwickeln, entstehen wiederverwendbare, offene KI-Bausteine, die sich in vorhandene Fachverfahren und Plattformen integrieren lassen.

Alexander Schaeff




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