Nordrhein-WestfalenInvestitionsoffensive für KI-Robotik

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung einer "Infrastruktur für Forschung und Transfer in KI-basierter Robotik".
(Bildquelle: 123rf.com)
Der nordrhein-westfälische Landtag hat den Weg für eine Investitionsoffensive in Künstliche Intelligenz und Robotik geebnet. Die Landesregierung soll den Aufbau des Projekts „Infrastruktur für Forschung und Transfer in KI-basierter Robotik“ (KIRO.NRW) mit bis zu 100 Millionen Euro fördern. Die Mittel sollen aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ kommen. Der Landtag fasste den entsprechenden Beschluss am 16. September auf Antrag der regierungstragenden Fraktionen. Das landesweite KIRO.NRW-Konsortium wird von der Universität Bonn koordiniert und plant den Projektstart bis Ende 2026.
Ziel ist der Aufbau einer national und international wettbewerbsfähigen Forschungsinfrastruktur für KI-basierte Robotik. Forschungsergebnisse sollen dabei schneller in praktische und marktfähige Anwendungen überführt werden. Mögliche Einsatzgebiete reichen von Robotern in Produktion und Logistik über medizinische Anwendungen und Exoskelette bis zu Assistenzrobotern, die Menschen beispielsweise zu Hause, in Bibliotheken oder in Ämtern unterstützen.
Vier Reallabore geplant
An KIRO.NRW beteiligen sich acht Hochschul- und Forschungsstandorte: die Universität Bonn, RWTH Aachen, TU Dortmund, Universität Bielefeld, Universität Duisburg-Essen, TH Köln sowie die Fraunhofer-Institute IML in Dortmund und IAIS in Sankt Augustin. Vorgesehen sind vier dezentrale und standortübergreifend vernetzte Reallabore. Sie beschäftigen sich mit „KI-basierter Servicerobotik in Alltagsumgebungen“, „Produktion und Logistik“, „Medizin/Gesundheit“ sowie „Field Robotics“ für Landwirtschaft und Bauwesen.
Die gemeinsame Infrastruktur soll es unter anderem ermöglichen, größere Datenmengen für das Training von KI-Systemen zu nutzen und Forschungsergebnisse zwischen den beteiligten Standorten auszutauschen. Ein weiteres Querschnittsthema ist die Mensch-Roboter-Interaktion. Dabei geht es beispielsweise darum, Robotern den Einsatz in dynamischen und nicht vollständig vorhersehbaren Umgebungen zu ermöglichen. Systeme sollen erlernte Fähigkeiten auf neue Situationen übertragen und komplexere Aufgaben bewältigen können, ohne dass sämtliche Abläufe zuvor exakt programmiert werden müssen.
Beitrag zur technologischen Souveränität
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes sieht in dem Vorhaben auch einen Beitrag zur technologischen Souveränität. „KIRO.NRW ist ein wichtiger Baustein zu mehr technologischer Souveränität“, erklärte Brandes. Die beteiligten Einrichtungen könnten durch ihre Zusammenarbeit ihre wissenschaftliche und technologische Kompetenz weiter ausbauen. Neben der Forschung soll KIRO.NRW den Transfer in die Wirtschaft unterstützen. Nach Angaben des Landes soll das Projekt Grundlagen für neue Geschäftsmodelle und Produktionslinien schaffen sowie die Qualifizierung von Fachkräften im Bereich KI und Robotik vorantreiben.
KIRO.NRW soll zudem an die Robotik-Aktivitäten des Bundes anknüpfen. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland verfolgt der Bund einen „KI-Robotik-Booster“. Dazu gehört auch die geplante Förderung sogenannter Robo-Hubs als Transferzentren zwischen Wissenschaft und Industrie. Sie sollen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Robotik- und KI-Technologien erleichtern. Fünf Bewerberteams aus Nordrhein-Westfalen oder mit NRW-Bezug stehen nach Angaben des Landes in Verbindung mit KIRO.NRW.
Milliardenprogramm für die Infrastruktur
Finanziert werden soll KIRO.NRW aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur. Für Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschung sind daraus insgesamt 2,3 Milliarden Euro vorgesehen. Zu den Schwerpunkten zählen neben Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung auch medizinische Forschung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
Über einen Zeitraum von zwölf Jahren will das Land im Rahmen des Infrastrukturprogramms rund 31,2 Milliarden Euro bereitstellen. Davon sollen rund 21,3 Milliarden Euro an die Kommunen gehen und knapp zehn Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes fließen. Zusammen mit garantierten Investitionspauschalen für die Kommunen beziffert die Landesregierung das mögliche Investitionsvolumen auf rund 60 Milliarden Euro.
BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen
[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...
Capgemini-Studie: Lücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung
[21.09.2026] Öffentliche Organisationen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch nur 28 Prozent schaffen es, KI-Projekte erfolgreich vom Piloten in den Regelbetrieb zu überführen. Eine neue Capgemini-Studie zeigt: Entscheidend für den Erfolg sind weniger die KI-Modelle als Datenqualität, Governance und organisatorische Reife. mehr...
Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt
[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...
Freistaat Bayern: KI-Gipfel zu Sicherheit und Regulierung
[16.09.2026] Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring will führende Unternehmen der KI-Branche zu einem Gipfeltreffen nach München einladen. Thema sollen die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme und mögliche internationale Regeln für deren Einsatz sein. mehr...
AISI Deutschland: Wohin zieht das KI-Sicherheitsinstitut?
[07.09.2026] Der Startschuss für das KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland ist gefallen. Zum Auftakt stützt sich AISI Deutschland auf BSI und Bundesnetzagentur. Wie und wo das tatsächliche Institut später ausgebaut wird, ist offen. Bayern und das Saarland werben bereits für München und Saarbrücken. mehr...
BMI/BMDS: AISI Deutschland gegründet
[02.09.2026] BMDS und BMI richten ein gemeinsames KI-Sicherheitsinstitut ein. Zunächst sollen BSI und Bundesnetzagentur fortschrittliche KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken untersuchen, später soll das Institut ausgebaut und international vernetzt werden. mehr...
Hessen: Leitplanken für den KI-Einsatz
[02.09.2026] KI soll in Hessens Landesverwaltung Arbeit abnehmen, Entscheidungen aber nicht übernehmen. Die neue KI-Strategie beschreibt, wie das Land Beschäftigte schulen, Werkzeuge bereitstellen und Zuständigkeiten regeln will. Die technische Basis soll eine Multi-Cloud-Strategie liefern. mehr...
Bundesrat: KI-Nutzung bei Bauleitplänen
[01.09.2026] Die Bauleitplanung bereitet die bauliche Nutzung von Grundstücken einer Gemeinde vor – eine komplexe Aufgabe, die unterschiedlichste Aspekte berücksichtigen muss. KI könnte wesentlich unterstützen, meint der Bundesrat, der deshalb fordert, KI auch bei der Begründung und dem Umweltbericht von Bauleitplänen einsetzen zu können. Die Bundesregierung lehnte dies ab. mehr...
BMDS: Abschlussbericht zum Agentic AI Hub
[25.08.2026] Der Agentic AI Hub hat in 19 Kommunen den Einsatz agentischer KI in 20 Pilotprojekten erprobt. Der Abschlussbericht zeigt deutliche Zeitersparnisse und soll nun den Weg für die Skalierung erfolgreicher Anwendungen ebnen. mehr...
EU AI Act: Stellungnahme von Aristech
[13.08.2026] Mit Artikel 50 des EU AI Acts gilt seit dem 2. August 2026 eine Transparenzpflicht für den Einsatz von KI-Systemen. Aristech-Geschäftsführerin Carolin Edler-Mende sieht bei Voice AI jedoch größere Herausforderungen bei Verantwortung, Risikobewertung und AI Literacy. mehr...
KI-Gesetz: Neue Rolle für Bundesnetzagentur
[07.08.2026] Seit Ende Juli koordiniert die Bundesnetzagentur die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland. Sie überwacht unter anderem bestimmte Anwendungen im Personalmanagement, in Kritischen Infrastrukturen sowie im Bildungswesen und nimmt zudem Beschwerden entgegen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI-Chatbot für die Finanzverwaltung
[05.08.2026] Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung erprobt mit FinAssist.NRW eine selbst entwickelte KI-Lösung im Ministerium und in drei Finanzämtern. Die Anwendung läuft im eigenen Rechenzentrum und kann deshalb auch für sensible interne und steuerliche Daten eingesetzt werden. mehr...
KI: LLMoin auf MDD verfügbar
[29.07.2026] LLMoin ist ab sofort auf dem Marktplatz Deutschland Digital (MDD) verfügbar. Somit können Bund, Länder und Kommunen den KI-Textassistenten ohne eigene Ausschreibungen beziehen. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...













