Capgemini-StudieLücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung

Für die Studie wurden 600 Führungskräfte öffentlicher Organisationen in 16 Ländern befragt, darunter 50 aus Deutschland.
(Bildquelle: Capgemini)
Das Capgemini Research Institute hat die Studie „Data and AI in Government 2026 – From AI Ambition to Operational Maturity“ veröffentlicht. Dafür wurden 600 Führungskräfte öffentlicher Organisationen in 16 Ländern befragt, darunter 50 aus Deutschland. Eine zentrale Erkenntnis: Zwischen KI-Ambitionen und produktivem Einsatz besteht weiterhin eine deutliche Lücke. Weltweit gelingt es lediglich 28 Prozent der Organisationen, KI-Projekte erfolgreich vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb zu überführen. 70 Prozent berichten, dass Betrieb, Monitoring und Weiterentwicklung aufwendiger sind als erwartet.
Datengrundlage ist entscheidend
Als entscheidender Faktor erweist sich die Datengrundlage. 80 Prozent nennen Datenqualität und -verfügbarkeit als wesentliche Hürde, 71 Prozent erklären, dass ihre Datenbasis nicht mit ihren KI-Ambitionen Schritt hält. Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich laut Studie daher weniger durch bestimmte KI-Technologien als durch organisatorische Reife aus. Dazu gehören eine funktionierende Data Governance, technische Interoperabilität, klare Verantwortlichkeiten und skalierbare Betriebsmodelle.
Probleme beim Regelbetrieb
Deutschland schneidet bei der KI-Reife vergleichsweise gut ab: 44 Prozent der befragten Organisationen zählen laut Capgemini zu den KI-Vorreitern, weltweit sind es 25 Prozent. Bei der erfolgreichen Skalierung liegt Deutschland mit 28 Prozent allerdings nur auf internationalem Niveau. KI wird hierzulande besonders häufig für Betrugserkennung und Dokumentenverarbeitung eingesetzt, während bei entscheidungsnahen Anwendungen größere Zurückhaltung besteht.
Auch digitale Souveränität rückt in den Mittelpunkt. 84 Prozent der deutschen Befragten äußern Sorgen hinsichtlich der Cloud-Souveränität, 76 Prozent berichten zugleich von einer hohen Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern.
Hebel für einen Modernisierungssprung
„Viele Behörden erkennen, dass KI nicht nur der nächste Technologieschritt ist, sondern auch ein Hebel für einen Modernisierungssprung sein kann“, sagt Frank Jacobsen, Leiter Public Sector in Deutschland bei Capgemini. Nun komme es darauf an, „die vorhandene Daten- und KI-Reife in skalierbare Lösungen und einen spürbaren Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger zu übersetzen“.
Bayern: KI-Sicherheit im Fokus
[06.10.2026] Der Freistaat Bayern will den Umgang mit Risiken leistungsfähiger KI-Systeme stärker institutionalisieren. Digitalminister Fabian Mehring kündigte nach einem KI-Gipfel einen KI-Sicherheitsdialog, einen jährlichen Sicherheitsbericht und ein KI-Ethikforum an. mehr...
dbb akademie: Weiterbildung zum KI-Beauftragten
[06.10.2026] Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung wächst der Bedarf an Beschäftigten, die technische, rechtliche und organisatorische Fragen zusammenführen können. Die dbb akademie bietet dafür eine fünftägige Zertifizierung zum behördlichen KI-Beauftragten an. mehr...
BundID: KI beantwortet Routinefragen
[02.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...
Schleswig-Holstein: Schrödter fordert offene KI
[29.09.2026] Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht sich gegen einen generellen Entwicklungsstopp für Künstliche Intelligenz aus. Auf der 7. KI-Landeskonferenz Schleswig-Holstein in Neumünster plädiert er stattdessen für offene KI-Modelle, digitale Souveränität und einen schnelleren Transfer von KI in die praktische Anwendung. mehr...
Ko-Pionier-Preis 2026: LGLN macht Nachnutzung möglich
[29.09.2026] Beim Ko-Pionier-Preis 2026 wird die KI-gestützte Gebäudeerkennung des LGLN gleich mehrfach ausgezeichnet: Die niedersächsische Landesbehörde erhielt den govdigital-Sonderpreis für besonderes Engagement zur Nachnutzung, den ersten Preis in der Kategorie „Digitalisierung der Verwaltung“ und den Publikumspreis. mehr...
Rheinland-Pfalz: eManuel unterstützt Justiz
[28.09.2026] Die rheinland-pfälzische Justiz weitet den Einsatz ihres KI-Assistenten eManuel aus. Neben Beschäftigten an Gerichten können inzwischen auch mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare die Anwendung nutzen. mehr...
SAS-Studie: Behörden vertrauen KI weniger als die freie Wirtschaft
[28.09.2026] Die öffentliche Verwaltung tut sich mit dem Vertrauen in Künstliche Intelligenz schwerer als andere Branchen. Eine internationale Studie von SAS und IDC sieht Behörden beim Einsatz vertrauenswürdiger KI auf dem letzten Platz. Als größte Hürde gilt der Datenschutz. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: NRW.Genius auf Rang zwei
[25.09.2026] Der KI-Assistent NRW.Genius wurde beim eGovernment-Wettbewerb 2026 ausgezeichnet. Die Lösung soll künftig von einem generativen KI-Assistenten zu einem KI-Baukasten für die Verwaltungs-IT werden. mehr...
Bundesagentur für Arbeit: Klara beantwortet Fragen
[25.09.2026] Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei der Automatisierung ihres Kundenservice auf eine KI-Lösung von Aristech. Der Voicebot Klara soll die Service-Center entlasten und die Erreichbarkeit verbessern. Perspektivisch ist auch die automatisierte Bearbeitung von E-Mails vorgesehen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Investitionsoffensive für KI-Robotik
[21.09.2026] Nordrhein-Westfalen will eine landesweite Forschungs- und Transferinfrastruktur für KI-basierte Robotik aufbauen. Für das Projekt KIRO.NRW sollen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. mehr...
BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen
[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...
Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt
[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...
Freistaat Bayern: KI-Gipfel zu Sicherheit und Regulierung
[16.09.2026] Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring will führende Unternehmen der KI-Branche zu einem Gipfeltreffen nach München einladen. Thema sollen die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme und mögliche internationale Regeln für deren Einsatz sein. mehr...
AISI Deutschland: Wohin zieht das KI-Sicherheitsinstitut?
[07.09.2026] Der Startschuss für das KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland ist gefallen. Zum Auftakt stützt sich AISI Deutschland auf BSI und Bundesnetzagentur. Wie und wo das tatsächliche Institut später ausgebaut wird, ist offen. Bayern und das Saarland werben bereits für München und Saarbrücken. mehr...











