BremenLeitplanken für Verwaltungs-KI

[21.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern.
Außenansicht des Rathauses in Bremen

Der Bremer Senat hat eine Strategie für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung beschlossen.

(Bildquelle: sergeyphoto7/123rf.com)

Der Bremer Senat hat eine Strategie für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung beschlossen. Sie soll einen verbindlichen Rahmen schaffen, Verwaltungsverfahren beschleunigen und Beschäftigte entlasten. Erarbeitet wurde sie von der Digitalisierungsabteilung beim Senator für Finanzen gemeinsam mit der Universität Bremen, dem Magistrat Bremerhaven und der Bürgerschaftskanzlei, teilte der Senat mit. Der Strategie ging eine Bestandsaufnahme voraus. Sie zeigte, dass Bremen bereits über zentrale Steuerungsstrukturen, etablierte IT-Basisdienste und Lösungen für das Dokumentenmanagement verfügt. Entwicklungsbedarf besteht dagegen bei der verbindlichen ressortübergreifenden Steuerung und der strategischen Datennutzung.

Breite Rückmeldung aus der Verwaltung

Auch die Verwaltung wurde breit einbezogen. „Für die Entwicklung der Strategie haben wir mit Hunderten Expertinnen und Experten vor Ort gearbeitet und zusätzlich Rückmeldungen von fast 4.000 Beschäftigten der bremischen Verwaltung ausgewertet“, sagte Björn Niehaves, fachlicher Begleiter der Strategie. Auf dieser Grundlage entstand das Leitbild der Strategie. Es knüpft den KI-Einsatz an rechtsstaatliche, demokratische und ethische Grundsätze und sieht diskriminierungsfreie Anwendungen vor. Zugleich soll die Verwaltung die Hoheit über ihre Daten behalten und einseitige Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern oder Technologien vermeiden.

Sieben Schwerpunkte, 39 Projekte

Die Handlungsschwerpunkte reichen von Daten und KI-Infrastruktur über eine verantwortungsvolle Steuerung und besser zugängliche Verwaltungsangebote bis zur Entlastung im Arbeitsalltag. Zu den geplanten Vorhaben gehören die organisatorischen und technischen Grundlagen für eine ressortübergreifende Datennutzung sowie ein Kompetenzzentrum für KI in der Verwaltung. Zudem sollen standardisierte Anträge automatisiert erfasst und formal vorgeprüft werden. Ein weiteres Projekt sieht vor, Baulücken systematisch zu identifizieren und mit relevanten Geodaten zu verknüpfen. „Selbstverständlich müssen die Beschäftigten bei den weiteren Schritten mitgenommen und umfassend für den Einsatz von KI qualifiziert werden“, betonte Finanzsenator Björn Fecker.

Erste KI-Anwendungen bereits im Einsatz

Die Strategie knüpft an erste Anwendungen in der bremischen Verwaltung an. Das KI-Assistenzsystem LLMoin unterstützt Beschäftigte bereits beim Erstellen von Texten, bei Recherchen und beim Bearbeiten von Anfragen. Nach Angaben des Senats haben dabei Datenschutz und IT-Sicherheit hohe Priorität. Auch die Wohngeldstelle nutzt KI bei Anträgen mit vielen Unterlagen. Künftig soll automatisch geprüft werden, ob ein Wohngeldantrag vollständig ist. In Entwicklung befindet sich außerdem ein KI-Assistent für das Serviceportal Bremen. Er soll Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen helfen, passende Verwaltungsleistungen zu finden und sich über Voraussetzungen, erforderliche Unterlagen und Fristen zu informieren.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Dänemark ist ein Leuchtturm bei der Digitalisierung.

Schleswig-Holstein/Dänemark: Zwei Digitalregionen rücken zusammen

[20.08.2026] Schleswig-Holstein und Dänemark vertiefen ihren Austausch zur digitalen Verwaltung. In Flensburg diskutierten Fachleute aus Verwaltung, Wirtschaft und Technologie über erfolgreiche gemeinsame Projekte sowie Ansätze für die weitere Zusammenarbeit, etwa bei Verwaltungsdigitalisierung, Cyber-Sicherheit und Open Source. mehr...

3D-Rendering einer Lupe über einem aufgeschlagenen Buch mit einem Paragrafenzeichen.

Berlin: Start des Digitalchecks

[14.08.2026] Werden Gesetze von Anfang an digitaltauglich gestaltet, können Verfahren beschleunigt und Verwaltungskosten gesenkt werden. Für die dahingehende systematische Prüfung von Gesetzesvorhaben in ihrer Frühphase hat sich der Begriff „Digitalcheck“ etabliert. Einen solchen hat nun auch das Land Berlin beschlossen. mehr...

Porträt von Finanzminister Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Strategien für digitale Verwaltung

[10.08.2026] Mecklenburg-Vorpommern ordnet die Verwaltungsdigitalisierung mit zwei Strategien neu: Eine bündelt 43 Maßnahmen für die Landesverwaltung bis 2030. Die andere legt in zwölf Grundsätzen fest, wie Land und Kommunen digitale Vorhaben gemeinsam planen, priorisieren und umsetzen. mehr...

Gruppenbild vor Holzvertäfelung

Baden-Württemberg: Maßnahmen zum Bürokratieabbau

[05.08.2026] Die Modernisierung des Staatswesens zählt in Baden-Württemberg zu den zentralen Vorhaben der laufenden Legislaturperiode. Nun hat die Landesregierung wichtige Strukturentscheidungen zum Bürokratieabbau getroffen und das Effizienzgesetz auf den Weg gebracht. mehr...

Balkengrafik

Brandenburg: Immer mehr Fokusdienste angebunden

[04.08.2026] Brandenburg informiert über den Roll-out der 15 von Bund und Ländern priorisierten Fokusleistungen. Fünf sind bereits vollständig umgesetzt, bei mehreren weiteren wurden in den vergangenen Monaten zusätzliche Stellen angebunden. mehr...

Mehrere Flaggen mit dem bayrischen blau-weißen Rautenmuster vor blauem Hintergrund.

Bayern: Weiß-blaue Erfolgsbilanz

[28.07.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring zog im Landtag eine ausgesprochen wohlwollende Bilanz der eigenen Digitalpolitik. Den Freistaat sieht er bei der Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kurs und bei der Verwaltungsdigitalisierung bereits als Taktgeber Deutschlands. mehr...

Landesdienstflagge Mecklenburg-Vorpommern, nahaufnahme des in Falten liegenden Fahnenstoffes

Mecklenburg-Vorpommern: Beitritt zum Zweckverband eGo-MV

[28.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität

[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...

Hände und Torso einer mutmaßlich weiblichen Person, die mit nachdenklicher Pose ein Smartphone hält.

BMDS: One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung

[21.07.2026] Die Sozialplattform soll zum zentralen digitalen Zugang für Sozialleistungen ausgebaut werden. Vorgesehen sind durchgängig digitale Verfahren, Registerabrufe über NOOTS sowie perspektivisch die Anbindung von Deutschland-App und EUDI-Wallet. mehr...

Papierkorb mit zusammengeknülten Papieren, im Hintergrund unscharf ein Fax-Gerät

Sachsen/Thüringen: Die Verwaltung soll schneller werden

[16.07.2026] Sachsen und Thüringen wollen Verwaltungsverfahren vereinfachen und beschleunigen und haben dazu neue Gesetzespakete auf den Weg gebracht. Thüringen konzentriert sich vor allem auf das Baurecht, während Sachsen einen breiten Umbau des Landesrechts plant. mehr...

Läufer, der die Ziellinie eines Rennens auf einer schwarzen Laufbahn überquert, mit Bewqegungsunschärfe.

Bitkom: Digitalvorhaben kommen voran

[13.07.2026] Die Bundesregierung hält in der Digitalpolitik das Tempo: Erstmals sind doppelt so viele Digitalvorhaben begonnen wie noch nicht begonnen. Das geht aus dem neuesten Monitor Digitalpolitik des Bitkom hervor. Der Verband mahnt, begonnene Projekte nun zügig abzuschließen. mehr...

Karsten Wildberger steht vor einer violett-roten Wand zwischen zwei nicht näher benannten Männern, alle im Anzug

BMDS/Hertie School: Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung

[09.07.2026] Das BMDS fördert ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung an der Hertie School. Die Plattform soll die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern wissenschaftlich begleiten und deren Wirkung unabhängig evaluieren. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Tagungssaal mit runder Tischanordnung, gut besetzt

Ministerpräsidentenkonferenz: Im Schulterschluss zum schlanken Staat

[01.07.2026] Die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz hat den ersten Fortschrittsbericht zur Föderalen Modernisierungsagenda beschlossen. In wichtigen Bereichen kam die Umsetzung voran – Bundesdigitalminister Wildberger wie auch der NKR mahnten aber Tempo und weitere strukturelle Entscheidungen an. mehr...