UmfrageEUDI-Wallet ist nur wenigen ein Begriff

EUDI-what? Gut drei Viertel der Menschen in Deutschland kennen die EU-weit nutzbare digitale Brieftasche nicht.
(Bildquelle: kritchanut/123rf.com)
Nur 23 Prozent der Menschen in Deutschland wissen, was die EUDI-Wallet ist. Zugleich trauen 46 Prozent der Bundesregierung zu, die digitale Brieftasche sicher und benutzerfreundlich einzuführen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Marktforschungsunternehmen Sapio Research im Auftrag des Anbieters für digitale Identitäten IDnow durchgeführt hat. Unter den Befragten, die die EUDI-Wallet kennen, liegt das Vertrauen in eine erfolgreiche Einführung bei 73 Prozent. Von denjenigen, die noch nie von ihr gehört haben, äußern 30 Prozent diese Einschätzung. Weitere 29 Prozent haben bereits von der Wallet gehört, wissen aber nicht genau, worum es sich handelt. 48 Prozent kennen sie bislang überhaupt nicht.
„Eine digitale Brieftasche kann nur dann Vertrauen schaffen, wenn die Menschen verstehen, welchen Nutzen sie ihnen bringt. Genau diesen Zusammenhang zeigt unsere Umfrage. Information und Kommunikation werden deshalb in den kommenden Monaten entscheidend für den Erfolg der EUDI-Wallet sein“, sagte Liudmyla Rabchynska, Director of Global Regulatory & Government Affairs bei IDnow. Zuvor war sie stellvertretende Ministerin für digitale Transformation der Ukraine und dort an der Einführung der staatlichen App Diia beteiligt.
Kontrolle über persönliche Daten
Viele Befragte unterstützen grundsätzlich Funktionen, die mit der EUDI-Wallet verbunden sind. So würden 64 Prozent die digitale Brieftasche eher nutzen, wenn sie damit beispielsweise ihr Alter nachweisen könnten, ohne dafür weitere persönliche Daten offenzulegen. Als wichtigsten Faktor für ihr Vertrauen nannten sie die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche persönlichen Informationen sie weitergeben. Die EUDI-Wallet soll es ermöglichen, nur die Angaben zu übermitteln, die für einen bestimmten Nachweis erforderlich sind. Bei einem Altersnachweis müsste demnach nicht das vollständige Geburtsdatum offengelegt werden.
Bedenken bleiben bestehen
Die Kenntnis der EUDI-Wallet geht laut Umfrage zwar mit größerem Vertrauen in ihre Einführung einher. Bedenken zu Datenschutz, Sicherheit und möglichem Missbrauch bestehen jedoch auch unter den informierten Befragten. Insgesamt gaben nur sechs Prozent an, keinerlei Vorbehalte gegenüber der digitalen Brieftasche zu haben. Nach Einschätzung von Rabchynska müsse deshalb verständlich vermittelt werden, welche Schutzmechanismen vorgesehen seien und welche Kontrolle die Nutzerinnen und Nutzer über ihre Daten behielten. Auch an der praktischen Funktionsfähigkeit bestehen Zweifel. Laut Umfrage befürchten 73 Prozent der Befragten, dass unterschiedliche Systeme und Dienste nicht reibungslos zusammenarbeiten werden. 69 Prozent sorgen sich, die Technik könne zu kompliziert oder unzuverlässig sein.
Sapio Research befragte im Juni 2026 im Auftrag von IDnow insgesamt 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens ist die Erhebung repräsentativ.
Digitale Identität: Warum Nutzende am digitalen Amt scheitern
[22.07.2026] Digitale Identitäten sollen Verwaltungsleistungen durchgängig online ermöglichen. In der Praxis brechen jedoch viele Nutzende die Verfahren ab. Ein Impulspapier des Netzwerks NExT zeigt bestehende Hürden und nennt vier Ansatzpunkte, um diese aus dem Weg zu räumen. mehr...
Governikus: EUDI-Nachweise im Praxistest
[17.07.2026] Elektronische Attributsnachweise sollen in der EUDI-Wallet einzelne Eigenschaften datensparsam belegen. Governikus hat bei ETSI-Plugtests erprobt, ob seine Implementierung mit anderen Systemen zusammenspielt und technische Vorgaben erfüllt. mehr...
Thüringen/Hamburg: Digitalisierung des Schwerbehindertenausweises
[17.06.2026] Thüringen und Hamburg entwickeln einen digitalen Schwerbehindertenausweis, der künftig über die EUDI-Wallet auf dem Smartphone verfügbar sein soll. Das vom Bund geförderte Pilotprojekt soll Verwaltungsdaten nur noch einmal erfassen und könnte den Weg für eine bundesweite Einführung ebnen. mehr...
Schleswig-Holstein: Nect fürs Serviceportal
[02.06.2026] Mit der Nect Wallet bietet Schleswig-Holstein seinen Bürgerinnen und Bürgern eine zusätzliche, praxiserprobte Alternative zur BundID. Durch den Einsatz der KI-basierten Lösung erwartet das Land einen signifikanten Anstieg der Nutzung digitaler Verwaltungsangebote. mehr...
Digitale Identität: Ein Schritt weiter bei der EUDI-Wallet
[27.05.2026] Das Bundeskabinett hat das Digitale-Identitäten-Gesetz beschlossen – die Grundlage zur Einführung der europäischen EUDI-Wallet, mit der sich Bürgerinnen und Bürger künftig europaweit digital ausweisen und Nachweise nutzen können. mehr...
Bitkom: EUDI-Wallet vielen unbekannt
[20.04.2026] Im Vorfeld des eIDAS Summit, der sich am 27. und 28. April vor allem mit der EUDI-Wallet befassen wird, führte der Bitkom eine Umfrage zur Bekanntheit durch. Gut acht Monate vor dem Start ist die digitale Brieftasche über 50 Prozent der Befragten vollkommen unbekannt. mehr...
BSI: EUDI-Wallet sicher anbinden
[21.01.2026] Das BSI hat einen Handlungsleitfaden zur EUDI-Wallet vorgelegt. Die Veröffentlichung richtet sich an Digitalisierungsverantwortliche in Behörden, die sich schon jetzt zur sicheren Anbindung an das europaweit geplante Wallet-Ökosystem informieren wollen. mehr...
Digitale Identifizierung: Governikus führt AusweisIDent alleine weiter
[01.12.2025] Governikus führt die eID-Lösung AusweisIDent künftig eigenverantwortlich online fort. Die Lösung nutzt die Online-Ausweisfunktion und schafft so auch Anschlussfähigkeit an die kommende europäische EUDI-Wallet. mehr...
Bitkom/BMDS: EUDI-Wallet erfolgreich einführen
[20.11.2025] Die deutsche Wirtschaft macht gemeinsam mit der Politik Tempo beim Einsatz der künftigen EU-weiten digitalen Identität. Zusammen mit mehr als 75 Unternehmen haben der Bitkom und das Bundesdigitalministerium ein Memorandum of Understanding zur erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet getroffen. mehr...
Bundesdruckerei/G+D: Zukunftssichere digitale Identitäten
[14.11.2025] Bundesdruckerei und G+D haben gemeinsam mit dem BSI einen Demonstrator für einen quantensicheren Personalausweis entwickelt. Der Ausweis soll künftig Post-Quantum-Kryptografie nutzen, um persönliche Daten vor Angriffen durch Quantencomputer zu schützen. mehr...
EUDI-Wallet: Erfolgreiches Pilotvorhaben
[14.10.2025] Das Bundesverwaltungsamt hat im EU-Pilotprojekt POTENTIAL gemeinsam mit Partnern aus EU-Mitgliedstaaten erfolgreich den grenzüberschreitenden digitalen Abruf von Handelsregisterauszügen erprobt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Einführung der EUDI-Wallet. mehr...
Governikus: A-Trust in Signaturlösung integriert
[01.10.2025] Governikus bindet mit dem österreichischen Vertrauensdiensteanbieter A-Trust erstmals einen internationalen Partner in seine Signaturplattform DATA Sign ein. Unternehmen und Behörden sollen dadurch mehr Auswahl und Flexibilität bei der Nutzung qualifizierter elektronischer Signaturen und Siegel erhalten. mehr...
Bundesdruckerei/SPRIND: Grundlage für EUDI-Wallet
[09.09.2025] Die Bundesdruckerei entwickelt im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) ein Hintergrundsystem für die Person Identification Data (PID). Diese bildet die digitale Kernidentität der EUDI-Wallet, die europaweit sichere Online-Transaktionen ermöglichen soll. mehr...
Whitepaper: Souveränitäts-Washing bei Clouddiensten
[02.09.2025] Ist eine Cloud souverän, nur weil die Server in Europa stehen? Auf diese Frage geht ein neues Whitepaper des Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS) ein. Es erklärt die Problematik des sogenannten Souveränitäts-Washing und gibt Kriterien für tatsächlich souveräne Lösungen an die Hand. mehr...








