Thüringen/HamburgDigitalisierung des Schwerbehindertenausweises

Thüringen und Hamburg starten jetzt ein Pilotprojekt zur Digitalisierung des Schwerbehindertenausweises.
(Bildquelle: carloscastilla/123rf)
Thüringen treibt gemeinsam mit Hamburg die Digitalisierung des Schwerbehindertenausweises voran. Wie das Thüringer Digitalministerium (TMDI) berichtet, soll ein Pilotprojekt Menschen mit Schwerbehinderung ermöglichen, ihre Berechtigung künftig sicher und einfach digital nachzuweisen.
Das Vorhaben ist Teil der bundesweiten Initiative zum Nationalen Once-Only-Technical-System (NOOTS) und wird vom Bund mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, das Once-Only-Prinzip in der Verwaltung umzusetzen. Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Daten nur noch einmal an die Verwaltung übermitteln. Anschließend stehen die Informationen den zuständigen Stellen automatisch zur Verfügung. Das soll Papieraufwand reduzieren, Behördengänge verkürzen und digitale Verwaltungsverfahren vereinfachen.
Der Schwerbehindertenausweis soll künftig über die EUDI-Wallet verfügbar sein. Die European Digital Identity Wallet, mit der Nutzerinnen und Nutzer per App Dokumente verwalten und sich online sowie offline sicher ausweisen können, soll bis Anfang 2027 nach gemeinsamen Standards in allen EU-Mitgliedstaaten bereitstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Modernisierung der Verwaltungsregister. Die Daten der zuständigen Versorgungsämter sollen in einer Verwaltungs-Cloud standardisiert und sicher bereitgestellt werden. Dadurch können andere Behörden und digitale Anwendungen die Informationen einfacher weiterverwenden.
Vorbild für weitere Verwaltungsverfahren
Nach Angaben des Ministeriums soll das Projekt zugleich die Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken. Digitale Nachweise sollen ihre Selbstbestimmung und Mobilität im Alltag verbessern.
„Mit diesem Pilotprojekt wollen wir eine moderne, digitale Lösung finden, die Menschen mit Schwerbehinderung den Alltag erleichtert und gleichzeitig die Verwaltung effizienter macht“, sagt Thüringens Staatssekretärin für Digitalisierung und CIO, Milen Starke. Das Vorhaben könne zudem als Vorbild für weitere Verwaltungsverfahren dienen, in denen Behörden Daten austauschen oder automatisch in Online-Anträgen bereitstellen.
Auch Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk sieht darin einen Beitrag zu mehr Inklusion. Digitale Angebote müssten so gestaltet werden, dass sie einfach, barrierearm und gleichberechtigt nutzbar seien.
Das Pilotprojekt läuft bis September 2027 und wird fachlich von der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) begleitet. Erste Ergebnisse sollen bis März 2027 vorliegen und die Grundlage für eine flächendeckende Einführung des digitalen Schwerbehindertenausweises in Deutschland schaffen.
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