Schleswig-HolsteinWirkmächtiges Instrument

Ein Teil des Digitalisierungsboosters SH ist das 5G‑Campusnetz, welches das Land Anfang des Jahres in Betrieb genommen hat.
(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)
Gute fünf Jahre nach dem Start des Digitalisierungsboosters SH zieht Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter eine positive Bilanz. Hauptziel des Programms sei es gewesen, kurzfristig wichtige Digitalisierungsmaßnahmen in der Landesverwaltung zu ermöglichen, die Digitalwirtschaft im Norden bei der Umsetzung stärker einzubinden, die Projektumsetzung gemeinsam mit kommunalen Partnern vor Ort voranzutreiben sowie die Resilienz der Landesverwaltung im digitalen Raum zu stärken.
„Mit dem Digitalisierungsbooster haben wir in der letzten Legislaturperiode ein wirkmächtiges Instrument für die digitale Transformation in unserem Land geschaffen. In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Maßnahmen des ressortübergreifend aufgelegten Programms konsequent umgesetzt. Heute kann man sagen: Der Digitalisierungsbooster SH hat seine Wirkung entfaltet, er ist ein Booster für die digitale Wirtschaft, für digitale Souveränität, Sicherheit und Resilienz in Schleswig-Holstein geworden. Das Programm hat entscheidende Impulse gesetzt“, sagte Minister Schrödter. „Von den Maßnahmen wie dem Landesprogramm Offene Innovation, der LoRaWAN-Infrastruktur oder den 5G-Campusnetzen profitieren neben der Landesverwaltung insbesondere der gesamte Digitalstandort Schleswig-Holstein und damit auch die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Entstanden ist ein starkes digitales Ökosystem aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, welches auch über unsere Landesgrenzen hinaus wirkt. Schleswig-Holstein ist seit Beginn des Digitalisierungsboosters SH digital unabhängiger, sicherer, schneller und widerstandsfähiger geworden.“
Offene Innovation
Das Landesprogramm Offene Innovation (wir berichteten) wurde 2024 erstmalig aufgelegt. Es setzt nach Angaben der Staatskanzlei einen bedeutenden Impuls für die digitale Souveränität von Kommunen sowie gemeinnützigen Verbänden und Vereinen in Schleswig-Holstein. Zugleich unterstütze das Landesprogramm die Umstellung der Digitalwirtschaft auf zukunftsfähige Open-Source-Lösungen. Das Programm zeichne sich unter anderem dadurch aus, dass mit schleswig-holsteinischen Finanzmitteln ausschließlich die schleswig-holsteinische Digitalwirtschaft gestärkt wird. In zwei Ausschreibungsrunden wurden in einem wettbewerblichen Verfahren unter Aufsicht einer Fachjury aus mehr als 100 Einreichungen letztlich 31 innovative Open-Source-Projekte gemeinsam mit der schleswig-holsteinischen IT-Wirtschaft umgesetzt. Die Lösungen stehen nachnutzbar auf OpenCode zur Verfügung. Die dritte Ausschreibungsrunde läuft bereits, erneut mit mit fast 70 Projektideen, die eingereicht wurden. Für die Umsetzung der Projekte habe das Land bislang rund sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
„Von Anfang an hat das Programm einen Nerv getroffen“, sagte Schrödter. „Durch die Beteiligung des Landes an konkreten Digitalisierungsvorhaben von Verwaltung und Zivilgesellschaft entstehen offene und nachnutzbare Lösungen, die als Grundlage für weitere Entwicklungen im Land dienen.“ Das Landesprogramm fördere somit Innovation, digitale Souveränität und die wirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein. Darüber hinaus werde die Verwaltung durch das Programm unterstützt, entlastet und organisatorisch modernisiert.
LoRaWAN und 5G-Campusnetze
2024 hat die Landesregierung mit über 420 Gateways eine flächendeckende LoRaWAN-Infrastruktur etabliert und mit der effizienten Funktechnologie für Behörden und Kommunen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft gesetzt, teilt die Staatskanzlei des Weiteren mit. Aufbauend darauf wird das Land den Nutzerinnen und Nutzern mit dem IoT-Hub SH eine eigene Plattform zur Verfügung stellen, um die Funktechnologie digital unabhängig, sicher und mit offenen Standards nutzen zu können. „LoRaWAN und das Internet der Dinge sind Schlüsseltechnologien der digitalen Transformation und wichtige Puzzleteile, um das volle Digitalisierungspotenzial in Schleswig-Holstein zu heben“, sagte Minister Schrödter. „Mit der Maßnahme stärken wir nicht nur unsere digitale Souveränität, sondern auch die Sicherheit und Transparenz bei der Datenverarbeitung.“
Als ein weiteres greifbares Resultat des Digitalisierungsboosters SH hat die Landesregierung ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen (wir berichteten). Schleswig-Holstein markiert damit einen wichtigen Schritt für den digitalen Katastrophenschutz des Landes, der ohne das Boosterprogramm in der Zeit nicht möglich gewesen wäre, so die Staatskanzlei. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen miteinander kommunizieren und Einsätze koordinieren können – selbst dann, wenn das öffentliche Mobilfunknetz ausfällt. Schleswig-Holstein sei eines der ersten Bundesländer, das solche Netze gezielt zum Schutz der Bevölkerung und Kritischer Infrastrukturen einsetzt. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden an insgesamt fünf Standorten lokale 5G-Campusnetze aufgebaut und verbunden. Zusätzlich stehe eine mobile 5G-Zelle für den flexiblen Einsatz bei Großlagen zur Verfügung. Sowohl die Campusnetze als auch die mobilen Funkzellen zahlen laut Staatskanzlei unmittelbar auf die Ziele des Digitalisierungsboosters SH ein, indem diese die Resilienz der Verwaltung stärken und im Ausnahmefall sichern.
Dies seien, so Minister Schrödter, nur drei Beispiele, die anschaulich zeigen, wie der Digitalisierungsbooster SH die digitale Transformation beschleunige, die Digitalwirtschaft im Land stärke und einen wichtigen Beitrag leiste, die Landesbehörden gemeinsam mit den Kommunen souverän, sicher und modern aufzustellen.
AKDB-Kommunalforum: Digitalisierung als Dienst an der Demokratie
[30.10.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring hat sich auf dem AKDB-Kommunalforum dafür ausgesprochen, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz konsequent in den Verwaltungen einzusetzen. Dabei gehe es nicht nur um effizientere Verwaltungsabläufe, sondern auch um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat. mehr...
Rheinland-Pfalz: OZG-Umsetzung beschleunigen
[27.10.2026] Rheinland-Pfalz will die Digitalisierung der Verwaltung gemeinsam mit den Kommunen weiter voranbringen. Im Mittelpunkt stehen die flächendeckende Bereitstellung und stärkere Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen sowie die Ende-zu-Ende-Digitalisierung. mehr...
Sachsen: Fünf Online-Dienste landesweit
[27.10.2026] Der Freistaat Sachsen und der Bund haben vereinbart, fünf Online-Dienste bis Ende Juni 2027 in allen zuständigen Kommunalbehörden bereitzustellen. Der Bund finanziert die technische Anbindung, die govdigital gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister Lecos übernimmt. mehr...
Nationale Digitaloffensive: Bayern meldet erste Erfolge
[26.10.2026] Bayern hat ein erstes Ziel der Nationalen Digitaloffensive vorzeitig erreicht: Alle 96 Ausländerbehörden im Freistaat sind an den Online-Dienst „Aufenthalt Digital“ angeschlossen. Damit ist die Beantragung eines Aufenthaltstitels landesweit digital möglich. Auch bei der elektronischen Wohnsitzanmeldung kommt der Ausbau voran. mehr...
Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen
[15.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...
Thüringen: Gemeinsame Standards vereinbart
[14.10.2026] Thüringen und die kommunalen Spitzenverbände haben ihre Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung neu vereinbart. Gemeinsame Standards und eine stärkere Nutzung der Verwaltungscloud sollen die IT-Systeme von Land und Kommunen besser verbinden. mehr...
OSBA: Vorrang für Open Source
[13.10.2026] Die EU-Kommission hat einen Entwurf für eine neue Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...
NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran
[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...
Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium
[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...
Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter
[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...
Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen
[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...
BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung
[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...
EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag
[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...
Hessen: Positive Halbzeitbilanz
[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...
Saarland: Fünf Leistungen schneller in die Fläche
[05.10.2026] Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen im Saarland innerhalb von neun Monaten flächendeckend digital verfügbar sein. Der Ministerrat hat grünes Licht für die Teilnahme des Saarlandes am Bundesprogramm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ gegeben. mehr...









