Land SalzburgKI beschleunigt Förderprüfung

[03.07.2026] Das Land Salzburg hat ein KI-System zur Vorprüfung von Förderanträgen für klimafreundliche Heizungen eingeführt. Die Lösung gleicht Rechnungsdaten und Leistungsinhalte bereits beim Hochladen ab und soll Fördermittel schneller zur Auszahlung bringen.
Heizkörper mit einem kleinen Modellhaus, das auf Euro-Scheinen steht

Das Land Salzburg will Förderanträge für Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien in Zukunft schneller bearbeiten.

(Bildquelle: nataliakopyltsova/123rf.com)

Die Landesregierung des Österreichischen Bundeslands Salzburg setzt neue Maßstäbe in der Modernisierung der Verwaltung. In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Software Competence Center Hagenberg (SCCH) hat das Referat für Energiewirtschaft und -beratung ein System zur automatisierten Vorprüfung von Förderanträgen implementiert. Die KI-basierte Lösung sorgt für die formale Kontrolle der Antragsunterlagen, minimiert Fehlerquellen und ermöglicht eine rasche Auszahlung der Fördermittel an die Antragstellenden. Mit dem Projekt setzt das Land Salzburg nach eigenen Angaben zentrale Vorgaben des Digital Austria Act der Bundesregierung um.

Schneller zum Zuschuss

Wer in ein erneuerbares Heizungssystem investiert, erwartet eine rasche finanzielle Unterstützung. Während die formale Kontrolle von Förderunterlagen bisher ein zeitintensiver, manueller Prozess war, übernimmt nun eine KI die Vorprüfung in Echtzeit. Unmittelbar beim Hochladen der Dokumente gleicht das System Rechnungsdaten und Leistungsinhalte ab. „Durch die KI-gestützte Vorprüfung verwandeln wir bürokratische Routine in einen digitalen Sofort-Service: Das System erkennt Unstimmigkeiten bei Rechnungsdaten oder Lieferadressen in Sekunden, entlastet unser Team von aufwendiger Kleinarbeit und bringt die Förderung deutlich schneller zur Auszahlung“, erklärt Andreas Görtschacher vom Referat Energiewirtschaft und -beratung des Landes. Ein besonderer Pluspunkt ist die Flexibilität der Lösung: Prüfregeln können von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern im System angepasst werden, ohne dass dazu IT-Kenntnisse nötig sind.

Einführung erfolgt schrittweise

Die technologische Basis bildet das SCCH-Sprachmodell LLM:2go, das auf lokaler Infrastruktur betrieben wird. So bleiben sensible Daten innerhalb des geschützten Umfelds und verlassen dieses zu keinem Zeitpunkt. „Mit LLM:2go haben wir eine Lösung geschaffen, die höchste Performance mit den strengen Compliance-Vorgaben der öffentlichen Verwaltung vereint“, erklärt der SCCH-CEO Markus Manz.

Um das Projekt ressourcenschonend zu realisieren, wurde für die Testphase der High-Performance-Computing-Cluster des SCCH genutzt. Dies ermöglichte eine Evaluierung unter realen Bedingungen im Echtbetrieb, ohne dass das Land vorab in teure Hardware investieren musste. „Wir stellen gerade auf den Echtbetrieb im Back-End-System um. In der ersten Phase wird jeder Fall manuell nochmal kurz geprüft. Danach stellen wir, je nach Qualität, auf Stichproben um. So wird die Fehlerquote der KI auf ein Minimum reduziert“, erklärt Görtschacher.





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