BitkomBundeswehr-Reserve muss digitaler werden

Streitkräfte brauchen neben der aktiven Truppe gut ausgerüstete und einsatzbereite Reservistinnen und Reservisten, die schnell und verlässlich verfügbar sind.
(Bildquelle: Bundeswehr/Ralf Keller)
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch (1. Juli 2026) den Entwurf für ein Reservestärkungsgesetz beschlossen. Ziel ist eine bessere, schnellere und verlässliche Verfügbarkeit der Reserve. Diese soll bis 2033 von rund 60.000 auf mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten anwachsen. Nach Ansicht des Bitkom muss das Reservestärkungsgesetz digitale Technologien aber noch sehr viel umfassender berücksichtigen, als es der gestern im Bundeskabinett zur Beschlussfassung vorliegende Entwurf vorsieht. „Mehr Personal allein macht noch keine einsatzbereite Reserve. Entscheidend ist, ob wir diese Reservistinnen und Reservisten im Ernstfall schnell erreichen und gleichermaßen effizient wie effektiv einsetzen können“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Die Digitalisierung der Reserve muss deshalb genauso entschlossen vorangetrieben werden wie ihr personeller Aufbau.“
App statt Papier
Viele Abläufe in der Reserve basieren bislang auf Papier oder funktionieren nur teilweise digital, das kostet aus Bitkom-Sicht unnötig Geld und Zeit. Der Verband schlägt vor, dazu verstärkt auf Apps zu setzen. So könnte beispielsweise die schon bestehende Anwendung „Meine Reserve“ durch Reservistinnen und Reservisten genutzt werden, um zu hinterlegen wann sie verfügbar sind – im Ernstfall wäre dadurch eine schnelle und sichere Benachrichtigung möglich. Auch lässt sich schnell erkennen, wer wann einsatzbereit ist. Eine digitale Identität würde ebenfalls Zeit und Kosten sparen. Derzeit müssen Reservistinnen und Reservisten ihren Dienstausweis nach jedem Dienst wieder abgeben. Künftig sollte ein einziger, sicherer digitaler Zugang genügen, der für die Dauer des Einsatzes freigeschaltet wird. Digital unterstützte Verfahren könnten auch Unternehmen helfen, die wissen müssen, wie viele und welche ihrer Beschäftigten im Ernstfall für die Bundeswehr im Einsatz wären. Derzeit sind nach einer Bitkom-Umfrage nur 20 Prozent der Unternehmen darüber im Bilde.
Zivile Fähigkeiten nutzen, militärische Fähigkeiten schulen
Die Digitalisierung bietet darüber hinaus weitere praktische Vorteile. So könnten die zivilen Fähigkeiten von Reservistinnen und Reservisten – etwa als IT-Sicherheitsfachkraft, Softwareentwickler oder mit Fremdsprachenkenntnissen – sichtbar gemacht und gezielt dort zur Geltung gebracht werden, wo die Truppe sie braucht. Heute bleiben solche Kenntnisse oft ungenutzt, weil sie nur der früheren Einheit bekannt sind. Auch die Ausbildung wird einfacher, so der Bitkom: Mit virtueller Realität, etwa per VR-Brille, lassen sich Fähigkeiten wie die Abwehr von Drohnen üben, auch dann, wenn Übungsplätze, Geräte oder Ausbilder gerade knapp oder weit entfernt sind. „Nötig sind ein verbindlicher Fahrplan und klare Zuständigkeiten für die Digitalisierung der Reserve, ein solches Zielbild fehlt bislang. Analoge Abläufe sollten dabei nur noch für den Notfall erhalten bleiben, wenn digitale Systeme ausfallen“, betont Bitkom-Chef Wintergerst.
Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung
[08.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...
Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen
[07.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...
Bundesdruckerei/ZenDiS: Geschützter Zugriff auf openDesk
[02.10.2026] Das Technologieunternehmen des Bundes Bundesdruckerei-Gruppe will mit dem Zentrum für Digitale Souveränität openDesk für sicherheitssensible Einsätze weiterentwickeln. Ein erster Anwendungsfall verbindet die Suite mit einer VS-NfD-Lösung des IT-Sicherheitsspezialisten genua. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BMI gewinnt mit LISSA
[30.09.2026] Mit LISSA entwickelt das ITZBund eine standardisierte und automatisierte Lieferkette für sichere Software. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte LISSA den ersten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BW-Empfangsclient auf dem zweiten Platz
[24.09.2026] Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat mit dem BW-Empfangsclient einen zweiten Platz beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreicht. Die Infrastrukturkomponente soll Behörden einen einfachen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen – auch wenn ihre Fachverfahren noch nicht durchgängig digital angebunden sind. mehr...
EU-System DIWASS: Deutschland bindet Abfallverfahren an
[24.09.2026] Die Länderarbeitsgemeinschaft „Gemeinsame Abfall DV-Systeme“ bindet die deutschen Verfahren für grenzüberschreitende Abfalltransporte an das europäische Digital Waste Shipment System an. Technologiepartner bei der Umsetzung ist die Firma cit. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: Auszeichnung für Digitales Jobcenter
[23.09.2026] Digitale Verwaltungsangebote kämpfen mitunter mit geringen Nutzungszahlen. Dass gezielte Verbesserungen Abhilfe schaffen, zeigt ein gemeinsames Projekt von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Anträge des Jobcenters wurden untersucht und überarbeitet – und steigerten die Nutzungsquote. mehr...
Berlin: Zentrale Plattform für Baustellenkoordinierung
[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. mehr...
Normenkontrollrat: Seit 20 Jahren für bessere Rechtsetzung
[16.09.2026] Der Nationale Normenkontrollrat besteht seit 20 Jahren. Das ursprünglich zur Kontrolle von Bürokratiekosten eingesetzte Gremium beschäftigt sich heute auch mit Verwaltungsdigitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Jubiläum fordert der Rat eine frühere Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren und stärkere Praxistests. mehr...
digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.
[28.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...
Berlin: Wer macht was?
[11.08.2026] Der im Juni beschlossene Zuständigkeitskatalog soll die Aufgabenverteilung innerhalb der Berliner Verwaltung klar regeln und das notorische „Behörden-Ping-Pong“ beenden. Nun ist das Kernstück der Berliner Verwaltungsreform auch online einsehbar. mehr...
Saarland: Digitaler Rückkanal für BAföG-Anträge
[07.08.2026] Im Saarland kann schon seit längerem staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) digital beantragt werden. Dabei kommt das bundesweite BAföG-Portal zum Einsatz. Nun können Antragstellende ihre BAföG-Bescheide auch digital empfangen. mehr...
Bitkom-DESI-Index: Platz 17 im EU-Digitalranking
[06.08.2026] Im Bitkom-DESI-Index 2026, der Fortschritte der Digitalisierung in den EU-Ländern misst, belegt Deutschland Platz 17 im Gesamtranking, vorne liegen Dänemark, Finnland und die Niederlande. Unter den fünf bevölkerungsreichsten Flächenstaaten liegt die Bundesrepublik dagegen auf Rang 2. mehr...
Thüringen: Projekt „Amsel“ auf der Zielgeraden
[29.07.2026] Thüringens Finanzämter haben mehr als 50.000 Vorschläge für eine Einkommensteuerfestsetzung ohne vorherige Steuererklärung verschickt. Rund ein Drittel der Angeschriebenen hat dem Verfahren bislang zugestimmt. mehr...
Studie: Digitale Weiterbildung im Public Sector
[27.07.2026] Digitale Selbstlernangebote werden im öffentlichen Dienst bislang kaum systematisch genutzt. Eine Studie für den IT-Planungsrat sieht die größten Hürden nicht bei Zertifikaten, sondern bei fehlenden Kompetenzmodellen, Prozessen und technischen Strukturen. mehr...













