OffenburgPilotprojekt für bundesweite Justizsoftware

[06.08.2026] Am Landgericht Offenburg ist die neue bundesweite Justizsoftware GeFa erstmals im Echtbetrieb im Einsatz. 33 Beschäftigte testen das Fachverfahren, das künftig in allen Bundesländern genutzt und zahlreiche ältere Lösungen ablösen soll.
Schreibtisch mit Laptop und darauf tippenden Händen, im Vordergrund ein weißes, dreidimensionales Paragrafenzeichen.

Die Justiz konsolidiert ihre heterogenen, teils modernisierungsbedürftigen Fachverfahren.

(Bildquelle: andreypopov/123rf.com)

Eine neu entwickelte Software, mit der die Justiz in Zukunft bundeseinheitlich arbeiten soll, ist am Landgericht Offenburg zum ersten Mal im Echtbetrieb im Einsatz. Wie das Ministerium für Justiz und für Migration des Landes Baden-Württemberg berichtet, wurde dort schon im Mai die Arbeit mit der Lösung „Gemeinsame Fachverfahren für die Justiz“ (kurz: GeFa) aufgenommen, zusammen mit dem ebenfalls neuen Textverarbeitungssystem bk.text. 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zivilkammern und der Kammer für Handelssachen in Offenburg nutzen derzeit GeFa. Laut Justizministerium sind die ersten Praxiserfahrungen vielversprechend. „Nachdem in ganz Baden-Württemberg flächendeckend die elektronische Akte eingeführt ist, ist das der nächste Schritt, mit dem wir die Arbeit an Gerichten und Staatsanwaltschaften modernisieren,“ erläutert Justizminister Moritz Oppelt.

Einführung in allen Bundesländern

Die neue Software GeFa dient vor allem der Verwaltung von Justiz-Verfahrensdaten. Sie soll in der ordentlichen Gerichtsbarkeit, den Staatsanwaltschaften und in den Fachgerichtsbarkeiten zum Einsatz kommen. Sie wird eine Vielzahl modernisierungsbedürftiger Fachverfahren ablösen. Mit der Ablösung von forumSTAR einschließlich des Textsystems forumSTAR-Text ist am Landgericht Offenburg der erste Schritt getan. GeFa soll künftig in allen 16 Bundesländern eingesetzt werden und damit bundesweit mehr als 100.000 Anwenderinnen und Anwendern zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck wurde der GeFa-Verbund von den Ländern gegründet, der durch den Freistaat Bayern federgeführt wird. Das Landgericht Offenburg wird seine Erfahrungen und Vorschläge in das bundesweite Projekt einbringen.

Wie sieht die GeFa-Programmstruktur aus?

Die Gemeinsamen Fachverfahren für die Justiz (GeFa) sind das größte IT-Projekt der deutschen Justiz. Die beteiligten Länder entsenden Beschäftigte aus unterschiedlichen Justizbereichen in das Programm, die das Fachverfahren gemeinsam mit externen Dienstleistern konzipieren, entwickeln und testen. Im Mittelpunkt stehen eine nutzerorientierte Gestaltung und Barrierefreiheit, damit das System auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen gut bedient werden kann. Bislang nutzen die Länder jeweils eigene, teils modernisierungsbedürftige Fachverfahren. Deren Konsolidierung soll Synergien schaffen, Ressourcen sparen und die weitere Digitalisierung der Justiz erleichtern. So soll auch künftig eine effiziente Rechtspflege gewährleistet werden.



Stichwörter: E-Justiz, Offenburg


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: E-Justiz
Nahaufnahme einer schreibenden Hand mit Papierstapeln und mehreren Stiften.

Schleswig-Holstein: E-Klausuren im Ersten juristischen Staatsexamen

[08.09.2026] Das Land Schleswig-Holstein und die Universität Kiel haben eine Absichtserklärung zur Digitalisierung des Ersten juristischen Staatsexamens unterzeichnet. Ab Mitte 2027 soll die elektronische Variante zunächst in Hamburg, voraussichtlich ab 2028 in einem Kieler Prüfungszentrum angeboten werden. mehr...

Baden-Württemberg/Niedersachsen: Anschluss an bundesweites Justiznetz

[26.08.2026] Baden-Württemberg und Niedersachsen sind als erste Länder an das neue bundesweite Justiznetz angeschlossen worden. Das Netz bildet die technische Grundlage für eine Justiz-Cloud, über die Gerichte und Staatsanwaltschaften künftig gemeinsame Anwendungen nutzen sollen. mehr...

Dunkler Hintergrund, hellblau leuchtende Darstellung eines Fingerabdrucks, im Hintergrund ein paar Linien und Icons

Strafverfolgung: Digitale Beweismittel schneller übermitteln

[21.08.2026] Die Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten soll bei der Verfolgung von Straftaten verbessert und an neue technische Entwicklungen angepasst werden. Auf der Grundlage von EU-Vorgaben ist in Deutschland ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten. mehr...

Justizcloud: ITDZ Berlin übernimmt zentrale Aufgaben

[31.07.2026] Das ITDZ Berlin übernimmt zentrale Serviceprozesse für die bundesweite Justizcloud. Damit stärkt der Berliner IT-Dienstleister seine Rolle in einem länderübergreifenden Digitalisierungsprojekt der Justiz und übernimmt Aufgaben für den Betrieb der gemeinsamen Cloud-Infrastruktur. mehr...

Schreibtisch mit Laptop und darauf tippenden Händen, im Vordergrund ein weißes, dreidimensionales Paragrafenzeichen.

Sachsen-Anhalt: E-Akte an allen Arbeitsgerichten

[16.07.2026] In Sachsen-Anhalt arbeiten nun alle vier Arbeitsgerichte und das Landesarbeitsgericht mit der elektronischen Akte. Den Abschluss bildete die Umstellung in Dessau-Roßlau. In der Startphase können einzelne Abläufe noch langsamer laufen. mehr...

Nahaufnahme eines hellblauen Reißverschlusses auf gelbem Hintergrund

Hessen: Brücke zwischen Polizei und Justiz

[01.06.2026] Polizei und Justiz arbeiten weitgehend digital – aber mit unterschiedlichen Systemen. Damit Strafverfahren dennoch medienbruchfrei und rechtskonform ablaufen, gibt es die elektronische Strafakte. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung berichtet über das komplexe föderale IT-Projekt. mehr...

Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an

[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...

Ein paar offenbar männliche Hände sind dabei, einen Aktenstapel auf einer hölzernen Tischplatte abzulegen.

Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten

[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...

Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt

[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...

Mock-Up-Screens mit dem Dialog zur P-Konto-Einrichtung

Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto

[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...

Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin fuer Justiz und Verbraucherschutz, aufgenommen in Berlin, 03.02.2026. Fotografiert im Auftrag des Bundesministerium der Justiz (BMJ)

E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet

[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...

Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung

[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...

Porträtfoto von Hessens Justizminister Christian Heinz.

Hessen: KI für die Justiz

[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...

Leeres Büro, Nahaufnahme eines Schreibtischs, auf dem ein Laptop und abgewetzte Aktenordner nebeneinander liegen. Im Hintergrund weitere Akten in Regalen.

Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium

[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...