Baden-WürttembergKataster für Verkehrszeichen

[03.07.2026] Baden-Württemberg digitalisiert die Verwaltung seiner Verkehrszeichen. Ein neues Kataster soll Anordnung, Pflege und Auswertung der Schilder medienbruchfrei unterstützen und die Daten zugleich für Planung, Forschung und Mobilitätsanwendungen öffnen.
Drei Verkehrsschilder (Abbiegen) gegen blauen Himmel aufgenommen

Durchblick im Schilderwald: In Baden-Württemberg unterstützt dabei nun ein digitales Verkehrszeichenkataster.

(Bildquelle: gudella/123rf.com)

Verkehrszeichen müssen nicht nur befolgt, sondern auch dokumentiert und gewartet werden. Während ersteres alle Verkehrsteilnehmenden betrifft, sind für letzteres die Verwaltungen in Behörden und Landkreisen sowie die Landesbehörden zuständig. In Baden-Württemberg wird die Verwaltung von Verkehrszeichen nun einfacher: Das Land startet das digitale Verkehrszeichenkataster (VZK).

„Die neue Anwendung bietet nicht nur mehr Orientierung im sogenannten Schilderwald. Sie ist vor allem eine wertvolle Grundlage für eine Verkehrssteuerung der Zukunft und für eine planvolle Pflege der Verkehrszeichen. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer sichereren, effektiveren und digitaleren Mobilität“, sagte Verkehrsministerin Nicole Razavi. Das VZK ist ein zentraler Baustein der Digitalisierungsstrategie digital.mobil.BW 2030 des Verkehrsministeriums.

Einheitliche Datengrundlage

Erstmals entsteht mit dem Verkehrszeichenkataster laut Verkehrsministerium eine einheitliche, digitale Grundlage für die Erfassung, Pflege und Auswertung verkehrsrechtlich angeordneter Verkehrszeichen im öffentlichen Straßenraum. So unterstütze es die durchgängige Digitalisierung verkehrsbezogener Verwaltungsprozesse im Land. Kommunen und Landesbehörden könnten Verkehrszeichen damit medienbruchfrei – sprich von A bis Z digital – dokumentieren und verwalten. Zugleich werde der gesamte Prozess der verkehrsrechtlichen Anordnung als volldigitales Fachverfahren abgebildet, von der Planung über die Beteiligung relevanter Stellen bis hin zur Umsetzung und Archivierung.

Start mit Daten-Grundbestand

Bereits zum Start verfügt das Verkehrszeichenkataster über einen landesweiten Grundbestand an Verkehrszeichendaten auf allen Straßenklassen. Dieser basiert auf dem Datenprodukt Traffic Signs des Konnektivitäts- und Datendienst-Anbieters Mercedes-Benz Connectivity Services. Die Daten werden über Kameras von Fahrzeugen gewonnen, anhand mehrerer Übereinstimmungen validiert und ausschließlich anonymisiert sowie aggregiert zur Verfügung gestellt. Sie bilden eine belastbare Ausgangsbasis, die in Zukunft von den zuständigen Behörden vor Ort geprüft, ergänzt und fortlaufend aktualisiert werden soll.

Daten für viele Zwecke

Die Entwicklung des digitalen Verkehrszeichenkatasters erfolgte im Auftrag des baden-württembergischen Verkehrsministeriums durch die auf Mobilitätsanwendungen und Routing spezialisierte Firma Trafficon Software. Fachlich begleitet wurde das Projekt von einer Kerngruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen und der Polizei. Das Verkehrszeichenkataster wurde nach Angaben des Ministeriums als Open-Source-Lösung konzipiert und soll schrittweise weiter ausgebaut werden, unter anderem durch zusätzliche Schnittstellen sowie Funktionen zur besseren Datenpflege.

Als Teil der landesweiten Mobilitätsdateninfrastruktur werden die im Verkehrszeichenkataster geführten Daten über MobiData BW und die Mobilithek als offene Daten bereitgestellt. Damit stehen sie nicht nur für Verwaltungsaufgaben, sondern auch für Planung, Forschung und datenbasierte Mobilitätsanwendungen zur Verfügung.





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