IT-PlanungsratEin Designsystem für Bund und Länder

[02.07.2026] Der IT-Planungsrat nimmt den offenen Standard KERN UX in sein Portfolio auf. Das von Hamburg und Schleswig-Holstein initiierte Projekt soll digitale Verwaltungsdienste nutzerfreundlicher, konsistenter und – zusammen mit der Digitalen Dachmarke – wiedererkennbarer machen.
Aus Code-Bausteinen neue Anwendungen zusammensetzen.

Um einen digital zugänglichen Staat zu schaffen, müssen Umsetzende befähigt werden, gute digitale Lösungen zu entwickeln.

(Bildquelle: vegefox.com/stock.adobe.com)

Der offene Standard KERN UX für die digitale Nutzererfahrung – kurz: UX für User Experience – wird zum 1. Januar 2027 in das Produktportfolio des IT-Planungsrats übernommen. Das hat das Gremium in seiner 50. Sitzung (wir berichteten) beschlossen. Damit ist die dauerhafte Finanzierung des Kooperationsprojekts gesichert – künftig wird KERN UX von Bund und Ländern gemeinsam getragen. Dies berichten die Projektinitiatoren, Hamburg und Schleswig-Holstein, in einer gemeinsamen Pressemeldung.

Bundesweite Standards funktionieren

Hamburg und Schleswig-Holstein hatten KERN UX vor rund drei Jahren gemeinsam angestoßen (wir berichteten). Aus der Initiative sei inzwischen ein einsatzreifes Designsystem für digitale Verwaltungsangebote entstanden. Es soll Behörden und IT-Dienstleister dabei unterstützen, Online-Dienste, Serviceportale und Fachanwendungen nutzendenzentriert, barrierefrei und über föderale Ebenen hinweg einheitlicher umzusetzen. Der Standard stellt wiederverwendbare Komponenten, Gestaltungsvorgaben und technische Grundlagen bereit. Die Implementierungen reichen von HTML und CSS bis zu Adaptern für Frameworks wie Angular oder Vue.

Entwickelt wird KERN UX nach Open-Source-Prinzipien und mit einer bundesweiten Fachcommunity aus Design, Entwicklung, Verwaltung und kommunaler IT. Hinzu kommt eine Governance für Zusammenarbeit, Dokumentation und Code.

Eine Marke für den Staat

Eine wichtige Rolle spielt auch die Digitale Dachmarke (wir berichteten). In Verbindung mit KERN UX soll sie staatliche Online-Angebote besser erkennbar machen, Designbrüche reduzieren und das Vertrauen in digitale Verwaltungsleistungen stärken. „Mit KERN UX und der Digitalen Dachmarke haben wir gemeinsam die Grundlage für eine bessere Wiedererkennbarkeit staatlicher Angebote im Netz gelegt. Bürgerinnen und Bürger können sich einfacher vor Falschinformationen und unseriösen Angeboten schützen“, sagte der Chef der Hamburger Senatskanzlei, Jan Pörksen. Für die Digitalisierung der Verwaltung sei dies ein wichtiger Schritt, der Vertrauen stifte und die Nutzung staatlicher Angebote erleichtere. Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter bezeichnete die Übernahme in das Produktportfolio des IT-Planungsrats als Meilenstein für die digitale Verwaltung. „KERN UX ist der Beweis, dass föderale Zusammenarbeit und bundesweite Standards funktionieren“, erklärte Schrödter.





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