EU AI ActStellungnahme von Aristech

Seit Anfang August müssen Unternehmen Nutzer darüber informieren, wenn sie mit einem KI-System wie etwa Voice Bots interagieren.
(Bildquelle: 123rf/dmitrydemidovich)
Seit Anfang August müssen Unternehmen Nutzer darüber informieren, wenn sie mit einem KI-System interagieren. Wie das Heidelberger Voice-AI-Unternehmen Aristech berichtet, ist die Kennzeichnung aus Sicht von Geschäftsführerin Carolin Edler-Mende zwar sinnvoll, löst aber zentrale Fragen beim Einsatz generativer KI nicht.
Für Voice AI sei die Vorgabe insbesondere deshalb nachvollziehbar, weil Nutzer erkennen sollten, ob ihnen ein Mensch oder eine Maschine antwortet. Ein Voicebot könne sich mit einem einfachen Satz als KI ausweisen. Schwieriger werde es danach: Wie zuverlässig muss ein System arbeiten? Wann muss ein Mensch eingreifen? Und wer trägt die Verantwortung, wenn eine Antwort falsch, unpassend oder schädlich ist?
Edler-Mende verweist dabei auf eine technische Grenze generativer KI. Moderne Sprachmodelle arbeiten nicht vollständig deterministisch. Unternehmen können Systeme sorgfältig entwickeln, testen und absichern. Sie können jedoch nicht jede denkbare Gesprächssituation vorwegnehmen und jeden einzelnen erzeugten Inhalt garantieren.
Daraus entsteht nach Einschätzung der Aristech-Geschäftsführerin ein Spannungsfeld zwischen Verantwortung und technischer Machbarkeit. Unternehmen sollen für den Einsatz von KI Verantwortung übernehmen. Zugleich werde häufig eine vollständige Absicherung erwartet, die generative KI nicht leisten könne.
In der Praxis könne dies dazu führen, dass Verantwortlichkeiten zwischen Unternehmen und Technologieanbietern hin- und hergeschoben werden. Das einsetzende Unternehmen wolle sich gegenüber dem Anbieter absichern, während dieser keine Garantie für jeden möglichen Output geben könne. Letztlich müsse das Management entscheiden, welches verbleibende Risiko es akzeptiert. Sind Zuständigkeiten nicht eindeutig geregelt, könnten Projekte dadurch eingeschränkt, verzögert oder gar nicht umgesetzt werden.
Edler-Mende warnt zugleich davor, jede verbleibende Unsicherheit zum Ausschlusskriterium zu machen. Ein Verzicht auf KI sei nicht automatisch die sicherere Entscheidung. Verantwortlicher Einsatz bedeute vielmehr, den jeweiligen Anwendungsfall klar zu begrenzen, Systeme sorgfältig zu testen, Eskalationswege festzulegen und Zuständigkeiten eindeutig zu verteilen.
Technische Maßnahmen allein reichen ihrer Einschätzung nach jedoch nicht aus. Das verbleibende Risiko generativer KI lasse sich nicht vollständig technisch beseitigen. Deshalb müssten auch die Menschen, die mit KI-Systemen arbeiten oder deren Ergebnisse nutzen, deren Fähigkeiten und Grenzen einschätzen können. Dafür sei mehr AI Literacy nötig.
Die Transparenzpflicht des EU AI Acts sei damit ein sinnvoller Ausgangspunkt, löse aber nicht die grundlegende Frage nach dem Umgang mit einer leistungsfähigen, zugleich nicht vollständig vorhersehbaren Technologie. Eine vollständige Vorhersehbarkeit könne bei generativer KI nicht vorausgesetzt werden, ohne auch sinnvolle Anwendungen auszuschließen.
eGovernment-Wettbewerb: NRW.Genius auf Rang zwei
[25.09.2026] Der KI-Assistent NRW.Genius wurde beim eGovernment-Wettbewerb 2026 ausgezeichnet. Die Lösung soll künftig von einem generativen KI-Assistenten zu einem KI-Baukasten für die Verwaltungs-IT werden. mehr...
Bundesagentur für Arbeit: Klara beantwortet Fragen
[25.09.2026] Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei der Automatisierung ihres Kundenservice auf eine KI-Lösung von Aristech. Der Voicebot Klara soll die Service-Center entlasten und die Erreichbarkeit verbessern. Perspektivisch ist auch die automatisierte Bearbeitung von E-Mails vorgesehen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Investitionsoffensive für KI-Robotik
[21.09.2026] Nordrhein-Westfalen will eine landesweite Forschungs- und Transferinfrastruktur für KI-basierte Robotik aufbauen. Für das Projekt KIRO.NRW sollen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. mehr...
BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen
[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...
Capgemini-Studie: Lücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung
[21.09.2026] Öffentliche Organisationen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch nur 28 Prozent schaffen es, KI-Projekte erfolgreich vom Piloten in den Regelbetrieb zu überführen. Eine neue Capgemini-Studie zeigt: Entscheidend für den Erfolg sind weniger die KI-Modelle als Datenqualität, Governance und organisatorische Reife. mehr...
Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt
[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...
Freistaat Bayern: KI-Gipfel zu Sicherheit und Regulierung
[16.09.2026] Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring will führende Unternehmen der KI-Branche zu einem Gipfeltreffen nach München einladen. Thema sollen die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme und mögliche internationale Regeln für deren Einsatz sein. mehr...
AISI Deutschland: Wohin zieht das KI-Sicherheitsinstitut?
[07.09.2026] Der Startschuss für das KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland ist gefallen. Zum Auftakt stützt sich AISI Deutschland auf BSI und Bundesnetzagentur. Wie und wo das tatsächliche Institut später ausgebaut wird, ist offen. Bayern und das Saarland werben bereits für München und Saarbrücken. mehr...
BMI/BMDS: AISI Deutschland gegründet
[02.09.2026] BMDS und BMI richten ein gemeinsames KI-Sicherheitsinstitut ein. Zunächst sollen BSI und Bundesnetzagentur fortschrittliche KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken untersuchen, später soll das Institut ausgebaut und international vernetzt werden. mehr...
Hessen: Leitplanken für den KI-Einsatz
[02.09.2026] KI soll in Hessens Landesverwaltung Arbeit abnehmen, Entscheidungen aber nicht übernehmen. Die neue KI-Strategie beschreibt, wie das Land Beschäftigte schulen, Werkzeuge bereitstellen und Zuständigkeiten regeln will. Die technische Basis soll eine Multi-Cloud-Strategie liefern. mehr...
Bundesrat: KI-Nutzung bei Bauleitplänen
[01.09.2026] Die Bauleitplanung bereitet die bauliche Nutzung von Grundstücken einer Gemeinde vor – eine komplexe Aufgabe, die unterschiedlichste Aspekte berücksichtigen muss. KI könnte wesentlich unterstützen, meint der Bundesrat, der deshalb fordert, KI auch bei der Begründung und dem Umweltbericht von Bauleitplänen einsetzen zu können. Die Bundesregierung lehnte dies ab. mehr...
BMDS: Abschlussbericht zum Agentic AI Hub
[25.08.2026] Der Agentic AI Hub hat in 19 Kommunen den Einsatz agentischer KI in 20 Pilotprojekten erprobt. Der Abschlussbericht zeigt deutliche Zeitersparnisse und soll nun den Weg für die Skalierung erfolgreicher Anwendungen ebnen. mehr...
KI-Gesetz: Neue Rolle für Bundesnetzagentur
[07.08.2026] Seit Ende Juli koordiniert die Bundesnetzagentur die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland. Sie überwacht unter anderem bestimmte Anwendungen im Personalmanagement, in Kritischen Infrastrukturen sowie im Bildungswesen und nimmt zudem Beschwerden entgegen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI-Chatbot für die Finanzverwaltung
[05.08.2026] Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung erprobt mit FinAssist.NRW eine selbst entwickelte KI-Lösung im Ministerium und in drei Finanzämtern. Die Anwendung läuft im eigenen Rechenzentrum und kann deshalb auch für sensible interne und steuerliche Daten eingesetzt werden. mehr...













