Innovatives ManagementMachen statt meckern

[20.05.2025] Beim Kongress Innovatives Management (IMA) in Bonn wurde der Frage nachgegangen, wie die Verwaltung das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückgewinnen kann. Im Zentrum standen dabei die Themen Digitalisierung, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Innovatives Management: Podiumsdiskussion im Plenarsaal des ehemaligen Bundestags in Bonn.

(Bildquelle: MACH AG)

Der Staat wirkt auf viele Menschen überfordert. Laut der Bürgerbefragung 2024 des dbb beamtenbund und tarifunion teilen 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger diese Einschätzung. Der Kongress Innovatives Management (IMA) suchte am 13. Mai 2025 in Bonn nach Lösungen. In ihrer Begrüßungsrede vor den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Plenum des ehemaligen Bundestags sagte Bonns Bürgermeisterin Gabi Mayer: „Die Stadtgesellschaft, die Verwaltung, die Wirtschaft und die Bürgerschaft müssen eng zusammenarbeiten, um Vertrauen wiederherzustellen.“

Chancen durch den Wandel

Christine Serrette vom Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) beschreibt die Digitalisierung als „Sturm, der vieles verändert“. Dieser Wandel bringe Risiken mit sich, biete aber auch neue Chancen. „Dieser Sturm kann vieles zerstören, er bringt aber auch frische Energie“, sagte Serrette. Da die Digitalisierung im Kopf beginne, müsse mehr in Fortbildung investiert und ein Changemanagement aufgebaut werden. „Alle müssen sich bewegen, egal welchen Alters“, so Serrette. Sie plädierte dafür, den Fokus stärker auf die Umsetzung zu legen: „Jetzt müssen wir unsere Energie statt ins Meckern ins Machen stecken.“ Die technische Vizedirektorin des ITZBund nannte konkrete Projekte wie das KIPITZ-Portal für Künstliche Intelligenz in der Verwaltung, den Bundesclient oder das neue Gesetz zur digitalen Pflegeunterstützung.

Der Bonner Philosoph Markus Gabriel forderte in seinem Vortrag eine „wertebasierte Gesellschaft und Verwaltung“. Öffentliche Institutionen müssten seiner Meinung nach nicht nur technisch, sondern auch ethisch innovativ sein. Er sprach von „moralischer Innovation“, die alle gesellschaftlichen Bereiche wie Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft miteinander verbinden solle. Gabriel sagte: „Die öffentliche Verwaltung ist der objektive Geist des Gemeinwesens.“ (wir berichteten)

Bedeutung digitaler Beteiligung

In einer Podiumsdiskussion sprachen Experten aus Kommunen, Hochschulen, Stiftungen und der Wirtschaft über Hürden und Lösungen. Maral Koohestanian von der Stadt Wiesbaden betonte die Bedeutung digitaler Beteiligung: „Wir haben ein digitales Labor gegründet, an dem viele teilnehmen konnten.“ Dirk Maass vom IBB Business Team forderte mehr Mut zu Transparenz und Freiräumen. Auch Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung betonte: „Weniger Regulierung, mehr Schnelligkeit und kurze Entscheidungswege motivieren Menschen.“

Margit Reiberg von der Fachhochschule Dortmund betonte, dass digitale Verwaltungsprozesse benutzerfreundlich und nachvollziehbar sein müssten. Lars Esterhaus von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau betonte hingegen: „Es geht um mehr als Effizienz, nämlich um Empathie.“ Zum Abschluss der von MACH ausgerichteten Veranstaltung sagte Matthias Kohlhardt, Vorstand des auf Verwaltungssoftware spezialisierte Unternehmens: „Wir müssen Verwaltung effizient gestalten, damit Raum für das bleibt, was unsere Gesellschaft ausmacht: Empathie, Miteinander und Teilhabe.“





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