BitkomOpen Source Monitor 2021

[16.12.2021] Der Bitkom hat erneut deutsche Unternehmen und Organisationen zum Thema Open Source befragt. Erstmals enthält die Studie einen Sonderteil zur öffentlichen Verwaltung. Demnach sieht jede vierte Verwaltung Open Source kritisch, die Potenziale von Open-Source-Software (OSS) werden nicht ausgeschöpft.

Der Bitkom hat den Open Source Monitor 2021 publiziert. Schwerpunkt der Studie ist – wie in den Vorjahren – die Wirtschaft, doch erstmals wurden in der Studie auch Organisationen der öffentlichen Verwaltung befragt. Dabei habe sich verglichen mit der Wirtschaft eine deutlich größere Skepsis gezeigt, so der Bitkom. So gibt zwar ein Drittel (32 Prozent) der Befragten aus der Öffentlichen Verwaltung an, Open-Source-Software (OSS) offen gegenüberzustehen (Unternehmen: 67 Prozent), aber ein Viertel (23 Prozent) sieht den Einsatz kritisch oder lehnt ihn sogar ab (Unternehmen: 7 Prozent). Trotz des geringeren Interesses und der höheren Skepsis geben fast zwei Drittel der Verwaltungen an, dass sie OSS nutzen (64 Prozent), bei den Unternehmen sind es sieben Prozentpunkte mehr (71 Prozent). Auf einer strategischen Ebene hat die öffentliche Verwaltung sogar einen leichten Vorsprung vor der Wirtschaft. 30 Prozent verfügen über eine OSS-Strategie, während dies nur für ein Viertel der Unternehmen (25 Prozent) gilt. Der offene Quellcode von Open-Source-Software erlaubt es, die betreffende Software anzupassen. Von dieser Möglichkeit wird in der öffentlichen Verwaltung jedoch wenig Gebrauch gemacht. Weniger als zwei von zehn öffentlichen Organisationen (18 Prozent) nehmen bei der internen Nutzung der OSS Anpassungen vor, bei den Unternehmen waren es knapp vier von zehn (38 Prozent). Ein Fünftel der Verwaltungen nutzt OSS mit angepasstem Quellcode zur Entwicklung eigener Lösungen (19 Prozent). Auffallend ist, dass öffentliche Organisationen zwar seltener Anpassungen am Quellcode für intern genutzte OSS vornehmen als Unternehmen – wenn sie es aber tun, stellen Verwaltungen den von ihnen veränderten Quellcode deutlich häufiger der OSS-Community zur Verfügung als Wirtschaftsunternehmen. Jede fünfte Verwaltung teile veränderten Quellcode (22 Prozent), während dies nur bei neun Prozent der Unternehmen üblich sei. Abgefragt wurde in der Studie auch die Beteiligung an der (Weiter-)Entwicklung von OSS-Projekten. Hier ergab sich, dass weniger als die Hälfte der öffentlichen Organisationen (46 Prozent) an der Entwicklung oder Weiterentwicklung von OSS mitwirken. Bei den den Unternehmen beteiligt sich eine knappe Mehrheit an OSS-Projekten (55 Prozent). Für die Studie befragt wurden 100 Organisationen der öffentlichen Verwaltung in Deutschland ab 20 Beschäftigten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Open Government

Red Hat: Digitale Transformation benötigt mehr Flexibilität

[21.10.2026] EU-Vorgaben und Sicherheitsanforderungen ändern sich ähnlich schnell wie die einzelnen Service-Leistungen für Bürger. Die Kombination aus Open Source und lokalen Partnern verspricht dabei sowohl Handlungsfähigkeit als auch weiterhin konsistente Arbeitsweisen. Ein Gastbeitrag von Martin Hosken, Red Hat. mehr...

Open Source Wettbewerb: Gewinner auf der SCCON ausgezeichnet

[19.10.2026] Der Open Source Wettbewerb für Behörden und öffentliche Institutionen hat seine Gewinner gekürt. Auf der Smart Country Convention in Berlin wurden Projekte aus Bund, Ländern und Kommunen in vier Kategorien ausgezeichnet. Erstmals gab es einen Preis für den Einsatz Künstlicher Intelligenz. mehr...

Open Source: Bedeutung für öffentliche Verwaltungen steigt

[16.10.2026] Eine SUSE-Umfrage zeigt wachsende Zustimmung zu Open-Source-Software in Behörden. Auf der Smart Country Convention 2026 wurde Markus Richter aus dem Bundesdigitalministerium für sein Engagement mit einem Sonderpreis der Open Source Business Alliance ausgezeichnet. mehr...

BVA: KI erleichtert die Datennutzung

[12.10.2026] Beim Fachforum des Bundesverwaltungsamts zeigten Ingolstadt und der Deutsche Wetterdienst, wie sich offene Daten und KI ergänzen. Die Stadt automatisiert die Beschreibung ihrer Datensätze, der Wetterdienst nutzt offene Daten für einen sprachbasierten KI-Assistenten. mehr...

bericht

Berlin: Open Source als Beschaffungsprinzip

[01.10.2026] Berlin will mit einer umfassenden Open-Source-Strategie seine digitale Souveränität stärken. Open Source soll dabei zum priorisierten Beschaffungsprinzip werden. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte das Land Berlin mit dem Projekt den dritten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...

BlueMind: Präsenz in Deutschland wird ausgebaut

[22.09.2026] BlueMind will seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt deutlich verstärken. Mit seiner Open-Source-Lösung für E-Mail und Collaboration positioniert sich das Unternehmen als europäische Alternative zu Microsoft Exchange. mehr...

bericht

35 Jahre Linux: Der Aufstieg von Open Source

[22.09.2026] Vor 35 Jahren erschien die erste Version von Linux. Was als Projekt eines finnischen Studenten begann, ist heute Teil der digitalen Basisinfrastruktur. Für den Public Sector bekommt offene Software inzwischen eine zusätzliche Bedeutung – als Instrument für digitale Souveränität, Resilienz und größere Wahlfreiheit. mehr...

Schleswig-Holstein: Staatskanzlei stellt auf Linux um

[22.09.2026] Mehr als 200 Beschäftigte der Kieler Staatskanzlei arbeiten inzwischen mit Linux. Schleswig-Holstein treibt damit den Aufbau eines digital souveränen IT-Arbeitsplatzes weiter voran. Als Nächstes sollen weitere Ministerien und Landesbehörden folgen. mehr...

Rote Bildfläche mit erhaben dargestellten Zufallszahlen

IT-Planungsrat: Datenqualität im Fokus

[04.08.2026] Der Stellenwert qualitativ hochwertiger Verwaltungsdaten wird zwar anerkannt – systematisch gesichert wird ihre Qualität aber nur selten. Eine Umfrage des IT-Planungsrats zeigt Defizite bei Zuständigkeiten, Standards und automatisierten Prüfungen. mehr...

Hand und Oberkörper einer jungen Frau, die ein Tablet und eine einmontierte schwebende Deutschlandkarte mit vernetzten Punkten hält.

BMDS: Online-Konsultation zu Open Data gestartet

[31.07.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung entwickelt den strategischen Rahmen für Open Data weiter. Eine neue Online-Konsultation soll bis September 2026 Vorschläge für bessere Datenbereitstellung, Nutzung und Vernetzung sammeln. mehr...

Lutz Goebel

NKR: Gutachten zum Datenrecht

[22.07.2026] Für den Zugang zu Daten und ihre Nutzung besteht inzwischen eine hochkomplexe Regelungslandschaft, in der sich selbst Fachleute kaum noch sicher bewegen können. Das belastet Unternehmen wie Verwaltungen. Der NKR empfiehlt systematische Überprüfungen und ein modulares Datengesetzbuch. mehr...

Hand und Oberkörper einer jungen Frau, die ein Tablet und eine einmontierte schwebende Deutschlandkarte mit vernetzten Punkten hält.

IT-PLR: Erste Schritte in Richtung föderales Datenmanagement

[10.07.2026] Eine effiziente Verwaltung braucht Daten – Daten, die nicht nur vorliegen, sondern die auch erschlossen und nutzbar sind. Im Schwerpunktthema Datennutzung des IT-Planungsrates werden dazu notwendige Rahmenbedingungen erarbeitet. Nun liegen erste Erkenntnisse für eine föderal vernetzte Datenlandkarte vor. mehr...

Rote Bildfläche mit erhaben dargestellten Zufallszahlen

Nordrhein-Westfalen: Portal Open.NRW wächst stetig

[10.06.2026] Innovative Apps, strategische Analysen oder neue Geschäftsideen: In Open Data steckt viel Potenzial. Dieses muss allerdings auch erschließbar sein – etwa durch Portale wie Open.NRW, wo inzwischen über 12.000 Metadaten und 100 High-Value-Datensätze zu finden sind. mehr...

Dirk Schrödter, offizielles Porträt vor weißem Hintergrund

Schleswig-Holstein: Datenhaus für bessere Entscheidungen

[01.06.2026] Mit dem Datenhaus Schleswig-Holstein stellt das Land zentrale Dateninfrastrukturen verwaltungsweit bereit. Eine neue Software soll Analyse und Visualisierung erleichtern, den Einführungsaufwand senken und ressort- sowie ebenenübergreifende Zusammenarbeit stärken. mehr...

Saarland: Aufbau von zentralem Open-Data-Portal

[20.05.2026] Das Saarland baut ein zentrales Open-Data-Portal für Verwaltungsdaten auf. Die Plattform soll Daten aus Land und Kommunen bündeln und damit Verwaltung, Forschung und Wirtschaft neue Möglichkeiten eröffnen. mehr...