NKRGutachten zum Datenrecht

„Wer Daten nutzen will, braucht einen Rechtsrahmen, der verständlich, praktikabel und verlässlich ist“, betont der NKR-Vorsitzende Lutz Goebel.
(Bildquelle: NKR)
Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) hat ein Gutachten zum Datenrecht – also dem Rechtsrahmen für maschinenlesbar codierte Informationen – in Deutschland vorgelegt. Demnach sieht der NKR grundlegende Bündelungs- und Vereinfachungsmöglichkeiten, insbesondere bei Vorgaben für den Datenschutz und die Datenwirtschaft. Das Gutachten empfiehlt, datenrechtliche Vorgaben stärker zu bündeln, Bürokratie abzubauen und den Vollzug deutlich praxistauglicher zu gestalten. Dabei gelte es, den Zugang zu und die Nutzung von Daten zu erleichtern, ohne hohe Datenschutzstandards infrage zu stellen.
Unklarheiten als Innovationshemmnis
Hintergrund für die Erstellung des Gutachtens ist laut NKR die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Komplexität des Datenrechts. Der NKR sieht darin zunehmend ein Innovations- und Wettbewerbshemmnis. „Die Probleme entstehen häufig nicht durch einzelne große Gesetze, sondern durch die Summe vieler kleiner Pflichten, Nachweise und paralleler Verfahren. Gerade kleine Unternehmen, Start-ups oder Vereine stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Gleichzeitig bindet die Komplexität enorme Ressourcen in der Verwaltung“, erläutert NKR-Mitglied Malte Spitz. Damit Deutschland hier aufholen kann, müssten die bestehenden Reibungsverluste im System endlich ernsthaft angegangen werden – und zwar nicht nur für neue Gesetze, sondern vor allem beim bestehenden Recht.
Das Gutachten empfiehlt deshalb, die bislang zersplitterten datenrechtlichen Regelungen langfristig in einem modular aufgebauten Datengesetzbuch zusammenzuführen; es konzentriert sich auf die Spielräume, die die europäischen Vorgaben Deutschland lassen. Ergänzend fordert der NKR eine systematische Überprüfung des bestehenden Rechts auf übermäßige Bürokratie, redundante Pflichten und widersprüchliche Vorgaben.
Komplexe Anforderungen – hohes Vereinfachungspotenzial
Begleitend zur rechtswissenschaftlichen Analyse des Gutachtens, die durch Professor Moritz Hennemann von der Universität Freiburg, Professor David Roth-Isigkeit von der Universität Speyer und Professorin Christiane Wendehorst von der Universität Wien erarbeitet wurde, hat das Zentrum für Legistik beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) Interviews mit Unternehmen und öffentlichen Stellen durchgeführt, um konkrete Praxisprobleme sichtbar zu machen. Dabei zeigte sich unter anderem, dass identische Informationen teilweise mehrfach an unterschiedliche Behörden gemeldet werden müssen und kleine Unternehmen häufig an der Komplexität der Vorgaben scheitern. Gleichzeitig wurden erhebliche Vereinfachungspotenziale identifiziert – etwa durch Standardisierung, digitale Verfahren und die stärkere Nachnutzung bereits vorhandener Daten.
IT-PLR: Erste Schritte in Richtung föderales Datenmanagement
[10.07.2026] Eine effiziente Verwaltung braucht Daten – Daten, die nicht nur vorliegen, sondern die auch erschlossen und nutzbar sind. Im Schwerpunktthema Datennutzung des IT-Planungsrates werden dazu notwendige Rahmenbedingungen erarbeitet. Nun liegen erste Erkenntnisse für eine föderal vernetzte Datenlandkarte vor. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Portal Open.NRW wächst stetig
[10.06.2026] Innovative Apps, strategische Analysen oder neue Geschäftsideen: In Open Data steckt viel Potenzial. Dieses muss allerdings auch erschließbar sein – etwa durch Portale wie Open.NRW, wo inzwischen über 12.000 Metadaten und 100 High-Value-Datensätze zu finden sind. mehr...
Schleswig-Holstein: Datenhaus für bessere Entscheidungen
[01.06.2026] Mit dem Datenhaus Schleswig-Holstein stellt das Land zentrale Dateninfrastrukturen verwaltungsweit bereit. Eine neue Software soll Analyse und Visualisierung erleichtern, den Einführungsaufwand senken und ressort- sowie ebenenübergreifende Zusammenarbeit stärken. mehr...
Saarland: Aufbau von zentralem Open-Data-Portal
[20.05.2026] Das Saarland baut ein zentrales Open-Data-Portal für Verwaltungsdaten auf. Die Plattform soll Daten aus Land und Kommunen bündeln und damit Verwaltung, Forschung und Wirtschaft neue Möglichkeiten eröffnen. mehr...
Schleswig-Holstein: Sozial- und Gesundheitsdaten auf einen Blick
[24.02.2026] Schleswig-Holstein macht Daten und Kennzahlen aus den Bereichen Soziales und Gesundheit für das ganze Land in hoher Detailtiefe zentral verfügbar. Das neue Angebot richtet sich nicht nur an Politik und Verwaltung, sondern explizit auch an die Öffentlichkeit und Multiplikatoren wie die Presse. mehr...
BVA: Open Data im Aufschwung
[23.02.2026] Deutschland zählt im aktuellen Open Data Ranking 2025 der EU erneut zu den sogenannten Fast Trackern in Europa. In zwei von vier Bewertungsdimensionen konnten deutliche Fortschritte erzielt werden. Das Bundesverwaltungsamt ordnet die Entwicklung ein und zeigt, welche Schritte nun anstehen. mehr...
Schleswig-Holstein: Programm für Open Source kommt an
[09.01.2026] Schleswig-Holstein hat ein positives Zwischenfazit seines Landesprogramms Offene Innovation gezogen: 31 Open-Source-Projekte haben insgesamt rund sechs Millionen Euro erhalten. Die dritte Runde soll noch im Januar starten. mehr...
Onlinedienste: ZSK goes Open Data
[08.01.2026] Die Zentrale Statistik-Komponente – die Plattform für die Erfassung der Nutzungshäufigkeit von Onlinediensten – öffnet sich der interessierten Öffentlichkeit: Ab sofort können die Daten ohne vorangehende Registrierung eingesehen werden. Der IT-Planungsrat bittet um Bereitstellung weiterer Nutzungsdaten. mehr...
Data Governance Act: Öffentliche Daten für Innovation freigeben
[07.01.2026] Das Bundeskabinett hat das Durchführungsgesetz zum Daten Governance Rechtsakt (DGG) beschlossen. Damit wird die EU-Verordnung über europäische Daten-Governance, der Data Governance Act, umgesetzt. Das Statistische Bundesamt soll künftig öffentliche Stellen beraten. mehr...
Open Data: Mit Transparenz gegen Korruption
[10.12.2025] Zum UN-Tag gegen Korruption betont das BVA, dass offene Verwaltungsdaten Korruptionsrisiken verringern und Vertrauen stärken können. Transparente Haushalts- und Vergabedaten sollen nachvollziehbare Entscheidungen ermöglichen und Prävention unterstützen. mehr...
Schleswig-Holstein: Land finanziert 17 Open-Source-Projekte
[17.10.2025] Im Rahmen des Landesprogramms Offene Innovation fördert Schleswig-Holstein 17 Open-Source-Projekte, die konkrete Herausforderungen in öffentlichen Institutionen, Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen adressieren. mehr...
Bayern: Open-Data-Vorreiterrolle ausgebaut
[10.10.2025] Zwei Jahre nach dem Start des Open-Data-Portals open.bydata zieht Bayerns Digitalminister Fabian Mehring eine positive Bilanz. Mit dem Angebot sei es dem Freistaat gelungen, seine Vorreiterrolle bei der Bereitstellung offener Daten weiter auszubauen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Gut abgeschnitten im Open Data Ranking
[17.07.2025] Um den Umsetzungsstand bei Open Data differenzierter als nur mit dem Zählen der verfügbaren Datensätze zu erfassen, hat die Open Knowledge Foundation den Stand von Open Data in Bund und Ländern erhoben. Dabei belegt Nordrhein-Westfalen Rang drei nach Berlin und Hamburg. mehr...
Rheinland-Pfalz: Open-Data-Gesetz in den Startlöchern
[30.05.2025] Mit dem Start des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens wurde ein erster Meilenstein für das neue Open-Data-Gesetz des Landes Rheinland-Pfalz erreicht. mehr...













