Bitkom„Monitor Staatsmodernisierung“ gestartet

Der interaktive Monitor Staatsmodernisierung misst den Umsetzungsstand von 222 zentralen Vorhaben aus den Modernisierungsagenden.
(Bildquelle: Bitkom)
Bei der Modernisierung von Staat und Verwaltung gibt der Bund das Tempo vor – die Länder müssen noch aufholen. Dies geht aus dem neuen Monitor Staatsmodernisierung des Bitkom hervor. Darin wird – künftig im Halbjahresrhythmus – der Umsetzungsstand aller 222 digitalpolitisch relevanten Vorhaben überprüft, die in den beiden Modernisierungsagenden vorgesehen sind. In seiner Bestandsaufnahme differenziert der Bitkom nach drei Phasen: nicht begonnen, begonnen oder abgeschlossen. Das aktuelle Ergebnis: 69 Prozent der Vorhaben sind angeschoben, abgeschlossen ist mit neun Prozent allerdings erst ein keiner Teil, bei einem Fünftel (22 Prozent) ist noch nichts passiert.
Der Bund ist schneller als die Länder
Die 82 Vorhaben aus der Modernisierungsagenda für Staat und Verwaltung, also der Agenda für den Bund, sind laut Bitkom zu 74 Prozent angeschoben und zu zwölf Prozent umgesetzt, bei zwölf Prozent ist noch nichts passiert. Bei der Modernisierungsagenda Föderal geht es aktuell langsamer voran. 66 Prozent der 140 Vorhaben wurden angeschoben, nur sieben Prozent sind umgesetzt – und bei mehr als einem Viertel (27 Prozent) ist noch nichts passiert. „Die Bundesregierung hat das Thema Modernisierung des Staates ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt und die Zahlen zeigen, dass sie auch abliefert“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Damit sei der Bund der Tempogeber – die Länder müssten jetzt mitziehen.
Fortschritte im Bereich Governance
Für die Auswertung hat der Bitkom die Maßnahmen zehn Themen zugeordnet, von Bürokratieabbau über Vergabe und Beschaffung bis hin zum Deutschland-Stack. Am weitesten fortgeschritten sind 24 Vorhaben rund um staatliche Strukturen und Governance, etwa die Einführung des IT-Zustimmungsvorbehalts für das Digitalministerium oder die Modernisierung des Dienstrechts: 17 Prozent der Maßnahmen in diesem Themenfeld sind umgesetzt, 58 Prozent angestoßen. Ebenfalls 17 Prozent der 30 Maßnahmen zu Innovation, Förderung und Arbeit sind umgesetzt, weitere 63 Prozent sind begonnen. Hier sticht zum Beispiel die Einführung von Experimentierklauseln positiv hervor.
Deutschland-Stack vollständig in der Umsetzung
Im Themenfeld KI und Daten wurden 14 Prozent der 24 Vorhaben bereits abgeschlossen, 43 Prozent sind angelaufen, zum Beispiel durch die Einführung eines KI-Marktplatzes für die Verwaltung (wir berichteten). Die meisten Maßnahmen gibt es mit 53 rund um den Bürokratieabbau, abgeschlossen sind davon aber erst acht Prozent, drei Viertel (77 Prozent) sind zumindest in Arbeit. Beim Deutschland-Stack, der die technische Basis für souveräne und interoperable Lösungen bilden soll, kommt die Bundesregierung ebenfalls voran. Der Deutschland-Stack ist vollständig in der Umsetzung, alle sieben Vorhaben wurden begonnen. Abgeschlossen ist aber noch keines.
Große Reformen müssen folgen
Entscheidend werden aus Bitkom-Sicht nun einige große Reformen, die besonders breit wirken können. Dazu gehört zum Beispiel die Reform des Verwaltungsverfahrensgesetzes, das Verfahren beschleunigen und den Einsatz von KI in der Verwaltung rechtssicher machen soll. Eine Reform des Grundgesetz-Artikels 91c, der eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an IT-Projekten in Ländern und Kommunen ermöglichen würde, sollte ebenfalls vorangetrieben werden. Besondere Bedeutung misst der Digitalverband zudem der Registermodernisierung zu – der Grundlage für das Once-Only-Prinzip und damit vollständig digitale Verwaltungsleistungen.
Bayern: Prototypen für Verwaltungssoftware
[30.10.2026] Das bayerische Digitalministerium bringt in der Digitalschmiede Studierende und Digitalfachleute mit Verwaltungsbeschäftigten zusammen. Gemeinsam entwickeln sie digitale Anwendungen für Behörden. Nun wurden vier Prototypen vorgestellt, darunter ein KI-Prozesslotse. mehr...
valantic: KI analysiert Digitalstrategien von Behörden
[27.10.2026] Das Beratungs- und IT-Unternehmen valantic hat mit govena.digital eine KI-gestützte Plattform für die Planung von Digitalvorhaben vorgestellt. Sie soll Behörden helfen, Unterlagen auszuwerten, offene Entscheidungen zu erkennen und Berichte und Entscheidungsvorlagen zu erstellen. mehr...
Kupfer-Glas-Migration: Allianz fordert klaren Fahrplan
[23.10.2026] Die neue Allianz DNA Europe will den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Digital Networks Act mitgestalten. Sie fordert einen verbindlichen Fahrplan für den Wechsel von Kupfer zu Glasfaser, faire Wettbewerbsbedingungen und wirksame Instrumente für nationale Regulierungsbehörden. mehr...
Thüringen: Digitale Verwaltungsangebote zu unbekannt
[05.10.2026] Der eGovernment MONITOR 2026 zeigt, dass digitale Verwaltungsangebote bei ihren Nutzern gut ankommen, aber oft schwer zu finden sind. Thüringen will den Zugang erleichtern, Medienbrüche abbauen und Leistungen über die ThüringenApp mobil verfügbar machen. mehr...
eGovernment MONITOR: Digitale Verwaltung überzeugt bei der Nutzung
[01.10.2026] Wer digitale Verwaltungsangebote nutzt, ist mit ihnen überwiegend zufrieden. Laut eGovernment MONITOR 2026 bewerten 81 Prozent der Menschen ihr zuletzt ganz oder teilweise digital erledigtes Behördenanliegen positiv. Gleichzeitig sehen nur 15 Prozent ihre Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung erfüllt. mehr...
Bundeserprobungsgesetz: Freiräume für neue Verfahren
[30.09.2026] Der Bundesrat hat den Weg für das Bundeserprobungsgesetz freigemacht. Bund, Länder und Kommunen dürfen damit in Reallaboren neue Verwaltungsverfahren testen und zeitlich begrenzt von bestimmten Bundesvorschriften abweichen. Erfolgreiche Ansätze können bundesweit übernommen werden. mehr...
Berlin: Neues Finanzsystem im Einsatz
[03.09.2026] Berlin hat sein Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen auf die ERP-Software MACH meinERP umgestellt. Rund 11.700 Nutzerinnen und Nutzer in der Hauptverwaltung und allen zwölf Bezirken arbeiten mit dem System. Für den Betrieb wurden mehr als sieben Millionen Belege migriert. mehr...
European Public Administration Report: Ist eine teure Verwaltung auch gut?
[24.08.2026] Deutschland leistet sich eine der teureren öffentlichen Verwaltungen Europas. Mehr Wirkung folgt daraus aber nicht automatisch. Eine Studie aus Österreich zeigt, dass es gute Organisation, qualifiziertes Personal und digitale Werkzeuge sind, die den Unterschied machen. mehr...
Barrierefreiheit: BMDS lässt Avatar gebärden
[03.08.2026] Digitale Barrierefreiheit ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Verwaltung. Dazu gehören auch Angebote in Gebärdensprache, die Gehörlosen den Zugang zu komplexen Informationen erleichtern. Das BMDS setzt als erstes Bundesministerium auf Gebärdensprach-Avatare des Unternehmens alangu. mehr...
Brandenburg: KI-Komponente für Aufenthalt Digital
[30.06.2026] Der unter Regie des Landes Brandenburg entwickelte Online-Dienst „Aufenthalt Digital“ kann als Erfolgsgeschichte für den Nachnutzungsansatz des OZG gelten: Er wird bundesweit eingesetzt. Vor sechs Monaten wurde eine KI-Assistenz zur Dokumentenprüfung integriert – nun beginnt bereits der flächendeckende Roll-out. mehr...
Hessen: Rechenzentren bestehen BSI-Prüfung
[29.06.2026] Die Rechenzentren der HZD im Rhein-Main-Gebiet sind nach ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz zertifiziert. Das BSI bescheinigt damit sichere Betriebs- und Sicherheitsprozesse für die Rechenzentrumsinfrastruktur und angrenzende IT-Verbünde. mehr...
BMDS/IT-Planungsrat: Personelle Veränderungen
[07.05.2026] Nach dem Ausscheiden von Luise Hölscher übernimmt Markus Richter auch die Vertretung des Bundes im IT-Planungsrat. Damit geht zugleich der Vorsitz des Bund-Länder-Gremiums auf ihn über. mehr...
Hessen: Innovative Lösungen für krisenfeste Strukturen
[14.04.2026] In Darmstadt zeigt das LOEWE-Zentrum emergenCITY, wie Forschung zu digitaler Resilienz in Städten schneller in die Praxis gelangt. Entwickelt werden Lösungen, die digitale Systeme auch in Krisensituationen funktionsfähig halten und die Notfallkommunikation sichern. mehr...
FITKO/DigitalService: Die Einkommensprüfung als Modellfall
[09.04.2026] Die Einkommensprüfung ist für viele Verwaltungsleistungen relevant – und aufwändig. FITKO und DigitalService haben die Entwicklung einer nachnutzbaren automatisierten Lösung angestoßen. Gleichzeitig soll gezeigt werden, wie sich typische Querschnittsaufgaben im föderalen Vollzug effizienter organisieren lassen. mehr...













