BMI/BMDSAISI Deutschland gegründet

[02.09.2026] BMDS und BMI richten ein gemeinsames KI-Sicherheitsinstitut ein. Zunächst sollen BSI und Bundesnetzagentur fortschrittliche KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken untersuchen, später soll das Institut ausgebaut und international vernetzt werden.
Schriftzug "AISI" vor grün-helllila Farbverlauf

Das neu gegründete AISI soll dazu beitragen, die Risiken hoch leistungsfähiger KI-Modelle besser einzuschätzen.

(Bildquelle: BMDS)

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bundesinnenministerium (BMI) richten in Berlin das KI-Sicherheitsinstitut „AISI Deutschland“ ein. Damit setzen die Ressorts nach eigenen Angaben einen Beschluss des Nationalen Sicherheitsrats vom Juni 2026 um. Den zunächst virtuellen Kern des Instituts bilden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur. AISI Deutschland soll die Chancen und Risiken fortschrittlicher KI-Modelle untersuchen und die Widerstandsfähigkeit Deutschlands im Bereich Künstliche Intelligenz verbessern. „Wir müssen Risiken und Leistungsfähigkeit moderner KI-Systeme technisch fundiert und schnell bewerten können“, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Der Aufbau des Instituts soll schrittweise erfolgen.

Aufgaben auf zwei Behörden verteilt

In der ersten Phase teilen BSI und Bundesnetzagentur die Aufgaben untereinander auf. Das BSI übernimmt den Bereich der Cyber-Sicherheit, die Bundesnetzagentur den in der Mitteilung als „Safety“ bezeichneten Bereich. Weitere Akteure aus dem Sicherheitsbereich sollen einbezogen werden. Ein Schwerpunkt liegt zunächst auf der Analyse führender KI-Modelle, insbesondere ihrer Fähigkeiten und möglicher Risiken für die Cyber-Sicherheit. Die Ministerien verweisen in diesem Zusammenhang zudem auf mögliche Kontrollverluste bei besonders leistungsfähigen KI-Modellen. Solche Systeme könnten nach ihrer Einschätzung die digitale Lebenswelt sowie die Widerstandsfähigkeit von Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie bedrohen.

Beratung und Wissenstransfer vorgesehen

In einer zweiten Phase sollen das Aufgabenspektrum und die Kapazitäten von AISI Deutschland ausgebaut werden. Das Institut soll sicherheitsrelevante Erkenntnisse über Künstliche Intelligenz strukturiert an Bundesregierung, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft weitergeben. Zudem soll es die Bundesregierung bei grundlegenden Fragen zur technischen Bewertung von KI-Modellen, zu möglichen Entwicklungsszenarien und zum strategischen Handlungsbedarf beraten.

Zusammenarbeit mit internationalen Partnern

AISI Deutschland soll eng mit vergleichbaren Einrichtungen anderer Staaten und mit multilateralen Organisationen zusammenarbeiten. Nach Angaben der Ministerien tauschen sich die beteiligten Behörden bereits mit Partnerinstitutionen in Frankreich und im Vereinigten Königreich sowie mit dem KI-Amt der Europäischen Union aus. Außerdem soll sich das Institut am internationalen Netzwerk der KI-Sicherheitsinstitute beteiligen. Das Netzwerk dient dem Austausch sicherheitsrelevanter Erkenntnisse und der Abstimmung gemeinsamer Positionen. Gemeinsam mit den Partnerinstitutionen will AISI Deutschland zudem an einheitlichen Standards für den wirksamen und sicheren Umgang mit fortschrittlicher KI arbeiten.





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