RechenzentrumsstrategieRZ-Ausbau ist auf Kurs

Zentrales Ziel der Nationalen Rechenzentrumsstrategie ist ein deutlicher Ausbau der Infrastruktur.
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Die Bundesregierung sieht sich bei der Umsetzung ihrer Nationalen Rechenzentrumsstrategie auf Kurs. Die Strategie wurde am 18. März 2026 beschlossen und umfasst 28 Maßnahmen in den drei Handlungsfeldern Energie und Nachhaltigkeit, Standort und Fläche sowie Technologie und Souveränität. Nach Angaben des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) sind inzwischen 25 Maßnahmen gestartet. Vier davon gelten bereits als abgeschlossen, fünf weitere befinden sich im parlamentarischen Verfahren.
„Wir haben geliefert, was unser Land braucht: einen klaren Fahrplan für den Rechenzentrumsstandort Deutschland“, sagt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Die aktuellen Investitionsankündigungen der Branche wertet er als Bestätigung für den eingeschlagenen Kurs.
Mehr Rechenleistung für KI
Zentrales Ziel der Strategie ist ein deutlicher Ausbau der Infrastruktur. Bis 2030 sollen sich die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland mindestens verdoppeln. Die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen sollen mindestens auf das Vierfache steigen. Zu den bereits abgeschlossenen Maßnahmen gehört laut BMDS die Bereitstellung einer souveränen KI-Cloud für die Bundesverwaltung. Für europäische Leuchtturmprojekte im Bereich Cloud, KI und Dateninfrastruktur stehen zudem rund drei Milliarden Euro bereit. Weitere 30,7 Millionen Euro sollen bis 2030 in neue KI-Rechenkapazitäten für das Nationale Hochleistungsrechnen fließen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht den Ausbau der Rechenleistung als Voraussetzung für die weitere Digitalisierung. Deutschland sei bereits der wichtigste Rechenzentrumsstandort Europas. Andere Länder bauten ihre Kapazitäten allerdings schneller aus. Gerade für moderne KI- und Cloudanwendungen seien ausreichende eigene Rechenkapazitäten notwendig.
Standortkommunen sollen stärker profitieren
Auch bei den Rahmenbedingungen für den Betrieb und die Ansiedlung von Rechenzentren setzt die Strategie an. So werden Staatszuschüsse zur Senkung der EEG-Kosten fortgeführt, von denen auch Rechenzentren profitieren. Zudem hat die Bundesregierung einen neuen Zerlegungsmaßstab für die Gewerbesteuer auf den Weg gebracht. Dadurch sollen Gemeinden, in denen Rechenzentren angesiedelt sind, stärker am Gewerbesteueraufkommen beteiligt werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erwartet davon auch einen größeren Anreiz für Kommunen, neue Rechenzentren aufzunehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf großen KI-Infrastrukturen. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, eine AI Gigafactory nach Deutschland zu holen. Als Ankerkunde will der Bund deren Aufbau unterstützen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bezeichnet Rechenzentren als „Fabriken der digitalen Welt“ und sieht in einer solchen Gigafactory einen Baustein für mehr KI-Wertschöpfung in Deutschland.
Abhängigkeiten reduzieren
Mit dem Ausbau der Recheninfrastruktur verbindet die Bundesregierung neben wirtschafts- und technologiepolitischen Zielen auch eine größere digitale Souveränität. Eigene Kapazitäten für Cloud, KI und Hochleistungsrechnen sollen Abhängigkeiten reduzieren und die technologische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas stärken.
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