LSIBayern-CERT wird „Trusted Introducer“

[05.09.2022] Das am Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) betriebene Bayern-CERT gehört nun zum Netzwerk „Trusted Introducer“. Die Mitgliedschaft in dem europäischen Netzwerk erlaubt den Austausch mit anderen professionellen IT-Sicherheitsexperten über Cyber-Gefahren.

Als erstes CERT eines Bundeslandes ist das am bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) angesiedelte Bayern-CERT beim internationalen IT-Sicherheitsnetzwerk „Trusted Introducer“ akkreditiert worden. Das teilt das Finanzministerium des Freistaats mit. Damit könne das Computersicherheits-Team aus Bayern nun mit anderen IT-Sicherheitsexperten Informationen über Cyber-Gefahren und deren Bekämpfung austauschen.
LSI-Präsident Daniel Kleffel sagte, die Akkreditierung des seit über 15 Jahren bestehenden Bayern-CERT habe auch dazu beigetragen, eingeübte Prozesse neu zu durchdenken und noch besser zu modellieren. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker betonte, dass Bayern mit der Akkreditierung zeige, dass Bundesländer schlagkräftige IT-Sicherheitsstrukturen aufbauen und zur Stärkung der Cyber-Sicherheit in Deutschland beitragen könnten. Die kürzlich vorgestellte Cybersicherheitsstrategie des Bundes vernachlässige dieses Potenzial und müsse „stark nachgebessert“ werden, so Füracker.

Austausch stärkt die Cyber-Abwehr

Das Netzwerk „Trusted Introducer“ ist ein Zusammenschluss von IT-Sicherheitsexperten auf internationaler Ebene. Ziel sei eine engere und bessere Zusammenarbeit der Teams, die auf technisch höchstem Niveau mit ständigem Blick auf die Monitoringsysteme in den jeweiligen IT-Infrastrukturen Cyber-Angriffe abwehren.
Voraussetzung für eine Akkreditierung als „Trusted Introducer“ ist laut der Pressemeldung des bayerischen Finanzministeriums eine vorherige Mitgliedschaft mit dem Status „gelistet“. Die Dokumente des Anwärters werden dann von der Dachorganisation GEANT auditiert. Die erfolgreiche Akkreditierung bietet vollständigen Zugriff auf alle von den Mitgliedern untereinander veröffentlichten und klassifizierten Informationen. Durch den Informationsaustausch zu aktuellen Cyber-Bedrohungen sollen sowohl die Reaktionsfähigkeit als auch die allgemeine Sicherheitslage deutlich verbessert werden.

Unterstützung für Kommunen

Mit dem LSI hatte Bayern als erstes Bundesland eine eigenständige IT-Sicherheitsbehörde gegründet. Eine der Kernaufgaben sind der Schutz und die Gefahrenabwehr für staatliche IT-Systeme. Dabei arbeitet das LSI auch mit dem BSI zusammen. Als kompetente Institution berät und unterstützt das LSI Kommunen und öffentliche Betreiber kritischer Infrastrukturen, so das Finanzministerium. Bei regionalen IT-Sicherheitskonferenzen, Informationsveranstaltungen und individuellen Beratungsterminen sensibilisieren die IT-Sicherheitsexperten des LSI insbesondere Kommunen zu bestehenden Risiken der digitalen Welt bei der Ausübung ihrer Verwaltungstätigkeit. Die Zahl der LSI-Mitarbeiter soll von derzeit etwa 115 auf 200 erhöht werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

ATHENE-Studie: Lücken beim Sicherheitsmonitoring

[17.09.2026] Knapp neun von zehn aktiven IP-Adressen der Bundesverwaltung fehlen laut einer ATHENE-Studie im Monitoring des BSI. Die Forschenden fanden zudem zahlreiche veraltete und kritische Schwachstellen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe registriert

[10.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Sachsen: Gemeinsam gegen Cyber-Angriffe

[04.09.2026] Mit der Cyberabwehr Sachsen vernetzt der Freistaat Sicherheitsbehörden und Ministerien in einem ressortübergreifenden Verbund. Ein gemeinsames Cyber-Lagebild soll den Informationsaustausch verbessern. Zudem ist die Anbindung an das Nationale Cyber-Abwehrzentrum vorgesehen. mehr...

Person mit Lapttop auf Sofa, das Bild ist überlagert mit diversen Vorhängeschloss-Icons.

Berlin: Neue Erkenntnisse nach Cyber-Angriff

[01.09.2026] Ab dem 7. August gab es einen Cyber-Angriff auf das Berliner Datennetz. Zunächst hieß es, dass dabei nur Daten erbeutet wurden, die ohnehin öffentlich zugänglich sind. Nun räumte der Senat ein, dass es „weitere Datenabflüsse“ gegeben habe. Die Hacker versuchen, das Land Berlin damit zu erpressen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Mehr Informationssicherheit in der Verwaltung

[31.08.2026] Sachsen-Anhalts Landesbehörden können künftig über vier Rahmenverträge spezialisierte Unterstützung für ihre Informationssicherheit abrufen. Das Angebot umfasst strategische Beratung, Krisenvorsorge, Penetrationstests sowie Schulungen und Sensibilisierung. mehr...

Abbildung des gedruckten Datenschutzberichts

LfD Niedersachsen: Datenschutzbeschwerden auf Rekordniveau

[28.08.2026] Die Zahl der Datenschutzbeschwerden in Niedersachsen ist 2025 um 70 Prozent gestiegen und steigt auch 2026 weiter. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz hat dafür eine überraschende Erklärung: KI-Chatbots machen die Beschwerdemöglichkeiten bekannter und erstellen Musterschreiben. mehr...

Nahaufnahme weibliche Hände an einer Tastatur
bericht

Berlin: Cyber-Angriff auf das Landesnetz

[19.08.2026] [mit Update] Nach einem IT-Vorfall wurden zwei Berliner Senatsverwaltungen vom Landesnetz getrennt und waren zeitweise arbeitsunfähig. Davon waren auch wichtige Leistungen wie etwa Wohngeldauszahlungen betroffen. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Mitarbeiter in Warnweste bedient ein Tablet in einer industriellen Produktionsumgebun.

Materna Virtual Solution: Kooperation mit Wire

[14.08.2026] Materna Virtual Solution und Wire wollen ihre Lösungen für mobiles Arbeiten miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen die Container-App SecurePIM und die Kommunikationsplattform Wire. Die gemeinsame Lösung soll je nach Anforderung Sicherheitsniveaus bis Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch (VS-NfD) unterstützen. mehr...

Bundeskabinett am großen, ovalen Tagungstisch

BMDS: Bundesverwaltung stellt Cyber-Schutz neu auf

[23.07.2026] Mit dem neuen Programm CyberGovSecure will der Bund den Schutz seiner Verwaltung zentraler steuern und dringende Sicherheitsmaßnahmen schneller umsetzen. Strategische Vorgaben soll ein neuer Lenkungskreis unter Führung des Digitalministeriums festlegen. mehr...

Berlin: Engere Zusammenarbeit mit dem BSI

[14.07.2026] Berlin und das BSI wollen bei der Abwehr von Cyber-Angriffen enger zusammenarbeiten. Die Vereinbarung setzt einen Punkt der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland um. Ähnliche Kooperationen bestehen bereits mit mehreren Ländern. mehr...

Symbolbild

Sachsen-Anhalt: Cyber-Sicherheitsstrategie vorgestellt

[08.07.2026] Sachsen-Anhalt kommt der Umsetzung der NIS2-Richtlinie einen Schritt näher. Die neue Cyber-Sicherheitsstrategie beschreibt, wie das Land verbindliche Vorgaben für Netz- und Informationssicherheit umsetzen und seine digitale Widerstandsfähigkeit stärken will. mehr...

Der designierte BfDI Moritz Hennemann im Porträt vor Bücherregal mit Gesetzestexten.

Datenschutz: Amt des BfDI neu besetzt

[01.07.2026] Ab Oktober übernimmt Moritz Hennemann das Amt des BfDI. Der Freiburger Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt Informationsrecht folgt auf Louisa Specht-Riemenschneider, die ihren Rückzug aus gesundheitlichen Gründen bereits im März angekündigt hatte. mehr...

Gruppenfoto vor weißer Wand im Sommerlicht

Baden-Württemberg: Sicherheitsarchitektur im Fokus

[30.06.2026] Wie kann die Cyber-Sicherheit in Baden-Württemberg nachhaltig gestärkt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von CDO Ronja Kemmer bei der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg. mehr...

Cartoon: Ein Hacker, der an einem Computer vertrauliche Daten und persönliche Informationen stiehlt.

Brandenburg: Zugangsdaten-Klau erkennen

[26.06.2026] Entwendete Log-in-Daten gehören zu den wichtigen Einfallstoren für Cyber-Angriffe. Ist bekannt, dass dienstliche E-Mail-Adressen oder Passwörter in Datenlecks vorkommen, können Behörden Accounts sichern und Folgeschäden eingrenzen. Brandenburg führt nun ein Tool ein, das prüft, ob Zugangsdaten kompromittiert sind. mehr...

Blick vom Spreeufer auf das Reichstagsgebäude.

Bundestag: Mehr Befugnisse fürs BSI

[25.06.2026] Am Freitag wird der „Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Cyber-Sicherheit“ erstmals in den Bundestag eingebracht. Unter anderem soll das BSI zusätzliche Möglichkeiten erhalten, die Resilienz der Informationstechnik der Bundesverwaltung im Cyber-Raum zu erhöhen und die Erkenntnislage zu verbessern. mehr...