BSIKriterien für sicheren KI-Einsatz

[26.06.2025] Beim Zukunftskongress hat das BSI einen Kriterienkatalog für den sicheren Einsatz generativer KI in der Bundesverwaltung vorgestellt. Die Publikation adressiert KI-typische Sicherheitsrisiken und soll als Orientierungshilfe für Behörden dienen.

Generative AI bietet viele Chancen - und bringt neue Sicherheitsrisiken.

(Bildquelle: Tara Winstead/Pexels)

Im Rahmen des 11. Zukunftskongresses Staat & Verwaltung (23. bis 25. Juni 2025, Berlin) hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den neuen Kriterienkatalog zum Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in der Bundesverwaltung präsentiert. Aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Generierung, Modifikation und Analyse verschiedener Inhalte gewinnen generative KI-Modelle seit Ende 2022 rasant an Bedeutung und werden als Chance für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung begriffen. Einsatzszenarien für insbesondere textverarbeitende KI-Modelle liegen beispielsweise im Bereich von Chatbots und der Textzusammenfassung, -analyse sowie -übersetzung. Immer häufiger werden Funktionen generativer KI-Modelle auch in eigene Anwendungen der Bundesverwaltung integriert. Gleichzeitig kann die IT-Sicherheit von generativen KI-Anwendungen, im Vergleich zu Standard-IT-Komponenten, über neuartige Angriffsvektoren beeinträchtigt werden. So können so genannte (Indirect) Prompt Injections die Ausgaben von Chatbots zielgerichtet manipulieren. Die Konsequenzen hieraus können die Verbreitung von Schadsoftware oder das Abfließen sensitiver Daten sein.

Erst Kriterienkatalog, dann Mindeststandard

Um diesen neuen Angriffsvektoren adäquat zu begegnen, hat das BSI einen Kriterienkatalog entwickelt. Dieser definiert Anforderungen, die bei der Integration extern bereitgestellter generativer KI-Modelle in eigene Anwendungen der Bundesverwaltung erfüllt werden sollten, um ein Mindestsicherheitsniveau zu erreichen. Der Katalog richtet sich an IT-Sicherheitsbeauftragte oder vergleichbare Stellen. Zusammen mit den im März 2025 vorgelegten „Leitlinien für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Bundesverwaltung“ will die Publikation Behörden eine Orientierungshilfe bieten. „Die Einsatzszenarien für KI werden immer mannigfaltiger – die Verwaltung braucht jetzt Orientierung, um frühzeitig die Chancen von KI zu ergreifen und Anwendungen sicher einsetzen zu können. Das BSI bietet der Verwaltung mit dem Kriterienkatalog diese Orientierung und eine konkrete erste Hilfestellung, um generative KI sicher zu nutzen“, so BSI-Vizepräsident Thomas Caspers. Perspektivisch will das BSI zudem einen verbindlichen Mindeststandard zum Einsatz von generativer KI in der Bundesverwaltung veröffentlichen. Daher hat die Sicherheitsbehörde nach eigenem Bekunden bereits jetzt hohes Interesse an Rückmeldungen zum Kriterienkatalog (E-Mail: ki-kontakt@bsi.bund.de).





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Ein Tisch voll mit Steuerformularen, einem Taschenrechner, Stiften, man erkennt außerdem die Hände von zwei Personen, die offensichtlich diskutieren.

Berlin: KI-Strategie für Finanzämter

[17.07.2026] Berlin will KI schrittweise in die Steuerverwaltung integrieren. Pilotprojekte sollen zeigen, wie sich Anträge schneller bearbeiten, Beschäftigte entlasten und der Service verbessern lassen. Schulungen und feste Ansprechpersonen begleiten die Einführung. mehr...

Screenshot vom MÖVE-Portal, Blick auf die Navigation, die den Punkt "Governance" zeigt

Bundesdruckerei: KI-Modellvergleich für die öffentliche Verwaltung

[15.07.2026] Die Bundesdruckerei veröffentlicht das fortlaufende Forschungsprojekt MÖVE. Auf einer interaktiven Website können Behörden KI-Sprachmodelle systematisch vergleichen. Der Bewertungsrahmen ist speziell auf den Public Sector abgestellt und prüft hinsichtlich Leistung, Sicherheit und Einhaltung europäischer Vorgaben. mehr...

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und seine britische Amtskollegin Elizabeth Kendall beim typischen Pressefoto-Handshake.

Deutschland/Großbritannien: Zusammenarbeit für KI-Sicherheit

[10.07.2026] Mit immer leistungsfähigeren KI-Modellen entstehen neue Sicherheitsrisiken. Deutschland und Großbritannien wollen deshalb ihre Zusammenarbeit in der KI-Sicherheit ausbauen – auch über das britische AISI und das geplante deutsche KI-Sicherheitsinstitut. mehr...

Nahaufnahme von jungem Weizen auf einem Feld

Nordrhein-Westfalen: KI für eine starke Landwirtschaft

[10.07.2026] Zunehmend smart werden nicht nur Städte und Regionen, sondern auch die Landwirtschaft. Das Land Nordrhein-Westfalen erprobt Lösungen, die durch digitale Klimadatennetzwerke zum Schutz vor extremen Wetterereignissen beitragen und einen nachhaltigen Pflanzenbau auch in Zukunft ermöglichen sollen. mehr...

Heizkörper mit einem kleinen Modellhaus, das auf Euro-Scheinen steht

Land Salzburg: KI beschleunigt Förderprüfung

[03.07.2026] Das Land Salzburg hat ein KI-System zur Vorprüfung von Förderanträgen für klimafreundliche Heizungen eingeführt. Die Lösung gleicht Rechnungsdaten und Leistungsinhalte bereits beim Hochladen ab und soll Fördermittel schneller zur Auszahlung bringen. mehr...

SPARK-Logo

BMDS: KI-Assistenz SPARK wird Open Source

[22.06.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in einer Innovationspartnerschaft KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Genehmigungsverfahren unterstützen und Beschäftigte bei zeitaufwendigen Tätigkeiten entlasten. Die Lösung steht nun auf OpenCode zur Verfügung. mehr...

Blick aufs Kanzleramt in Berlin von Außen, im Vordergrund sieht man unscharf eine Person, die mit einem Tablet hantiert

Fraunhofer FOKUS/ÖFIT: Leitlinien für KI im Staat

[15.06.2026] Ein Politikbrief mehrerer renommierter Forschungsinstitutionen zum KI-Einsatz in der Verwaltung liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Das Papier skizziert unter anderem die Voraussetzungen, die nötig sind, damit KI die Verwaltung tatsächlich resilienter und handlungsfähiger macht – anstatt sie zu überfordern. mehr...

Blau hinterlegte, stilisierte Darstellung einer Waage, verschwommen dahinter die Umrisse einer Hand, die mit dem Zeigefinger in Richtung des Waagesymbols tippt.

Brandenburg: KI in der Justiz

[11.06.2026] Brandenburg baut den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz aus: Den Beschäftigten steht künftig eine KI-gestützte Recherchefunktion innerhalb der juristischen Datenbank Beck-online zur Verfügung. mehr...

Verpixelte, in Blau gehaltene Ansicht eines Bildschirms, der neben zahlreichen Nullen und Einsen die Buchstaben "KI" zeigt.

Thüringen: KI-Suite für Juris

[08.06.2026] Die Thüringer Justiz hat die Juris-KI-Suite flächendeckend eingeführt. Damit sollen die juristische Recherche erleichtert und Fachinformationen schneller erschlossen werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...

BMDS: Zuschlag für souveräne Cloud-Plattform

[27.05.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat zwei Konsortien mit dem Aufbau einer souveränen KI-Plattform beauftragt. Die PaaS-Lösung soll Anwendungen für Bund, Länder und Kommunen tragen. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 250 Millionen Euro. mehr...

Zwei lächelnde ältere Männer sitzen in einem historisch getäfelten Zimmer an einem polierten Holztisch, vor sich Dokumente.

Bremen: Dienstvereinbarung für den KI-Einsatz

[05.05.2026] In Bremen tritt eine neue Dienstvereinbarung zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung in Kraft. Mit internen klaren Regeln gibt sie den Mitarbeitenden Rechtssicherheit im Umgang mit KI und sorgt für Transparenz und Beschäftigtenschutz. mehr...

Frau vor Laptop_LLMoin-pilot-SH

Schleswig-Holstein: LLMoin-Pilot für die Landesverwaltung

[29.04.2026] In der Landesverwaltung Schleswig-Holstein ist das Pilotprojekt LLMoin gestartet. Bei 1.000 Beschäftigten wird der KI-Assistent nun in den IT-Arbeitsplatz integriert. Das norddeutsche Bundesland nutzt erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. mehr...

Wolters Kluwer (hier der deutsche Hauptsitz in Hürth) liefert Diktier-Workflow-Lösung an rheinland-pfälzische Justiz.

Wolters Kluwer: Von der Idee zur Anwendung

[28.04.2026] Wolters Kluwer lädt zum dritten GovTech Prompt-a-thon ein. Am 18. Juni werden Expertinnen und Experten aus dem öffentlichen Sektor sowie aus IT, Recht und Projektmanagement gemeinsam an zukunftsweisenden KI-Lösungen für reale Verwaltungsherausforderungen arbeiten. mehr...

Graph Intelligence

Materna/Neo4j: Strategische Partnerschaft

[17.04.2026] Eine strategische Partnerschaft für Graph-Intelligence und erklärbare KI haben Materna und Neo4j geschlossen. Damit baut die Unternehmensgruppe Materna ihre Kompetenz für vernetzte Datenanalysen in sicherheitskritischen und regulierten Umfeldern aus. mehr...

Nahaufnahme einer Hand eines futuristischen Roboters, der auf einer Tastatur tippt.

BMDS: Open-Source-KI-Module für die Verwaltung

[08.04.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in den vergangenen acht Monaten KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Planungs- und Genehmigungsverfahren als operative Assistenz unterstützen können. mehr...