Hessen/BundCyber-Abwehr neu strukturieren?

[02.05.2024] Das Hessische CyberCompetenceCenter – Hessen3C – besteht seit fünf Jahren. Aus diesem Anlass stattete Innenminister Roman Poseck dem ihm unterstellten Kompetenzzentrum einen Besuch ab. Dabei äußerte er sich auch über eine mögliche Neuaufstellung der bundesweiten Cyber-Abwehr.
Brustbild von Roman Poseck in dunklem Anzugjackett und violettem Schlips.

Hessens Innenminister Roman Poseck will die bundesweite Cyber-Abwehr auf den Prüfstand stellen und dem BSI eine zentralere Rolle zuweisen.

(Bildquelle: Paul Schneider/Hessische Staatskanzlei)

Die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hessen CyberCompetenceCenter (Hessen3C) unterstützen seit April 2019 die Landesverwaltung und die Kommunen, aber auch Unternehmen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) bei der Erhöhung der Cyber-Sicherheit und der Widerstandsfähigkeit von IT-Systemen gegen Cyber-Angriffe. Anlässlich des Jubiläums hat der hessische Innenminister Roman Poseck das Hessen3C besucht und sich über die aktuelle Bedrohungslage und die Herausforderungen für die Cyber-Sicherheit informiert. Wie das Innenministerium berichtet, kam neben den Angeboten des Hessen3C zur Unterstützung hessischer Kommunen im Bereich Cyber-Sicherheit auch das Thema der bundesweiten Cyber-Sicherheit zur Sprache. „Fünf Jahre Hessen3C sind eine Erfolgsgeschichte. Hessen setzt Maßstäbe in der Cyber-Sicherheit. In Anbetracht der fundamentalen Bedrohungslage unterstütze ich Überlegungen, die Cyber-Abwehr in Deutschland neu zu strukturieren“, so Poseck.

Cyber-Abwehr des Bundes auf den Prüfstand stellen

Bund und Länder führten aktuell intensive Gespräche über die zukünftige Struktur der Cyber-Abwehr in Deutschland, sagte der Minister. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundene hybride Kriegsführung hätten die fundamentalen Bedrohungen auch für die Sicherheit in Deutschland deutlich gemacht: „Cyber-Angriffe sind an der Tagesordnung. Sie können verheerende Auswirkungen haben, nicht zuletzt auch auf die Kritische Infrastruktur. Deshalb ist es richtig, die aktuelle Struktur der Cyber-Abwehr in Deutschland auf den Prüfstand zu stellen. Dabei spricht viel für eine zentralere Rolle des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, das seine Kompetenzen im Interesse des gesamten Landes ausbauen könnte.“

Die hierzu vorgelegten Vorschläge von Bundesinnenministerin Nancy Faeser würden von Hessen aus konstruktiv begleitet. Gemeinsames Ziel sollte es sein, zügig ein inhaltlich gutes und gleichzeitig konsensfähiges Konzept zu entwickeln. Dazu gehöre auch, dass die enormen und erfolgreichen Anstrengungen der Länder, die auch bei Hessen3C sichtbar werden, sinnvoll in ein Gesamtkonzept integriert werden, in dem der Bund unter anderem eine koordinierende und vernetzende Rolle einnimmt. „Miteinander statt gegeneinander, das muss auch hier das Motto sein. Die Frage einer möglichen Grundgesetzänderung steht für mich nicht am Anfang, sondern am Ende der konzeptionellen Arbeit. Eine Änderung des Rechts sollte zumindest kein Tabu sein“, sagte der Minister.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

SEP: Schutz vor Datenverlust

[16.05.2024] Die Back-up- und Recovery-Software SEP sesam sichert geschäftskritische Daten und erfüllt Compliance-Anforderungen. Mit speziellen Lösungen für Behörden bietet SEP ein umfassendes, plattformunabhängiges und DSGVO-konformes Back-up-System. mehr...

Das Bild zeigt das innere eines Cockpits, zu sehen ist auch das Electronic Knee Board.

Bundeswehr: Electronic Knee Boards für Piloten

[15.05.2024] Die Luftwaffe ersetzt herkömmliche Pilotenhandbücher durch Electronic Knee Boards, die vertrauliche Daten mit der sicheren Container-Lösung SecurePIM von Materna Virtual Solution schützen. mehr...

Das Bild zeigt Ministerialdirektor Elmar Steinbacher, Leitende Oberstaatsanwältin Tomke Beddies und Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges

Baden-Württemberg: Chefin für Cybercrime-Zentrum

[14.05.2024] Die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges hat Ministerialrätin Tomke Beddies zur Leiterin des neuen Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg ernannt. mehr...

Das Bild zeigt das Titelblatt des Bundeslagebilds Cyber-Kriminalität 2023.

Cyber-Kriminalität: Bedrohungslage bleibt hoch

[14.05.2024] Die Bundesregierung und die Sicherheitsbehörden präsentieren das Bundeslagebild Cybercrime für das Jahr 2023. Die Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Anstieg der Internet-Kriminalität in Deutschland. mehr...

Das Bild zeigt Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Cyber-Sicherheit: Umsetzung der NIS2-Richtlinie

[08.05.2024] Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem das deutsche IT-Sicherheitsrecht umfassend modernisiert werden soll. Das Gesetz, das auf der EU-Richtlinie NIS2 basiert, sieht strengere Sicherheitsanforderungen und Meldepflichten für ein breiteres Spektrum von Unternehmen vor. mehr...

Porträt von Dagmar Hartge

Brandenburg: Tätigkeitsbericht zum Datenschutz

[08.05.2024] Der Tätigkeitsbericht der brandenburgischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht liegt vor. Zu den Schwerpunktthemen gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, die datenschutzrechtliche Bewertung von Facebook-Fanpages sowie die Aufarbeitung des Cyber-Angriffs auf die Stadt Potsdam im Dezember 2022. mehr...

Symbolbild: hochgereckte Roboterhand vor dunkelblauem Hintergrund, auf dem eine Konstellation verbundener leuchtender Punkte erkennbar ist.

BSI: KI verändert Cyber-Bedrohungen

[03.05.2024] Künstliche Intelligenz ist keine weit entfernte Zukunftsvision mehr. Mit ihren verschiedenen Ansätzen und Lösungen ist die Technologie inzwischen im (IT-)Alltag angekommen – auch bei Kriminellen. Das BSI will herausfinden, wie sich Cyber-Angriffe dadurch verändern. mehr...

Außenansicht der SLUB, ein quadratisches, mehrstöckiges Flachdachgebäude mit ein paar, unregelmäßig angebrachten quadratischen Fenstern. Davor Wiese und der Anschnitt eines flachen Brunnens, der ebenfalls als Rechteck angelegt ist.

Sachsen: Schutz digitaler Bibliotheksbestände

[29.04.2024] Mit einer neuen, bedrohungsorientierten Firewall schützt die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) ihre digitalen Sammlungen vor Cyber-Angriffen. Auch ein VPN Client wurde installiert, der die Arbeitsumgebung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice schützt. mehr...

Das Bild zeigt eine Hand mit einem digital verfremdeten Vorhängeschloss.

Datenschutzgesetz: Kritik der Datenschutzkonferenz

[23.04.2024] Die Datenschutzkonferenz der Länder kritisiert in einer aktuellen Stellungnahme den Entwurf zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes. Sie fordert klarere Regelungen zum Schutz von Betriebsgeheimnissen, strengere Regeln für das Scoring und eine stärkere Kontrolle bei länderübergreifenden Datenverarbeitungen. mehr...

Bayern: Zero Trust im Behördennetz

[12.04.2024] Einen Fahrplan für die sukzessive Einführung einer Zero-Trust-Architektur im Bayerischen Behördennetz hat das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut AISEC aufgestellt. mehr...

Porträtfoto des bayerischen Finanz- und Heimatministers Albert Füracker.

Cyber-Sicherheit: Dezentrale IT-Sicherheit als Schlüssel

[08.04.2024] Die deutschen Bundesländer sollen im Kampf gegen Cyber-Bedrohungen stärker zusammenarbeiten. Die dezentrale Struktur und die schnelle Kommunikation seien entscheidend für den Schutz Kritischer Infrastrukturen und staatlicher IT-Systeme, so Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. mehr...

Das Bild zeigt ein stilisiertes Vorhängeschloss mit Code-Zeilen im Hintergrund.

BSI: Schwachstellen im Exchange Server

[29.03.2024] Eine Untersuchung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt, dass in Deutschland mindestens 17.000 Microsoft Exchange Server durch kritische Sicherheitslücken gefährdet sind. Das BSI ruft zur sofortigen Aktualisierung und sicheren Konfiguration der Systeme auf. mehr...

Das Bild zeigt Dr. Christian Schumer, CEO & Senior Vice President Sales von Materna Virtual Solution.
interview

Interview: Ultramobiles Arbeiten mit BSI-Siegel

[27.03.2024] Mit dem indigo-Konzept von Apple können auch Behörden iPhones und iPads sicher nutzen. Materna Virtual Solution unterstützt seine Kunden dabei mit einem eigenen Kompetenz-Center und speziell entwickelten Lösungen. move-online sprach darüber mit Christian Schumer, CEO & Senior Vice President Sales von Materna Virtual Solution. mehr...

BSI: Neuer Mindeststandard für Browser

[21.03.2024] Das BSI hat den Mindeststandard für Webbrowser aktualisiert, die in der Bundesverwaltung, aber auch in Ländern und Kommunen zum Einsatz kommen. In seiner aktuellen Fassung berücksichtigt der Mindeststandard nun auch Anforderungen für Browser, die mobil eingesetzt werden. mehr...