PwC-StudieDer Weg zur datenorientierten Verwaltung

[12.09.2022] Eine Verwaltung, die ihre Daten intelligent nutzt, kann innovative Prozesse entwickeln und bessere Entscheidungen treffen. Eine Studie von PwC bietet konkrete Handlungsempfehlungen, wie die Transformation zur datenorientierten Verwaltung vorangetrieben werden kann.

Wie die öffentliche Hand Datenpotenziale für sich nutzen und zur datenorientierten Verwaltung werden kann und welche Vorteile dies für Behörden und Bürger bietet, beantwortet eine aktuelle Publikation von PwC Deutschland. Darin gibt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft auch Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Daten. Die Studie „Data first? Wie der öffentliche Sektor sein Datenpotenzial voll entfalten kann“ betont das große Innovationspotenzial, das die Datenbasis des öffentlichen Sektors biete. Um es zu heben, gelte es, stärker bürgerzentriert zu arbeiten. So könnten Bürger beispielsweise direkt davon profitieren, wenn Verwaltungen ihre Register verknüpfen und Daten nur einmal statt mehrfach erheben (Once-only-Prinzip).

Bessere Entscheidungen und modernisierte Prozesse

Auf Basis von Daten könnten Verantwortliche zudem objektivere und transparentere Entscheidungen treffen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Mitarbeitenden in der Breite den Mehrwert von Daten sicher erkennen. Dazu brauche es ein gezieltes Upskilling, so PwC. Mit Daten ließen sich auch Innovationen schaffen, wenn beispielsweise interne Daten mit externen angereichert würden. Vor allem aber müsse der Datenaustausch verbessert werden, etwa über Datenlabore oder Data Hubs.
Daten böten auch das Potenzial, verwaltungsinterne Prozesse zu modernisieren, Bearbeitungszeiten zu reduzieren und die Prozessqualität zu verbessern. Das sei auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels im öffentlichen Sektor entscheidend, unterstreicht PwC-Experte Mario Walther. Daten müssten gar nicht unbedingt zentral zusammengeführt werden, es reiche oftmals schon aus, sie breiter zugänglich zu machen – etwa in Form eines Datenatlas, der aufzeigt, an welcher Stelle welche Daten in welcher Form vorliegen.

Daten dezentral auswerten

Dezentrale Datenarchitekturen wie Data Mesh bieten der Studie zufolge große Chancen, weil sie den besonderen fachlichen Belangen in der Verwaltung besser Rechnung tragen. So sei es auch leichter, die hohen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz zu erfüllen. Das Konzept Data Mesh wendet sich explizit gegen zentrale Datensammlungen (Data Warehouses). Werden Daten von zentral organisierten Teams gesammelt, fehle diesen oft das fachliche Wissen für eine gezielte Auswertung und Aufbereitung, so der PwC-Experte Mario Walther. Beim Data Mesh hingegen führen die inhaltlich qualifizierten Mitarbeiter ihre Auswertungen selbst durch, weil sie den fachlichen Kontext der Daten verstehen. Dadurch ist die Aufbereitung auch datenschutzrechtlich besser.
Damit der öffentliche Sektor sein Datenpotenzial voll entfalten kann, braucht die Verwaltung laut PwC neben angepassten Strukturen und Prozessen auch ein neues Datenbewusstsein. Dies werde etwa geschaffen, wenn im Arbeitsalltag erfahrbar wird, wie datenbasiertes Arbeiten den Mitarbeitern, aber auch den Bürgern und Unternehmen nutzt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Open Government

Red Hat: Digitale Transformation benötigt mehr Flexibilität

[21.10.2026] EU-Vorgaben und Sicherheitsanforderungen ändern sich ähnlich schnell wie die einzelnen Service-Leistungen für Bürger. Die Kombination aus Open Source und lokalen Partnern verspricht dabei sowohl Handlungsfähigkeit als auch weiterhin konsistente Arbeitsweisen. Ein Gastbeitrag von Martin Hosken, Red Hat. mehr...

Open Source Wettbewerb: Gewinner auf der SCCON ausgezeichnet

[19.10.2026] Der Open Source Wettbewerb für Behörden und öffentliche Institutionen hat seine Gewinner gekürt. Auf der Smart Country Convention in Berlin wurden Projekte aus Bund, Ländern und Kommunen in vier Kategorien ausgezeichnet. Erstmals gab es einen Preis für den Einsatz Künstlicher Intelligenz. mehr...

Open Source: Bedeutung für öffentliche Verwaltungen steigt

[16.10.2026] Eine SUSE-Umfrage zeigt wachsende Zustimmung zu Open-Source-Software in Behörden. Auf der Smart Country Convention 2026 wurde Markus Richter aus dem Bundesdigitalministerium für sein Engagement mit einem Sonderpreis der Open Source Business Alliance ausgezeichnet. mehr...

BVA: KI erleichtert die Datennutzung

[12.10.2026] Beim Fachforum des Bundesverwaltungsamts zeigten Ingolstadt und der Deutsche Wetterdienst, wie sich offene Daten und KI ergänzen. Die Stadt automatisiert die Beschreibung ihrer Datensätze, der Wetterdienst nutzt offene Daten für einen sprachbasierten KI-Assistenten. mehr...

bericht

Berlin: Open Source als Beschaffungsprinzip

[01.10.2026] Berlin will mit einer umfassenden Open-Source-Strategie seine digitale Souveränität stärken. Open Source soll dabei zum priorisierten Beschaffungsprinzip werden. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte das Land Berlin mit dem Projekt den dritten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...

BlueMind: Präsenz in Deutschland wird ausgebaut

[22.09.2026] BlueMind will seine Aktivitäten auf dem deutschen Markt deutlich verstärken. Mit seiner Open-Source-Lösung für E-Mail und Collaboration positioniert sich das Unternehmen als europäische Alternative zu Microsoft Exchange. mehr...

bericht

35 Jahre Linux: Der Aufstieg von Open Source

[22.09.2026] Vor 35 Jahren erschien die erste Version von Linux. Was als Projekt eines finnischen Studenten begann, ist heute Teil der digitalen Basisinfrastruktur. Für den Public Sector bekommt offene Software inzwischen eine zusätzliche Bedeutung – als Instrument für digitale Souveränität, Resilienz und größere Wahlfreiheit. mehr...

Schleswig-Holstein: Staatskanzlei stellt auf Linux um

[22.09.2026] Mehr als 200 Beschäftigte der Kieler Staatskanzlei arbeiten inzwischen mit Linux. Schleswig-Holstein treibt damit den Aufbau eines digital souveränen IT-Arbeitsplatzes weiter voran. Als Nächstes sollen weitere Ministerien und Landesbehörden folgen. mehr...

Rote Bildfläche mit erhaben dargestellten Zufallszahlen

IT-Planungsrat: Datenqualität im Fokus

[04.08.2026] Der Stellenwert qualitativ hochwertiger Verwaltungsdaten wird zwar anerkannt – systematisch gesichert wird ihre Qualität aber nur selten. Eine Umfrage des IT-Planungsrats zeigt Defizite bei Zuständigkeiten, Standards und automatisierten Prüfungen. mehr...

Hand und Oberkörper einer jungen Frau, die ein Tablet und eine einmontierte schwebende Deutschlandkarte mit vernetzten Punkten hält.

BMDS: Online-Konsultation zu Open Data gestartet

[31.07.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung entwickelt den strategischen Rahmen für Open Data weiter. Eine neue Online-Konsultation soll bis September 2026 Vorschläge für bessere Datenbereitstellung, Nutzung und Vernetzung sammeln. mehr...

Lutz Goebel

NKR: Gutachten zum Datenrecht

[22.07.2026] Für den Zugang zu Daten und ihre Nutzung besteht inzwischen eine hochkomplexe Regelungslandschaft, in der sich selbst Fachleute kaum noch sicher bewegen können. Das belastet Unternehmen wie Verwaltungen. Der NKR empfiehlt systematische Überprüfungen und ein modulares Datengesetzbuch. mehr...

Hand und Oberkörper einer jungen Frau, die ein Tablet und eine einmontierte schwebende Deutschlandkarte mit vernetzten Punkten hält.

IT-PLR: Erste Schritte in Richtung föderales Datenmanagement

[10.07.2026] Eine effiziente Verwaltung braucht Daten – Daten, die nicht nur vorliegen, sondern die auch erschlossen und nutzbar sind. Im Schwerpunktthema Datennutzung des IT-Planungsrates werden dazu notwendige Rahmenbedingungen erarbeitet. Nun liegen erste Erkenntnisse für eine föderal vernetzte Datenlandkarte vor. mehr...

Rote Bildfläche mit erhaben dargestellten Zufallszahlen

Nordrhein-Westfalen: Portal Open.NRW wächst stetig

[10.06.2026] Innovative Apps, strategische Analysen oder neue Geschäftsideen: In Open Data steckt viel Potenzial. Dieses muss allerdings auch erschließbar sein – etwa durch Portale wie Open.NRW, wo inzwischen über 12.000 Metadaten und 100 High-Value-Datensätze zu finden sind. mehr...

Dirk Schrödter, offizielles Porträt vor weißem Hintergrund

Schleswig-Holstein: Datenhaus für bessere Entscheidungen

[01.06.2026] Mit dem Datenhaus Schleswig-Holstein stellt das Land zentrale Dateninfrastrukturen verwaltungsweit bereit. Eine neue Software soll Analyse und Visualisierung erleichtern, den Einführungsaufwand senken und ressort- sowie ebenenübergreifende Zusammenarbeit stärken. mehr...

Saarland: Aufbau von zentralem Open-Data-Portal

[20.05.2026] Das Saarland baut ein zentrales Open-Data-Portal für Verwaltungsdaten auf. Die Plattform soll Daten aus Land und Kommunen bündeln und damit Verwaltung, Forschung und Wirtschaft neue Möglichkeiten eröffnen. mehr...