VeridosPasskontrolle – wenigstens ein bisschen digital

Physische Personaldokumente sind nicht ohne Weiteres zu ersetzen – die Digitalisierung kann die Überprüfung aber vereinfachen.
(Bildquelle: Daniel Schludi/Unsplash)
Für viele Menschen steht der Sommerurlaub vor der Tür. Die Reiseorganisation lässt sich größtenteils digital erledigen: Unterkunfts- und Flugbuchungen erfolgen online, per App wird vor Ort ein Mietwagen reserviert und ins Hotel eingecheckt. Ein wesentlicher Bestandteil der Reisen ist aber nach wie vor durch physische Dokumente und manuelle Abläufe geprägt – der Identitätsnachweis. Urlauber müssen weiterhin ihren Personalausweis oder Reisepass mitnehmen und bei Grenzübertritten überprüfen lassen.
Digitalisierung erleichtert Passkontrollen jetzt schon
Es gibt bereits erste Ansätze, um Ausweiskontrollen zu digitalisieren. Veridos, nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter für integrierte Identitätslösungen, erläutert anhand von drei Beispielen, wie digitale Technologien die manuellen Schritte von Kontrollen reduzieren und so ein nahtloseres Reisen ermöglichen können:
- Mobile Passdaten: Es gibt inzwischen Apps, mit denen Urlauber persönliche Daten vom Chip ihres elektronischen Reisepasses auf ihr Smartphone übertragen und speichern können. Von dort aus lassen sich die Daten dann sicher an registrierte vertrauenswürdige Parteien senden, etwa an Grenzbehörden oder Fluggesellschaften. So kann etwa online ein Visum beantragt werden. Weil die manuelle Übertragung entfällt, lassen sich Aufwand und Zeit sparen.
- E-Gates: Vor allem im Schengen-Raum finden sich an vielen Flughäfen E-Gates. Dort können Reisende ihren elektronischen Pass auf ein Lesegerät legen und auslesen lassen, anschließend wird ihr Gesicht gescannt. Das System prüft dann, ob die biometrischen Daten des Scans mit denen des elektronischen Reisepasses übereinstimmen. Im Gegensatz zu manuellen Passkontrollen sollen dabei keine Warteschlangen entstehen.
- E-Kioske: Einen ähnlichen Ansatz verfolgen E-Kioske, die insbesondere an US-amerikanischen Flughäfen verbreitet sind. Auch hier scannen Reisende ihren Pass und verifizieren ihre Identität mit biometrischen Verfahren wie Gesichtserkennung, zusätzlich füllen sie einen Fragebogen aus. Anschließend erhalten sie einen Ausdruck, der bei der anschließenden Sicherheitskontrolle manuell überprüft wird. Auch hiervon verspricht man sich geringere Wartezeiten.
Der Pass bleibt vorerst noch
Ganz ohne physische Ausweisdokumente werde es auf absehbare Zeit jedoch nicht gehen, sagt Veridos-CEO Marc-Julian Siewert. „Sie weisen viele Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen oder holografische Bilder auf, für die es Pendants in der virtuellen Welt braucht. Außerdem fehlen noch landesweite IT-Infrastrukturen für den flächendeckenden Einsatz digitaler Identitäten sowie internationale Standards für ihre weltweite Nutzung.“ Der Reisepass als Core-Identitätsdokument werde in seiner jetzigen Form noch für einige Zeit erhalten bleiben.
Wie eine Zukunft ganz ohne physischen Reisepass aussehen könnte, zeigt ein Pilotprojekt der Europäischen Union. Dieses forscht an folgendem Szenario: Nachdem Reisende sich im Vorfeld online eingecheckt haben, laufen sie durch einen Bereich – den so genannten biometrischen Korridor – in dem ein Kamerasystem sie erfasst und die Daten mit den zuvor registrierten Pass- und Biometrie-Daten sowie Informationen aus der Passagierliste abgleicht. Dabei soll der gesamte Prozess unmerklich während des Gehens stattfinden, eine Kontrolle des Reisepasses entfällt.
Identity & Security Award: Preis für quantensicheren Ausweis
[13.10.2026] Für die Entwicklung eines digitalen Ausweisdokuments, das Angriffen durch leistungsfähige Quantencomputer widersteht, haben drei Unternehmen und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik den „Juniper Research Identity & Security Award 2026” erhalten. mehr...
EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag
[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...
Firmenjubiläum: Procilon auf Expansionskurs
[25.09.2026] Der auf sichere digitale Kommunikation und Vertrauensdienste spezialisierte Cybersecurity-Anbieter Procilon blickt auf 25 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Nach mehreren Übernahmen und dem Ausbau seines Portfolios will das Unternehmen nun stärker in Europa wachsen. mehr...
Bund: Deutsche EUDI-Wallet heißt d-you
[10.09.2026] Die EUDI-Wallet wird in Deutschland unter dem Namen d-you an den Start gehen. Ab Januar 2027 soll die staatliche digitale Brieftasche kostenfrei zur Verfügung stehen. Rund 40 Partner aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft wollen zum Start eigene Anwendungen anbieten. mehr...
Umfrage: EUDI-Wallet ist nur wenigen ein Begriff
[17.08.2026] Wenige Monate vor dem Start der EUDI-Wallet ist die digitale Brieftasche in Deutschland erst wenig bekannt. Eine repräsentative Umfrage zeigt aber: Wer die Wallet und mögliche Anwendungsszenarien kennt, hat auch mehr Vertrauen und würde sie eher nutzen. mehr...
Digitale Identität: Warum Nutzende am digitalen Amt scheitern
[22.07.2026] Digitale Identitäten sollen Verwaltungsleistungen durchgängig online ermöglichen. In der Praxis brechen jedoch viele Nutzende die Verfahren ab. Ein Impulspapier des Netzwerks NExT zeigt bestehende Hürden und nennt vier Ansatzpunkte, um diese aus dem Weg zu räumen. mehr...
Governikus: EUDI-Nachweise im Praxistest
[17.07.2026] Elektronische Attributsnachweise sollen in der EUDI-Wallet einzelne Eigenschaften datensparsam belegen. Governikus hat bei ETSI-Plugtests erprobt, ob seine Implementierung mit anderen Systemen zusammenspielt und technische Vorgaben erfüllt. mehr...
Thüringen/Hamburg: Digitalisierung des Schwerbehindertenausweises
[17.06.2026] Thüringen und Hamburg entwickeln einen digitalen Schwerbehindertenausweis, der künftig über die EUDI-Wallet auf dem Smartphone verfügbar sein soll. Das vom Bund geförderte Pilotprojekt soll Verwaltungsdaten nur noch einmal erfassen und könnte den Weg für eine bundesweite Einführung ebnen. mehr...
Schleswig-Holstein: Nect fürs Serviceportal
[02.06.2026] Mit der Nect Wallet bietet Schleswig-Holstein seinen Bürgerinnen und Bürgern eine zusätzliche, praxiserprobte Alternative zur BundID. Durch den Einsatz der KI-basierten Lösung erwartet das Land einen signifikanten Anstieg der Nutzung digitaler Verwaltungsangebote. mehr...
Digitale Identität: Ein Schritt weiter bei der EUDI-Wallet
[27.05.2026] Das Bundeskabinett hat das Digitale-Identitäten-Gesetz beschlossen – die Grundlage zur Einführung der europäischen EUDI-Wallet, mit der sich Bürgerinnen und Bürger künftig europaweit digital ausweisen und Nachweise nutzen können. mehr...
Bitkom: EUDI-Wallet vielen unbekannt
[20.04.2026] Im Vorfeld des eIDAS Summit, der sich am 27. und 28. April vor allem mit der EUDI-Wallet befassen wird, führte der Bitkom eine Umfrage zur Bekanntheit durch. Gut acht Monate vor dem Start ist die digitale Brieftasche über 50 Prozent der Befragten vollkommen unbekannt. mehr...
BSI: EUDI-Wallet sicher anbinden
[21.01.2026] Das BSI hat einen Handlungsleitfaden zur EUDI-Wallet vorgelegt. Die Veröffentlichung richtet sich an Digitalisierungsverantwortliche in Behörden, die sich schon jetzt zur sicheren Anbindung an das europaweit geplante Wallet-Ökosystem informieren wollen. mehr...
Digitale Identifizierung: Governikus führt AusweisIDent alleine weiter
[01.12.2025] Governikus führt die eID-Lösung AusweisIDent künftig eigenverantwortlich online fort. Die Lösung nutzt die Online-Ausweisfunktion und schafft so auch Anschlussfähigkeit an die kommende europäische EUDI-Wallet. mehr...
Bitkom/BMDS: EUDI-Wallet erfolgreich einführen
[20.11.2025] Die deutsche Wirtschaft macht gemeinsam mit der Politik Tempo beim Einsatz der künftigen EU-weiten digitalen Identität. Zusammen mit mehr als 75 Unternehmen haben der Bitkom und das Bundesdigitalministerium ein Memorandum of Understanding zur erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet getroffen. mehr...
Bundesdruckerei/G+D: Zukunftssichere digitale Identitäten
[14.11.2025] Bundesdruckerei und G+D haben gemeinsam mit dem BSI einen Demonstrator für einen quantensicheren Personalausweis entwickelt. Der Ausweis soll künftig Post-Quantum-Kryptografie nutzen, um persönliche Daten vor Angriffen durch Quantencomputer zu schützen. mehr...










