HamburgDigitales Prüfungszentrum der Justiz

[20.11.2023] Eine Änderung im Deutschen Richtergesetz erlaubt, dass Klausuren im juristischen Staatsexamen auch elektronisch abgelegt werden. Mit der E-Klausur ändern sich auch die Ansprüche an die Prüfungsräume. In Hamburg wurden jetzt neue Räume für E-Klausuren eingeweiht.

In Hamburg können die Klausuren zu den beiden juristischen Staatsexamina künftig elektronisch geschrieben und geprüft werden. Die Räume dafür wurden jetzt eingeweiht.

(Bildquelle: BJV)

In Hamburg können Klausuren zu den juristischen Staatsexamina künftig elektronisch geschrieben und geprüft werden. Im Digitalen Prüfungszentrum der Justiz sollen künftig Kandidatinnen und Kandidaten aus Hamburg und Schleswig-Holstein geprüft werden. Bei einem Rundgang unter anderem mit Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina, Schleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken und dem Präsidenten des Hanseatischen Oberlandesgerichts, Marc Tully, wurden die modernen Räume eingeweiht. Dies berichten die Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz und das Ministerium für Justiz und Gesundheit Schleswig-Holsteins.
Die beiden großen Klausurräume sollen Platz für bis zu 150 Kandidatinnen und Kandidaten bieten. Die Fläche in der Dammtorstraße 14 – in Nähe der Prüfungsämter – beträgt rund 850 Quadratmeter.
Die Räume wurden speziell umgebaut, jeder Arbeitsplatz verfügt über einen 24 Zoll großen Bildschirm, eine besonders geräuscharme Flüstertastatur und eine entsprechend leise Maus. Eine Sichtschutzfolie auf den Bildschirmen soll das Abschreiben verhindern, zudem sind überall schallabsorbierende Sichtschutzwände installiert. Für die E-Klausur wird eine spezielle Software verwendet. Der Aufgabentext wird bei den Examensklausuren wie bisher auf Papier ausgegeben, auch die Gesetzestexte und Kommentare bringen die Teilnehmenden weiterhin selbst mit. Zudem wird es an jedem Platz ausreichend Konzeptpapier geben. Es besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die Klausuren per Hand zu schreiben.

Echtbetrieb ab April 2024

Ab dieser Woche sollen Probeklausuren stattfinden – zunächst weiter handschriftlich, um Abläufe und Wege in den neuen Räumen zu testen. Aber auch ein erster elektronischer Pilotbetrieb für eine Probeklausur ist vorgesehen. Ab Januar 2024 werden die regulären Probeklausuren zur Examensvorbereitung auf das elektronische Format umgestellt. Der Echtbetrieb im Examen soll im April 2024 beginnen.
Darüber hinaus erlauben die neuen Klausurräume vielfältige Nutzungen durch andere städtische Einrichtungen. Der Bedarf der Prüfungsämter und der Personalstelle für den juristischen Vorbereitungsdienst für die Klausurräume umfasst etwas mehr als sechs Monate im Jahr, sodass in den verbleibenden Zeiten die Räume anderen Dienststellen der Stadt oder Dritten zur Verfügung stehen, beispielsweise für Schulungen.
Nach der Öffnung der Examensklausuren für das elektronische Format sind alle Länder mit den Vorbereitungen für die Einführung der elektronischen Klausuren im juristischen Staatsexamen befasst oder haben diese bereits durchgeführt – so in Nordrhein-Westfalen (wir berichteten), im Saarland (wir berichteten), in Baden-Württemberg (wir berichteten) und in Berlin (wir berichteten).





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: E-Justiz
Berliner Behörden arbeiten künftig mit standardisiertem IT-Arbeitsplatz.

Bundesamt für Justiz: Führungszeugnis vollständig digital erhältlich

[09.10.2026] Seit Anfang Oktober können Bürgerinnen und Bürger Führungszeugnisse nicht nur online beantragen, sondern auch digital erhalten. Das Bundesamt für Justiz stellt die Dokumente im Regelfall innerhalb von 30 Minuten über das Zentrale Bürgerpostfach der BundID bereit. mehr...

Hände mit Smartphone

E-Justiz: Neue Onlinedienste im Bereich Nachlass

[02.10.2026] Das Online-Justiz-Portal unterstützt Bürgerinnen und Bürger jetzt auch bei Erbscheinen und Erbausschlagungen. Die neuen Dienste informieren über Voraussetzungen, Fristen und Kosten und helfen dabei, Termine beim Nachlassgericht digital vorzubereiten. mehr...

Nahaufnahme einer schreibenden Hand mit Papierstapeln und mehreren Stiften.

Schleswig-Holstein: E-Klausuren im Ersten juristischen Staatsexamen

[08.09.2026] Das Land Schleswig-Holstein und die Universität Kiel haben eine Absichtserklärung zur Digitalisierung des Ersten juristischen Staatsexamens unterzeichnet. Ab Mitte 2027 soll die elektronische Variante zunächst in Hamburg, voraussichtlich ab 2028 in einem Kieler Prüfungszentrum angeboten werden. mehr...

Baden-Württemberg/Niedersachsen: Anschluss an bundesweites Justiznetz

[26.08.2026] Baden-Württemberg und Niedersachsen sind als erste Länder an das neue bundesweite Justiznetz angeschlossen worden. Das Netz bildet die technische Grundlage für eine Justiz-Cloud, über die Gerichte und Staatsanwaltschaften künftig gemeinsame Anwendungen nutzen sollen. mehr...

Dunkler Hintergrund, hellblau leuchtende Darstellung eines Fingerabdrucks, im Hintergrund ein paar Linien und Icons

Strafverfolgung: Digitale Beweismittel schneller übermitteln

[21.08.2026] Die Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten soll bei der Verfolgung von Straftaten verbessert und an neue technische Entwicklungen angepasst werden. Auf der Grundlage von EU-Vorgaben ist in Deutschland ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten. mehr...

Schreibtisch mit Laptop und darauf tippenden Händen, im Vordergrund ein weißes, dreidimensionales Paragrafenzeichen.

Offenburg: Pilotprojekt für bundesweite Justizsoftware

[06.08.2026] Am Landgericht Offenburg ist die neue bundesweite Justizsoftware GeFa erstmals im Echtbetrieb im Einsatz. 33 Beschäftigte testen das Fachverfahren, das künftig in allen Bundesländern genutzt und zahlreiche ältere Lösungen ablösen soll. mehr...

Justizcloud: ITDZ Berlin übernimmt zentrale Aufgaben

[31.07.2026] Das ITDZ Berlin übernimmt zentrale Serviceprozesse für die bundesweite Justizcloud. Damit stärkt der Berliner IT-Dienstleister seine Rolle in einem länderübergreifenden Digitalisierungsprojekt der Justiz und übernimmt Aufgaben für den Betrieb der gemeinsamen Cloud-Infrastruktur. mehr...

Schreibtisch mit Laptop und darauf tippenden Händen, im Vordergrund ein weißes, dreidimensionales Paragrafenzeichen.

Sachsen-Anhalt: E-Akte an allen Arbeitsgerichten

[16.07.2026] In Sachsen-Anhalt arbeiten nun alle vier Arbeitsgerichte und das Landesarbeitsgericht mit der elektronischen Akte. Den Abschluss bildete die Umstellung in Dessau-Roßlau. In der Startphase können einzelne Abläufe noch langsamer laufen. mehr...

Nahaufnahme eines hellblauen Reißverschlusses auf gelbem Hintergrund

Hessen: Brücke zwischen Polizei und Justiz

[01.06.2026] Polizei und Justiz arbeiten weitgehend digital – aber mit unterschiedlichen Systemen. Damit Strafverfahren dennoch medienbruchfrei und rechtskonform ablaufen, gibt es die elektronische Strafakte. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung berichtet über das komplexe föderale IT-Projekt. mehr...

Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an

[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...

Ein paar offenbar männliche Hände sind dabei, einen Aktenstapel auf einer hölzernen Tischplatte abzulegen.

Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten

[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...

Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt

[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...

Mock-Up-Screens mit dem Dialog zur P-Konto-Einrichtung

Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto

[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...

Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin fuer Justiz und Verbraucherschutz, aufgenommen in Berlin, 03.02.2026. Fotografiert im Auftrag des Bundesministerium der Justiz (BMJ)

E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet

[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...

Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung

[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...