BREKOGlasfaserpakt für den Südwesten
Beim ersten Glasfaserforum Baden-Württemberg schlug der Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO), Stephan Albers, die Entwicklung eines Glasfaserpakts vor. Damit sollen sich Landesregierung, Kommunen und Unternehmen auf gemeinsame Ziele und Prioritäten für den Glasfaserausbau im Land verständigen. Das Glasfaserforum wurde vom BREKO ausgerichtet und unterstützt vom Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen des Landes Baden-Württemberg, vom Gigabitbüro des Bundes, vom Unternehmen Ribbon Communications und vom Gemeindetag Baden-Württemberg. Mehr als 100 am baden-württembergischen Glasfaserausbau beteiligte Akteure nahmen teil. Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Fachverbände diskutierten unter anderem, wie eigenwirtschaftlicher und geförderter Ausbau verzahnt werden können, wie Genehmigungsverfahren digitaler und schneller werden, welchen Beitrag neue Verlegemethoden zur Ausbaubeschleunigung leisten können und wie Netzbetreiber, Kommunen und Stadtwerke am besten kooperieren.
Förderung als Ausbaubremse
Zum Konferenzauftakt thematisierte Albers die vergleichsweise geringe Verfügbarkeit echter Glasfaseranschlüsse im Südwesten. Obwohl sich Baden-Württemberg viel früher in der Glasfaserförderung engagiert habe als viele andere Bundesländer, stehe es aktuell im bundesweiten Vergleich der Glasfaserquoten auf dem drittletzten Platz, so der BREKO-Geschäftsführer. Ein möglicher Grund: Mit öffentlicher Förderung dauern Ausbauprojekte im Mittel fünf Jahre, eigenwirtschaftlich jedoch nur 18 Monate. Daher priorisierten die 49 im Südwesten aktiven BREKO-Unternehmen den eigenwirtschaftlichen Ausbau und setzen nur dort auf öffentliche Förderung, wo es nicht anders gehe. Der vorgeschlagene Glasfaserpakt könne nach Ansicht von Albers den Ausbau beschleunigen. Stefan Krebs, CIO und CDO der Landesregierung Baden-Württemberg, nahm den Vorschlag des BREKO positiv auf und regte an, die Ausarbeitung des Glasfaserpakts noch im Mai 2022 bei einem gemeinsamen Treffen anzustoßen.
Zusammenspiel der Beteiligten
Von den derzeit idealen Bedingungen für den Breitbandausbau profitierten insbesondere die Kommunen: Sie haben die Wahl zwischen zahlreichen Netzanbietern und Geschäftsmodellen, sagte Caspar Preysing, Leiter im Gigabitbüro des Bundes. Doch seien mit dem Glasfaserausbau auch Herausforderungen verbunden – etwa Nachhaltigkeit und Qualität des Netzausbaus. Diese müssten künftig stärker berücksichtigt werden, so Preysing.
Heidi Schmid, Leiterin Digitalisierung beim Gemeindetag Baden-Württemberg, betonte, dass Breitbandausbau keine kommunale Pflichtaufgabe, doch ein wichtiges kommunales Thema sei, dem sich die Kommunen auch stellten. Aber auch auf die Unternehmen komme es an, um den flächendeckenden, gigabitfähigen Breitband- und Mobilfunkausbau voranzutreiben. Das Beispiel des Neckar-Odenwald-Kreises habe gezeigt, wie wichtig das Zusammenspiel aller Beteiligten für den Erfolg eines großen Ausbauprojekts sei, erklärte Manfred Maschek, Geschäftsführer der Breitbandversorgung Deutschland.
Über die Erfolgsfaktoren bei Glasfaserkooperationen zwischen Netzbetreibern und Stadtwerken referierten Bernhard Palm, Geschäftsführer von NetCom BW sowie BREKO-Vorstand und Frank Schöller, Geschäftsführer der Stadtwerke Waiblingen: Wichtig sei eine Partnerauswahl, die eigene Stärken ergänzt.
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