TelekomSprachmodell Made in Germany

Die Deutsche Telekom stellt als erster Anbieter den Zugang zu Teuken-7B kommerziell zur Verfügung.
(Bildquelle: vmaster2012/123rf.com)
Mit dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten EU-Projekt OpenGPT-X will Deutschland die Entwicklung offener, vertrauenswürdiger KI-Sprachmodelle vorantreiben. So soll die digitale Souveränität gestärkt werden und für deutsche Behörden und Institutionen ein Zugang zu generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) geschaffen werden. Das Konsortium OpenGPT-X hat unter Leitung der Fraunhofer-Institute IAIS und IIS mit weiteren Partnern – darunter die TU Dresden, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Forschungszentrum Jülich – mit Teuken-7B ein großes KI-Sprachmodell veröffentlicht. Das auf dem Jülicher Supercomputer JUWELS trainierte Sprachmodell ist seit dem 26. November 2024 unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar.
Kommerzieller Anbieter von Teuken-7B
Nun berichtet die Deutsche Telekom, sie sei der erste Anbieter, der den Zugang zu Teuken-7B kommerziell zur Verfügung stelle. Das Angebot richtet sich an Behörden wie auch Unternehmen, denen somit „eine leistungsstarke, vertrauenswürdige und quelloffene Alternative zu den großen gängigen Modellen“ zur Verfügung stehe. „Wann, wenn nicht jetzt braucht Europa mehr souveräne Lösungen. Nur durch gemeinsame europäische Anstrengungen können wir konkurrenzfähige Alternativen zu den großen internationalen Anbietern schaffen. Teuken-7B von OpenGPT-X ist ein erstes Erfolgsprojekt Made in Germany. Es ist ein wichtiges Puzzleteil in der digitalen Strategie von Kunden, für die Souveränität das A und O ist“, sagt Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG.
Verantwortungsvolle KI mit Qualitätssiegel
OpenGPT-X berücksichtigt die Bedürfnisse europäischer Unternehmen und der Forschung. So wurde das Teuken-7B-Modell multilingual trainiert und bietet eine hohe Energie- und Kosteneffizienz bei Anwendungen in allen 24 europäischen Amtssprachen. Es soll laut Telekom auch möglich sein, die Modelle an spezifische Bedarfe anzupassen – also spezialisierte Anwendungen zu entwickeln. Zudem können Kunden bestimmen, ob sie das Modell lokal auf der eigenen Infrastruktur oder bei einem vertrauenswürdigen Cloudanbieter ihrer Wahl betreiben wollen. So seien sensible Daten besonders geschützt.
Die Telekom bietet laut eigenen Angaben eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten von Teuken-7B, die auf die spezifischen Anforderungen europäischer Unternehmen und öffentlicher Auftraggeber zugeschnitten sind – auch in Bereichen mit höchsten Ansprüchen an Sicherheit und Compliance. So unterstützt das Sprachmodell RAG-Anwendungen (retrieval augmented generation) und kann etwa Dokumente sowie unternehmensinterne Chatbots zusammenfassen. Über eine API lasse es sich auch in bestehende KI-Assistenten, Agenten und Chatbots integrieren.
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