Public Private PartnershipSouveräne KI für die Verwaltung

Bis Mitte 2026 soll eine verbindliche Rahmenvereinbarung für die angestrebte Kooperation entstehen.
(Bildquelle: ailikecreative/123rf.com)
Im Rahmen des europäischen Gipfels zur digitalen Souveränität haben Frankreich und Deutschland angekündigt, mit den Softwareunternehmen Mistral AI aus Frankreich und SAP (Deutschland) eine strategische öffentlich-private Partnerschaft etablieren zu wollen. Damit soll die digitale Souveränität Europas gestärkt und die öffentliche Verwaltung grundlegend modernisiert werden, so das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). „Mehr als 80 Prozent der digitalen Werkzeuge, auf die wir angewiesen sind, werden außerhalb Europas entwickelt, betrieben oder kontrolliert. Das ist nicht nur ein technisches Problem, sondern eine grundlegende Frage unserer digitalen Autonomie“, so David Amiel, französischer Minister für den öffentlichen Dienst und die Staatsreform. Die angestrebte öffentlich-private Partnerschaft unter Führung Frankreichs und Deutschlands sei „ein wichtiger Schritt hin zu widerstandsfähigeren öffentlichen Infrastrukturen und effizienteren Verwaltungen im KI-Zeitalter. Sie ist zudem eine Chance, KI-native souveräne Lösungen durch öffentliche Beschaffung europaweit voranzubringen“, so Amiel.
Roll-out erster Anwendungsfälle bis 2030
Die Zusammenarbeit soll KI-native Lösungen bereitstellen und damit Effizienz, Transparenz und Reaktionsfähigkeit staatlicher Dienste erhöhen. Man will sich auf vier Arbeitsbereiche fokussieren:
- Entwicklung und Bereitstellung einer souveränen, KI-integrierten Plattform für Enterprise-Resource-Planning (ERP), welche die spezifischen Anforderungen der französischen und deutschen Verwaltungen erfüllt.
- Automatisierung wichtiger Finanzabläufe – darunter Rechnungsklassifizierung und Prüfprozesse – unter Einsatz fortgeschrittener KI.
- Entwicklung von Entscheidungs- und Compliance-Assistenten für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, von generativen Assistenten für Textentwürfe, Szenariosimulation und Haushaltsbegründungen sowie von bürgerorientierten Assistenten für Anspruchsprüfungen und Formularhilfen.
- Aufbau gemeinsamer Innovationslabore für KI und ERP, die Förderung hybrider Kompetenzen sowie die Sicherstellung von Erklärbarkeit, Prüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit der KI-Systeme.
Bis Mitte 2026 werden Frankreich, Deutschland, Mistral AI und SAP ihre Zusammenarbeit in einer verbindlichen Rahmenvereinbarung formalisieren. Diese legt Governance, Kooperationsumfang und Finanzierungsmechanismen fest. Zwischen 2026 und 2030 sollen ausgewählte, besonders wirkungsstarke Anwendungsfälle in Verwaltungen ausgerollt werden.
Starke, abgestimmte Governance
Konzipiert ist die Partnerschaft ist als offener Rahmen , der weiteren europäischen Anbietern den Zugang ermöglicht – vorausgesetzt, ihre Lösungen sind souverän, interoperabel und vertrauenswürdig. Ziel ist der Aufbau einer breiteren europäischen Kooperationslandschaft, die komplementäre Beiträge im Sinne nationaler und europäischer Souveränitätsziele fördert.
Um den Erfolg – und auch die Nachhaltigkeit – der Zusammenarbeit sicherzustellen, wollen Frankreich und Deutschland ein gemeinsames französisch-deutsches Board des European Digital Infrastructure Consortium (EDIC) einrichten. Unter Vorsitz der zuständigen Ministerien beider Länder soll dieses Board die Kooperation steuern, die Beiträge von Mistral AI und SAP koordinieren und die Ausrichtung an nationalen und europäischen Zielen gewährleisten. Die Governance-Struktur soll Kohärenz, Interoperabilität und langfristige Tragfähigkeit sicherstellen, zudem soll sie vollständig in das europäische digitale Ökosystem eingebettet sein, so das BMDS.
Berlin: KI-Strategie für Finanzämter
[17.07.2026] Berlin will KI schrittweise in die Steuerverwaltung integrieren. Pilotprojekte sollen zeigen, wie sich Anträge schneller bearbeiten, Beschäftigte entlasten und der Service verbessern lassen. Schulungen und feste Ansprechpersonen begleiten die Einführung. mehr...
Bundesdruckerei: KI-Modellvergleich für die öffentliche Verwaltung
[15.07.2026] Die Bundesdruckerei veröffentlicht das fortlaufende Forschungsprojekt MÖVE. Auf einer interaktiven Website können Behörden KI-Sprachmodelle systematisch vergleichen. Der Bewertungsrahmen ist speziell auf den Public Sector abgestellt und prüft hinsichtlich Leistung, Sicherheit und Einhaltung europäischer Vorgaben. mehr...
Deutschland/Großbritannien: Zusammenarbeit für KI-Sicherheit
[10.07.2026] Mit immer leistungsfähigeren KI-Modellen entstehen neue Sicherheitsrisiken. Deutschland und Großbritannien wollen deshalb ihre Zusammenarbeit in der KI-Sicherheit ausbauen – auch über das britische AISI und das geplante deutsche KI-Sicherheitsinstitut. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI für eine starke Landwirtschaft
[10.07.2026] Zunehmend smart werden nicht nur Städte und Regionen, sondern auch die Landwirtschaft. Das Land Nordrhein-Westfalen erprobt Lösungen, die durch digitale Klimadatennetzwerke zum Schutz vor extremen Wetterereignissen beitragen und einen nachhaltigen Pflanzenbau auch in Zukunft ermöglichen sollen. mehr...
Land Salzburg: KI beschleunigt Förderprüfung
[03.07.2026] Das Land Salzburg hat ein KI-System zur Vorprüfung von Förderanträgen für klimafreundliche Heizungen eingeführt. Die Lösung gleicht Rechnungsdaten und Leistungsinhalte bereits beim Hochladen ab und soll Fördermittel schneller zur Auszahlung bringen. mehr...
BMDS: KI-Assistenz SPARK wird Open Source
[22.06.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in einer Innovationspartnerschaft KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Genehmigungsverfahren unterstützen und Beschäftigte bei zeitaufwendigen Tätigkeiten entlasten. Die Lösung steht nun auf OpenCode zur Verfügung. mehr...
Fraunhofer FOKUS/ÖFIT: Leitlinien für KI im Staat
[15.06.2026] Ein Politikbrief mehrerer renommierter Forschungsinstitutionen zum KI-Einsatz in der Verwaltung liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Das Papier skizziert unter anderem die Voraussetzungen, die nötig sind, damit KI die Verwaltung tatsächlich resilienter und handlungsfähiger macht – anstatt sie zu überfordern. mehr...
Brandenburg: KI in der Justiz
[11.06.2026] Brandenburg baut den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz aus: Den Beschäftigten steht künftig eine KI-gestützte Recherchefunktion innerhalb der juristischen Datenbank Beck-online zur Verfügung. mehr...
Thüringen: KI-Suite für Juris
[08.06.2026] Die Thüringer Justiz hat die Juris-KI-Suite flächendeckend eingeführt. Damit sollen die juristische Recherche erleichtert und Fachinformationen schneller erschlossen werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...
BMDS: Zuschlag für souveräne Cloud-Plattform
[27.05.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat zwei Konsortien mit dem Aufbau einer souveränen KI-Plattform beauftragt. Die PaaS-Lösung soll Anwendungen für Bund, Länder und Kommunen tragen. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 250 Millionen Euro. mehr...
Bremen: Dienstvereinbarung für den KI-Einsatz
[05.05.2026] In Bremen tritt eine neue Dienstvereinbarung zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung in Kraft. Mit internen klaren Regeln gibt sie den Mitarbeitenden Rechtssicherheit im Umgang mit KI und sorgt für Transparenz und Beschäftigtenschutz. mehr...
Schleswig-Holstein: LLMoin-Pilot für die Landesverwaltung
[29.04.2026] In der Landesverwaltung Schleswig-Holstein ist das Pilotprojekt LLMoin gestartet. Bei 1.000 Beschäftigten wird der KI-Assistent nun in den IT-Arbeitsplatz integriert. Das norddeutsche Bundesland nutzt erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. mehr...
Wolters Kluwer: Von der Idee zur Anwendung
[28.04.2026] Wolters Kluwer lädt zum dritten GovTech Prompt-a-thon ein. Am 18. Juni werden Expertinnen und Experten aus dem öffentlichen Sektor sowie aus IT, Recht und Projektmanagement gemeinsam an zukunftsweisenden KI-Lösungen für reale Verwaltungsherausforderungen arbeiten. mehr...
Materna/Neo4j: Strategische Partnerschaft
[17.04.2026] Eine strategische Partnerschaft für Graph-Intelligence und erklärbare KI haben Materna und Neo4j geschlossen. Damit baut die Unternehmensgruppe Materna ihre Kompetenz für vernetzte Datenanalysen in sicherheitskritischen und regulierten Umfeldern aus. mehr...
BMDS: Open-Source-KI-Module für die Verwaltung
[08.04.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in den vergangenen acht Monaten KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Planungs- und Genehmigungsverfahren als operative Assistenz unterstützen können. mehr...














