ThüringenNeue Digitalstrategie beschlossen

Digitalminister Steffen Schütz (l.) und Digitalstaatssekretärin Milen Starke haben auf der Regierungsmedienkonferenz in Erfurt die neue Digitalstrategie des Landes vorgestellt.
(Bildquelle: TSK / Rosa Schulz)
Thüringen richtet seine Digitalpolitik neu aus und setzt dabei auf eine zentral gesteuerte Verwaltungsdigitalisierung. Wie das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur mitteilt, hat das Kabinett am 16. Dezember 2025 die Digitalstrategie Smart State als neue Leitlinie verabschiedet. Ziel sei es, Verantwortung zu bündeln, Prozesse zu vereinheitlichen und digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger konkret erlebbar zu machen.
Digitalminister Steffen Schütz bezeichnete die Digitalisierung auf der Regierungsmedienkonferenz in Erfurt als Voraussetzung für einen leistungsfähigen und bürgernahen Staat. Sie sei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um staatliche Leistungen effizienter bereitzustellen. Nach Angaben des Ministers soll Mitte 2026 die sogenannte ThüringenApp starten, über die Verwaltungsleistungen schrittweise als „Verwaltung to go“ auf dem Smartphone verfügbar werden.
Neuordnung der Projekte und Initiativen
Die Strategie Smart State ordnet nach Darstellung des Ministeriums die bisherigen digitalen Projekte von Landes- und Kommunalverwaltung sowie gesellschaftlichen Initiativen neu. Digitalstaatssekretärin Milen Starke verwies darauf, dass bereits erzielte Fortschritte eine abgestimmte Gesamtstrategie erforderten, um die Digitalisierung effizient und einheitlich zu steuern. Zentrales Element sei der Thüringen-Stack, eine souveräne Technologieplattform mit verbindlichen Standards für Infrastruktur, Daten, Anwendungen und Prozesse. Diese Plattform solle das bislang verbreitete Silodenken in den Behörden überwinden und eine nutzerfreundliche Bedienung von Verwaltungsleistungen ermöglichen.
Ergänzend sieht die Strategie Maßnahmen vor, mit denen Kommunen und Gesellschaft an die digitale Transformation herangeführt werden sollen. Dazu zählen laut Ministerium der Einsatz von Digitallotsen, öffentliche Digitalforen, Bildungsangebote sowie ein Digitales Freiwilligenjahr. Sie sollen dazu beitragen, digitale Kompetenzen zu stärken und die Akzeptanz neuer Angebote zu erhöhen.
Bilanz des Jahres 2025
Schütz verwies zudem auf konkrete Schritte, die Thüringen 2025 bereits umgesetzt habe. Dazu zählen die Gründung eines eigenständigen Digitalministeriums mit zentraler Steuerungsfunktion, die Einrichtung eines Digitalbeirats und eines GovTech Campus sowie der Aufbau einer Thüringer Verwaltungscloud zur Stärkung der digitalen Souveränität. Außerdem würden KI-Werkzeuge in Kommunalbehörden erprobt, die digitale Ummeldung des Wohnsitzes sei in etwa der Hälfte der Meldebehörden möglich, und erste Bauämter arbeiteten mit einem digitalen Bauantrag.
Auf diesen Grundlagen solle 2026 weiter aufgebaut werden, so Schütz. Neben dem geplanten Start der ThüringenApp seien der Ausbau der Verwaltungscloud, die Ausweitung des digitalen Bauantrags und der Beginn des Digitalen Freiwilligenjahres vorgesehen. Ziel bleibe, dass alle Menschen in Thüringen spürbar von der Digitalisierung staatlicher Leistungen profitieren.
Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit
[08.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...
Sachsen: Bündeln, straffen, digitalisieren
[05.05.2026] Das sächsische Landeskabinett hat eine umfassende Modernisierungsagenda beschlossen. Ein großer Teil der Maßnahmen betrifft die digitale Transformation der Verwaltung und die erforderlichen Umsetzungsstrukturen. mehr...
Saarland: Zehn Minuten für die digitale Zukunft
[04.05.2026] Im Saarland wird derzeit die Digitalstrategie „Digitales Saarland 2035“ erarbeitet. Diese soll sich nah an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen im Land ausrichten. Daher läuft nun bis 20. Mai eine landesweite Online-Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse in die Strategie einfließen sollen. mehr...
Bayern/Bund: Kooperation besiegelt
[30.04.2026] Bayern und der Bund haben die Vereinbarung für eine Pilotkooperation zur Verwaltungsdigitalisierung unterzeichnet. Damit ist der im Januar angekündigte Ansatz nun vertraglich fixiert. Bis Jahresende sollen wichtige Fokusleistungen in allen Kommunen des Landes angeboten werden können. mehr...
Bitkom: Bilanz nach einem Jahr BMDS
[28.04.2026] Ein Jahr nach Start des Digitalministeriums zieht der Bitkom Bilanz zur Digitalpolitik der Bundesregierung. Demnach sind neun Prozent der Vorhaben abgeschlossen, mehr als die Hälfte läuft. Rund ein Drittel ist noch nicht gestartet. mehr...
Politik: Neuer Digitalausschuss im Bundesrat
[23.04.2026] Im Bundesrat wurden Digitalisierungsthemen bisher überwiegend in anderen Fachausschüssen – etwa für Verkehr oder Inneres – „mitbehandelt“. Dies wird nun anders: Gestern tagten die Digitalminister von Bund und Ländern erstmals in einem eigenen Ausschuss der Länderkammer. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung
[17.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...
BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in die Fläche
[15.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...
Thüringen/Estland: Von den Besten lernen
[10.04.2026] Estland setzt mit seiner digitalen Transformation globale Maßstäbe. Die Botschafterin des baltischen Staates machte nun ihren Antrittsbesuch beim Thüringer Ministerpräsidenten und der Landes-CIO. Thüringen und Estland wollen die digitale Verwaltung enger verzahnen. mehr...
Sachsen: Zukunftspaket für Wirtschaft und Arbeit
[08.04.2026] Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat das Zukunftspaket I für Wirtschaft und Arbeit vorgestellt. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem ein umfassendes Normenscreening und die Schaffung strafferer Strukturen in der Verwaltung. Auch die 24-Stunden-Gründung soll vorangetrieben werden. mehr...
IT-Planungsrat/FITKO: Jahresbericht veröffentlicht
[02.04.2026] Der IT-Planungsrat und die Föderale IT-Kooperation (FITKO) haben ihren gemeinsamen Jahresbericht 2025/2026 veröffentlicht. Er zeigt auf, wie die Verwaltungsdigitalisierung 2025 in konkrete Vorhaben übersetzt wurde. mehr...
Unternehmensgründung: Konzept für automatisierte Verfahren
[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern haben ein Konzept für vollautomatisierte Verwaltungsverfahren im Bereich Unternehmensgründung vorgelegt. Das Konzept stammt aus dem Projekt „Gründen in 24 Stunden“. mehr...
Schleswig-Holstein: Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz im Landtag
[25.03.2026] Mit dem Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz will Schleswig-Holstein den gesetzlichen Rahmen für eine umfassende, konsequente Verwaltungsdigitalisierung schaffen. Der Entwurf dazu wurde nun in den Landtag eingebracht. mehr...
NKR: Realitätscheck zur Modernisierungsagenda
[25.03.2026] Sechs Monate nach Verabschiedung der Modernisierungsagenda Bund zieht der Nationale Normenkontrollrat (NKR) eine Zwischenbilanz. Aus Sicht des Expertengremiums fehlt es vor allem an klarer Steuerung, Transparenz über den Umsetzungsstand und einer stärkeren Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg. mehr...
BMI/NKR: Modernisierung der Erwerbsmigration
[24.03.2026] Deutschland braucht internationale Fachkräfte – und ein Einwanderungsverfahren, das transparent, schnell und verlässlich funktioniert. Der Bund plant eine Work-and-Stay-Agentur als zentrale digitale Plattform für die Fachkräfteeinwanderung. Der Normenkontrollrat mahnt weitergehende Reformen an. mehr...














