HamburgLLMoin etabliert sich

KI-Lösungen wie LLMoin können Beschäftigte entlasten.
(Bildquelle: Anat art/stock.adobe.com)
Der von Hamburg entwickelte KI-Textassistent LLMoin steht nach Abschluss des stufenweisen Roll-outs nun circa 40.000 Beschäftigten der Verwaltung der Freien und Hansestadt zur Verfügung und wirkt dank einer Nachnutzungsoption auch über Hamburg hinaus. Wie die Senatskanzlei mitteilt, haben sich Niedersachsen (wir berichteten), Bremen (wir berichteten), Sachsen-Anhalt (wir berichteten) und Rheinland-Pfalz (wir berichteten) bereits für eine Nutzung entschieden und profitieren direkt von den Hamburger Erfahrungen und Best Practices. Mit LLMoin fördert Hamburg eigenen Angaben zufolge gezielt Effizienz, Servicequalität und digitale Kompetenzen in der öffentlichen Verwaltung.
Auf die Anforderungen der Verwaltung zugeschnitten
Seit Mitte 2023 haben die Stadt Hamburg und der IT-Dienstleister Dataport gemeinsam an der Entwicklung von LLMoin gearbeitet – einem KI-Assistenten, der speziell auf die Anforderungen der Verwaltung zugeschnitten ist (wir berichteten). LLMoin steht den Beschäftigten der Stadt Hamburg über eine gesicherte Weboberfläche im Intranet zur Verfügung, so die Senatskanzlei. Die Lösung erfülle hohe Standards hinsichtlich Datenschutz und IT-Sicherheit. Neben einer klassischen Prompt-Funktion für vielfältige Anwendungsfälle bietet LLMoin drei Einstiegsfunktionen, welche die Nutzung von KI und Sprachmodellen (LLMs) erleichtern. Damit könnten Mitarbeitende beispielsweise mit wenigen Klicks Inhalte zusammenfassen, Texte wie zum Beispiel E-Mails formulieren oder gezielt in Dokumenten recherchieren.
Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase mit einer behördenübergreifenden Nutzendengruppe begann nach Angaben der Senatskanzlei im Dezember 2024 die schrittweise Einführung in den Behörden und Einrichtungen der Kernverwaltung. Innerhalb von elf Monaten sei LLMoin flächendeckend für alle Mitarbeitenden bereitgestellt worden – ein Beleg für die effektive Zusammenarbeit und klare Zielsetzung über Behördengrenzen hinweg.
Teil des Arbeitsalltags
Begleitend zur Einführung wurden umfassende Schulungsangebote gemacht, die sowohl die Bedienung des Tools als auch grundlegende KI-Kompetenzen vermitteln. Eine User-Umfrage im Oktober 2025 mit einer repräsentativen Anzahl von Teilnehmenden aus verschiedenen Behörden bestätigt den Erfolg: Über 80 Prozent der befragten Nutzenden sind mit LLMoin zufrieden oder dem Tool gegenüber positiv eingestellt, heißt es in der Pressemeldung der Senatskanzlei. Neben der Zeitersparnis überzeuge LLMoin vor allem durch sein Alleinstellungsmerkmal: Als datenschutzkonforme Lösung stehe der KI-Assistent allen Beschäftigten sicher und niedrigschwellig zur Verfügung und lasse sich problemlos in die täglichen Arbeitsprozesse integrieren.
Hamburg-CDO Christian Pfromm sagt: „KI-Anwendungen werden zunehmend Teil unserer alltäglichen Arbeitsweise – vergleichbar mit etablierten Anwendungen zur E-Mail-Kommunikation oder Terminplanung. Wir verbinden bei der Einführung technologische Innovation mit gezieltem Kompetenzaufbau und einem umfassenden Schulungskonzept. Mit LLMoin setzen wir ein starkes Zeichen für die digitale Transformation im öffentlichen Sektor und zeigen, wie Innovationsbereitschaft sowie länderübergreifende Zusammenarbeit und Nachnutzung nachhaltige Veränderungen und echten Mehrwert schaffen können.“
Nachnutzung in weiteren Bundesländern
Durch die Pionierarbeit Hamburgs wird LLMoin laut der Senatskanzlei über den IT-Dienstleister Dataport auch anderen Kommunen und öffentlichen Institutionen zur Verfügung gestellt. Damit entstehe eine neue konkrete Form der interföderalen Zusammenarbeit, die bundesweit Maßstäbe setze. Hamburgs Vorstoß ermögliche es vielen Verwaltungen, von den technologischen und organisatorischen Fortschritten zu profitieren, ohne selbst langwierige Entwicklungsprozesse durchlaufen zu müssen. Zudem werde LLMoin kontinuierlich weiterentwickelt, sodass alle Nutzerinnen und Nutzer auch von neuen Funktionen und Verbesserungen profitieren können.
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