Baden-WürttembergApp für die digitale Unfallaufnahme

[25.01.2021] Um die polizeiliche Unfallaufnahme nach Verkehrsunfällen zu erleichtern, werden Baden-Württembergs Polizisten nun mit einer Handy-App ausgestattet, die das Hantieren mit Papierformularen überflüssig macht. Weitere digitale Lösungen sind in der Planung und Umsetzung.
Damit die Unfallaufnahme schneller vonstatten geht

Damit die Unfallaufnahme schneller vonstatten geht, kommt bei der Polizei in Baden-Württemberg jetzt eine App zum Einsatz.

(Bildquelle: meinzahn / 123rf.com)

Nach einem Verkehrsunfall sind Straßen oft für längere Zeit blockiert, Staus entstehen. Der Grund: die notwendige polizeiliche Unfallaufnahme. In Baden-Württemberg haben nun Verkehrsminister Winfried Hermann und der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl eine App vorgestellt, die die Unfallaufnahme beschleunigen soll. Bereits seit vergangenem Jahr nutzt die Polizei in Baden-Württemberg eine App zur mobilen Sachbearbeitung (wir berichteten). Jetzt können auch Verkehrsunfälle mit Smartphones aufgenommen werden. Möglich gemacht hat dies eine Kooperation des Verkehrsministeriums und des Innenministeriums.

Bessere Datenqualität in kürzerer Zeit

Wie das Ministerium für Verkehr berichtet, hat die Polizei in Baden-Württemberg bislang jedes Jahr rund 160.000 so genannter Kleinstunfälle mit dem so genannten Aufnahmeblatt – einem Formular mit mehreren Durchschlägen – aufgenommen. Mit der neuen App können die Daten nun direkt vor Ort per Smartphone erfasst werden. Auch Verkehrsordnungswidrigkeiten, vom Gurtverstoß bis hin zur unerlaubten Handynutzung, können jetzt digital vor Ort erfasst werden. Einige der Daten aus den polizeilichen Abfragesystemen, etwa Halterdaten, lassen sich dabei direkt übernehmen. Damit steigt laut Ministerium die Datenqualität, gleichzeitig soll sich die Bearbeitungszeit verringern. Insgesamt handle es sich um rund eine halbe Million Vorgänge pro Jahr, die jetzt digital erfasst werden.

Anbindung der Bußgeldstellen geplant

Im Laufe des Jahres 2021 soll auch der elektronische Versand der Kleinstunfälle und der Verkehrsordnungswidrigkeiten an den Großteil der 235 Bußgeldstellen im Land technisch umgesetzt werden, kündigt das Ministerium an. Mithilfe eines Analysetools werde dies außerdem genauere Analysen der Verkehrsunfalllage ermöglichen. Auf dieser Basis sollen dann Maßnahmen getroffen werden, die schwere Unfälle verhindern. Zudem werde bereits jetzt „unter Hochdruck“ weiter programmiert, damit künftig auch schwere Unfälle, beispielsweise mit Verletzten, per Smartphone aufgenommen und digital übermittelt werden können. 2022 soll laut Ministerium außerdem die App mFoto auf polizeilichen Smartphones verfügbar sein. Diese ermögliche es, Fotos und Videos zum Beispiel von der Unfallstelle aufzunehmen und direkt in die polizeiliche Infrastruktur zu übertragen. Geplant sei darüber hinaus eine Diktierfunktion, um die Schreibarbeit vor Ort zu reduzieren.





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