BearingPointBlockchain in der Verwaltung

[04.02.2019] Welche Bedeutung die Blockchain-Technologie derzeit aus Sicht der Verwaltungsmitarbeiter in Bundes- und Landesbehörden hat, hat das Unternehmen BearingPoint in einer Umfrage ermittelt. Die öffentliche Hand investiert demnach noch zögerlich, obwohl ein Nutzen der Blockchain-Technologie für die Verwaltung gesehen wird.

Eine Umfrage zu Blockchain in der deutschen Verwaltung hat jetzt BearingPoint vorgestellt. Wie das Unternehmen berichtet, hat es dafür 21 Experten in IT- und Fachbereichen der Verwaltung direkt befragt, die mit Innovationen und Fragen der Digitalisierung beschäftigt sind. Die Befragten stammen sowohl aus Bundesministerien und -behörden als auch aus Landesministerien und -behörden mit einer Größe von etwa 500 Mitarbeitern bis zu mehr als 20.000 Mitarbeitern.
62 Prozent der Befragten gaben laut BearingPoint an, dass für sie das Thema Blockchain unbekannt beziehungsweise völlig unbekannt ist. 24 Prozent haben sich nach eigenen Angaben bereits mit der Thematik beschäftigt, fünf Prozent bezeichnen sich als Experten. „Vorsichtig ausgedrückt: Der Wissensstand ist ausbaufähig“, kommentiert Alexander Schmid, Partner bei BearingPoint, die Befragungsergebnisse. „Innovationen in der Verwaltungsmodernisierung benötigen Zeit. Bevor eine Entscheidung zum Nutzen getroffen werden kann, braucht es aber Wissen und Verständnis zu den Möglichkeiten. Hier gilt es, gezielt anzusetzen.“
Ein differenziertes Bild zeichnet die Umfrage mit Blick auf das Nutzenpotenzial: 38 Prozent der Befragten sehen laut BearingPoint einen großen beziehungsweise sehr großen Nutzen von Blockchain für die öffentliche Verwaltung. Nur 29 Prozent aber beurteilen die Blockchain als nützlich für die eigene Organisation. Rund ein Drittel könne außerdem den Nutzen gar nicht einschätzen. Als wichtigste Nutzenaspekte der Blockchain nennen die Befragten die Unverfälschbarkeit von Daten (48 Prozent), die Beschleunigung von Geschäftsprozessen (48 Prozent) sowie die Transparenz von Geschäftsprozessen (43 Prozent).

Vorsichtige Schritte im Neuland

Am geringsten ist die Auseinandersetzung mit Blockchain nach Einschätzung der Befragten im Haushaltsbereich, berichtet BearingPoint. „Das ist ein klarer Indikator dafür, dass in das Thema Blockchain noch kaum Mittel investiert werden“, sagt Alexander Schmid. „Wir stellen jedoch fest, dass sich der Trend ändert und beispielsweise mit der Blockchain-Strategie des Bundes verwaltungsintern immer mehr Einsatzbereiche diskutiert werden.“ Insbesondere die Fach- und IT-Bereiche beschäftigen sich laut der Befragung mit dem Thema Blockchain. Auf Leitungs- und Organisationsebene setzen sich hingegen nur wenige Mitarbeiter aktiv mit dem Thema auseinander. „Wie im Rest der Gesellschaft, geht die Blockchain-Technologie also auch in der öffentlichen Verwaltung eher von einer Graswurzelbewegung aus, als dass sie von oben herab verordnet würde“, schlussfolgert BearingPoint. Die Befragung zeige, dass IT-Wissen zu Aufbau und Wirkweise von Blockchains stärker mit möglichen Anwendungsfällen in den Fachabteilungen der Ministerien und Behörden zusammengebracht werden muss.
„Die vorsichtigen Schritte im Neuland zeigen, wie schwer sich die deutsche Verwaltung tut“, sagt Schmid. „Wir sind ja hier nicht in Ouagadougou“, zitiert er einen früheren Finanzminister und fügt hinzu: „Was in Deutschland seine Zeit braucht, geht allerdings andernorts manchmal schneller. In der Hauptstadt von Burkina Faso unterstützen wir zum Beispiel derzeit das dortige Finanzministerium in einem Pilotprojekt zum Einsatz der Blockchain-Technologie zur besseren Steuerung von Entwicklungsgeldern. Die Verantwortlichen im burkinischen Finanzministerium treiben das Projekt mit Blick auf den Nutzen für ihre Verwaltung voran. Durch das zugehörige Veränderungsmanagement im Projekt sichert sich die burkinische Verwaltung auch die notwendige Akzeptanz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber der neuen Technologie.“ Die Studienergebnisse im Detail können bei BearingPoint angefragt werden.





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