dbb UmfrageBürger geben gute und schlechte Noten

Gemischte Rückmeldung geben die Bürger dem Öffentlichen Dienst.
(Bildquelle: https://dbb-jahrestagung.de)
Viele politische Institutionen litten in den letzten Jahren unter einem Vertrauensverlust und sinkendem Ansehen in der allgemeinen Wahrnehmung. So auch der öffentliche Dienst. Dies spiegelt die aktuelle „dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst“ wider, die alljährlich vom dbb Beamtenbund und Tarifunion unternommen wird. Der darin attestierte Vertrauensverlust hinsichtlich der Handlungs- und Leistungsfähigkeit des Staates, wird vom dbb mit der nach der Bundestagswahl 2017 „schwierigen und ungewöhnlich langen Regierungsbildung sowie die permanenten Konflikte innerhalb der Großen Koalition“ erklärt. Vertrauenszuwachs um 22 Prozent 2019 waren nur 34 Prozent der Bundesbürger der Ansicht, dass der Staat seine vielfältigen Aufgaben erfüllt. Ein Jahr später, nach den Erfahrungen mit den Herausforderungen der Corona-Krise, kam es in dieser Frage zu einem beachtlichen Vertrauenszuwachs um 22 Prozent. 2020 gaben nunmehr 56 Prozent der Befragten an, mit der Aufgabenerfüllung des Staates zufrieden zu sein. Positiv geäußert haben sich mehrheitlich die Angestellten, Beamten und Tarifbeschäftigten, während Arbeiter und Selbstständige skeptisch blieben. Im Parteiengefüge äußerten sich jeweils mehr als zwei Drittel der Anhänger der Regierungskoalition und der Grünen zufrieden, während die Anhänger von Linke (57 Prozent) und AfD (92 Prozent) den Staat als überfordert wahrnahmen. Vor allem die Schul- und Bildungspolitik (22 Prozent), die Asyl- und Flüchtlingspolitik (20 Prozent), die Bewältigung der Corona-Pandemie (16 Prozent) und die innere Sicherheit (14 Prozent) werden kritisch gesehen. Schlechte Noten für Ministerien und Sozialämter Nur eine Minderheit der Befragten (17 Prozent) hat eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes wahrgenommen. 44 Prozent sehen im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen, 32 Prozent haben eine Abnahme bemerkt. Dies ist umso erstaunlicher als die Aktivität des Staates wohl kaum zuvor so spürbar gewesen ist – vielleicht auch gerade deswegen. Der dbb hakte an dieser Stelle nach und bat die Befragten, für einzelne Einrichtungen der öffentlichen Hand Schulnoten zu verteilen. Hierbei schnitten Straßenreinigung und Müllabfuhr mit der Note 1,7 besonders gut ab, gefolgt von Kindergärten (2,0), Polizei (2,0) und Krankenhäusern (2,4). Schlechte Note erhielten die Landesministerien, Sozialämter und Bundesministerien (jeweils Note 3,2). Und obwohl die Beamten von der Bevölkerung weiterhin als pflicht- und verantwortungsbewusst und zuverlässig wahrgenommen werden, rangieren sie im Ansehen der Berufsgruppen weit abgeschlagen kurz vor Steuerberatern, Gewerkschaftsfunktionären und Politikern. Rückgrat des Staates Balsam auf die Seelen der Beamtenschaft war indessen Bundeskanzlerin Angela Merkels Videobotschaft zur Eröffnung der dbb Jahrestagung am 11. Januar 2021. Darin attestierte sie den Staatsbediensteten „herausragende Leistungen für unsere Gesellschaft“ und hob die jüngste Tarifrunde als „starkes Signal der Wertschätzung“ hervor. Auch für Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich der öffentliche Dienst in der Pandemie als „höchst leistungsfähig“ erwiesen, er sei das „Rückgrat des Staates“. Seehofer sprach in seiner Rede von einer hohen Qualifikation der Mitarbeiter, was sich auch im Homeoffice bewahrheitet hätte: „Ich habe keinerlei Einschränkungen in der Qualität des Geleisteten festgestellt“. Allerdings konstatierte der Minister zu wenig Personal bei den Gesundheitsämtern und mäßige Fortschritte bei der Digitalisierung. Die „ausgesprochene Zettelwirtschaft in Deutschland“ müsse ein Ende haben. Als blamabel empfand Seehofer, dass zu Beginn der Corona-Pandemie internationale Universitäten die Infektionszahlen besser darstellen konnten als die eigenen Ämter. Geld macht sinnlich Seehofer ging auch auf Fortschritte beim Onlinezugangsgesetz (OZG) ein und erklärte, dass die über 100 Leistungen des Bundes bereits weitgehend umgesetzt seien. „Die Verwaltungsdigitalisierung wird zu einem Erfolgsmodell, das prophezeie ich schon jetzt.“ Eine spürbare Dynamik müsse jetzt auch mit den Ländern und Kommunen aufrechterhalten werden, wozu die 3,3 Milliarden Euro aus dem Konjunkturtopf sicherlich beitrügen: „Geld macht eben sinnlich“, so Seehofer. Der im Herbst aus dem Amt scheidende Minister kündigte noch für dieses Jahr 2.000 zusätzliche Stellen beim Bund im Bereich der Digitalisierung an. Auf eine Diskussion über Arbeitszeitverkürzung wollte er sich jedoch auf der dbb Jahrestagung nicht einlassen. Dies sei nicht prioritär.
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[09.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...
Thüringen: Neue Digitalstrategie beschlossen
[19.12.2025] Das Thüringer Kabinett hat eine neue Digitalstrategie beschlossen, welche die Verwaltungsdigitalisierung bündeln und beschleunigen soll. Kernpunkte sind eine zentrale Steuerung, einheitliche IT-Standards und ab 2026 eine App, über die Behördenleistungen per Smartphone zugänglich werden sollen. mehr...
IT-Planungsrat: 2025 war ein Jahr der Meilensteine
[19.12.2025] Mecklenburg-Vorpommern hatte in diesem Jahr den Vorsitz im IT-Planungsrat inne und nun eine positive Bilanz gezogen. 2025 sei ein Meilenstein-Jahr auf dem Weg zur digitalen Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Unternehmen gewesen. mehr...
Rheinland-Pfalz: Digitalprogramm 2026/2027 beschlossen
[18.12.2025] Das Landeskabinett Rheinland-Pfalz hat die Fortschreibung der Digitalstrategie von 2023 beschlossen. Deren Inhalte wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeitet. mehr...
NKR: Modernisierungsagenda bleibt zu vorsichtig
[10.12.2025] Die föderale Modernisierungsagenda ist beschlossen. Der NKR sieht darin wichtige Impulse für leistungsfähigere Verwaltungen, kritisiert jedoch vertagte Reformhebel und fordert eine konsequente Umsetzung mit starker Einbindung der Kommunen. mehr...
Ministerpräsidentenkonferenz: Eine schnellere, digitalere Verwaltung
[08.12.2025] Auf der Konferenz der 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten wurde ein 200-Maßnahmen-Paket für eine föderale Modernisierungsagenda beschlossen. Viele der Maßnahmen betreffen auch die Verwaltung und deren digitale Transformation. mehr...
BMDS: Wildwuchs der Bundes-IT zügeln
[05.12.2025] Das Bundesministerium für Digitales hat mit dem Zustimmungsvorbehalt ein wirkungsvolles Instrument erhalten, um Digitalprojekte und IT-Ausgaben über Ressortgrenzen hinweg zu steuern. So soll zentral für Kompatibilität, Effizienz und Einhaltung der strategischen Richtung gesorgt werden. mehr...
Sachsen-Anhalt: Zentrale Serviceagentur für Kommunen
[05.12.2025] Eine Machbarkeitsstudie aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass eine zentrale Serviceagentur für Kommunen Verwaltungsabläufe beschleunigen und verbessern kann. Digitalministerin Lydia Hüskens kündigte an, dass ab 2026 sukzessive eine Unterstützungseinheit für Kommunen umgesetzt werden soll. mehr...
Berlin: Digitalisierungsschub für die Wirtschaftsverwaltung
[04.12.2025] Ein Jahr nach Vorstellung des Aktionskonzepts zur Verwaltungsdigitalisierung für die Berliner Wirtschaft zieht Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey eine positive Bilanz. Vieles laufe schneller als geplant, der Digitale Wirtschaftsservice DIWI wächst und erste Medienbrüche in Gewerbeverfahren werden abgebaut. mehr...
Staatsmodernisierung: Konferenz vor der Konferenz
[03.12.2025] Mit einer „Konferenz für einen zukunftsfähigen Staat“ in Berlin wollte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst die Weichen für die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz stellen, deren zentrale Themen Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung sein werden. mehr...
eco: Zu kleiner Etat für den digitalen Aufbruch
[02.12.2025] Im November einigte sich der Haushaltsausschuss auf den BMDS-Etat für 2026. Viel Spielraum hat das Digitalministerium dennoch nicht, moniert der Internetwirtschaftsverband eco. Die Gelder fließen größtenteils in längst geplante Vorhaben, Mittel für echte Innovationen wie etwa KI liegen bei anderen Häusern. mehr...
IT-Planungsrat: Wichtige Digitalvorhaben beschlossen
[27.11.2025] Der IT-Planungsrat hat bei seiner letzten Sitzung des Jahres zentrale Beschlüsse zur Verwaltungsdigitalisierung gefasst. Er konkretisiert die EUDI-Wallet-Anbindung, übernimmt den KI-Marktplatz MaKI, stärkt Open-Source-Beschaffung und verstetigt die EfA-Lenkungsgruppe. mehr...
Föderale Modernisierungsagenda: Jetzt muss gehandelt werden
[25.11.2025] Der Nationale Normenkontrollrat mahnt die in der Föderalen Modernisierungsagenda vorgesehene bessere Aufgabenbündelung mit Nachdruck an. Die Ministerien müssten dieses Projekt konsequent weiterverfolgen, um Effizienz und Entlastung der Kommunen zu sichern. mehr...
Digitalministerkonferenz: Verwaltung im Fokus
[25.11.2025] Auf der vierten Digitalministerkonferenz fassten die Digitalministerinnen und -minister der Länder zentrale Beschlüsse zur Staats- und Verwaltungsmodernisierung. Sie wollen den Deutschland-Stack vorantreiben, wollen „Digital Only“ verbindlich verankern und fordern Tempo bei der Registermodernisierung. mehr...
Registermodernisierung: NOOTS-Staatsvertrag verabschiedet
[24.11.2025] Das Gesetz zum Staatsvertrag über das Nationale Once-Only-Technical-System hat den Bundesrat passiert. Nach Angaben der Bundesregierung kommt damit die Registermodernisierung von Bund, Ländern und Kommunen voran. mehr...














