Schleswig-HolsteinKonsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren.
Die Landesflagge von Schleswig-Holstein, im Hintergrund blauer Himmel.

Schleswig-Holstein setzt bei der Verwaltungstransformation auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen.

(Bildquelle: rarrarorro/123rf.com)

Schleswig-Holstein ist auf dem Weg der digitalen Transformation mit dem Ziel einer schnellen, serviceorientierten und wirtschaftsfreundlichen Verwaltung weiter vorangekommen. Wie die Staatskanzlei des norddeutschen Bundeslandes mitteilt, sind zentrale, vollständig digitale und medienbruchfreie Verwaltungsleistungen dabei wichtige Bausteine. Fokusleistungen wie iKfz, elektronische Wohnsitzanmeldung, Unterhaltsvorschuss, Anlagengenehmigung und -zulassung sowie Handwerk digital seien in den Kommunen und Landesbehörden flächendeckend online verfügbar, weitere Leistungen wie Wohngeld, Eheschließung oder Baugenehmigung sollen im ersten Halbjahr 2026 folgen.

Zusammenarbeit von Land und IT-Verbund

Ermöglicht werde dies durch die Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH), der die kommunale Digitalisierung koordiniert. Wie die Staatskanzlei weiter mitteilt, wurden 2025 ingesamt 71 Behörden in kommunaler Zuständigkeit angebunden, 117 befinden sich in Umsetzung. Zudem wurden bundesweit schleswig-holsteinische Online-Dienste in 843 Behörden bereitgestellt, davon 689 im Bereich Wohngeld.

Seit 2018 seien in Schleswig-Holstein Prozesse und Strukturen aufgebaut worden, die heute einen standardisierten Roll-out von Online-Diensten ermöglichen. Dabei liege der Fokus nicht ausschließlich auf den Einer-für-Alle-Diensten, Eigenentwicklungen würden ebenso ausgerollt. Möglich werde dies durch die zentrale Finanzierung des Landes sowie zentrale Tools wie einen OZG-Shop. Über diese Plattform des ITV.SH für Online- und Basisdienste können sich die Kommunen über das bestehende Angebot informieren und die entsprechenden Nutzungsrechte direkt erwerben.

Gemeinsame Prozesse und Strukturen

„Insbesondere in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein mit seinen zahlreichen Kommunen unterstreichen die Erfolge im Roll-out der bundesweit verabredeten Fokusleistungen, wie wichtig es war und ist, frühzeitig gemeinsame Prozesse und Kommunikationsstrukturen mit dem kommunalen Bereich aufzubauen, um Mehrwerte für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu schaffen. Schleswig-Holstein hat dies getan und übernimmt damit zugleich Verantwortung in der bundesweiten Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und ergänzt: „Wir können den Menschen in Schleswig-Holstein im Bundesvergleich bereits jetzt eine Vielzahl von digitalen Angeboten machen. Diesen eingeschlagenen Weg werden wir mit dem weiteren Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen konsequent fortsetzen. Mit einer leistungsfähigen E-Government-Infrastruktur und einem klaren rechtlichen Rahmen werden wir vollständig digitale Prozessketten sicherstellen und Verwaltungsleistungen noch schneller bürger- und unternehmensfreundlich anbieten können.“ Schleswig-Holstein habe seine Hausaufgaben gemacht und gemeinsam mit dem ITV.SH den Weg für 2026 beschrieben. Es wäre schön, wenn wir bundesweit wieder zu einem gemeinsamen Vorgehen kämen, sagte Schrödter

„Gemeinsam mit dem Land und den schleswig-holsteinischen Kommunen haben wir in den vergangenen Jahren eine leistungsstarke Basisinfrastruktur aufgebaut und weiterentwickelt, mit der wir verlässliche Lösungen für die digitale Verwaltung bereitstellen. Mit dem konzentrierten Roll-out festgelegter Fokusleistungen sowie der Landesbasisdienste treiben wir so die (Ende-zu-Ende-)Digitalisierung der Verwaltungsleistungen in den Kommunen partnerschaftlich weiter voran“, sagt Matthi Bolte-Richter, Geschäftsführer des ITV.SH.

Dashboard kommt

Ein Online-Diensteportfolio, entstanden im engen Dialog mit den nachnutzenden Kommunen, wird nach Angaben der Staatskanzlei 2026 in bewährter Weise ausgerollt. Dieses werde sowohl EfA-Leistungen wie den Aufenthaltstitel als auch landeseigene Dienste wie die Urkundenanforderung aufweisen, ein Dienst, welcher im Sinne des Once-Only-Prinzips bereits eine Registeranbindung aufweist.

Zudem soll der Fortschritt der Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein stärker sichtbar gemacht werden. Hierzu ist geplant, dass der ITV.SH mit den Kommunen und der Landesregierung im ersten Quartal 2026 ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard online zur Verfügung stellt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Mehrere Flaggen mit dem bayrischen blau-weißen Rautenmuster vor blauem Hintergrund.

Bayern: Weiß-blaue Erfolgsbilanz

[28.07.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring zog im Landtag eine ausgesprochen wohlwollende Bilanz der eigenen Digitalpolitik. Den Freistaat sieht er bei der Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kurs und bei der Verwaltungsdigitalisierung bereits als Taktgeber Deutschlands. mehr...

Landesdienstflagge Mecklenburg-Vorpommern, nahaufnahme des in Falten liegenden Fahnenstoffes

Mecklenburg-Vorpommern: Beitritt zum Zweckverband eGo-MV

[28.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität

[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...

Hände und Torso einer mutmaßlich weiblichen Person, die mit nachdenklicher Pose ein Smartphone hält.

BMDS: One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung

[21.07.2026] Die Sozialplattform soll zum zentralen digitalen Zugang für Sozialleistungen ausgebaut werden. Vorgesehen sind durchgängig digitale Verfahren, Registerabrufe über NOOTS sowie perspektivisch die Anbindung von Deutschland-App und EUDI-Wallet. mehr...

Papierkorb mit zusammengeknülten Papieren, im Hintergrund unscharf ein Fax-Gerät

Sachsen/Thüringen: Die Verwaltung soll schneller werden

[16.07.2026] Sachsen und Thüringen wollen Verwaltungsverfahren vereinfachen und beschleunigen und haben dazu neue Gesetzespakete auf den Weg gebracht. Thüringen konzentriert sich vor allem auf das Baurecht, während Sachsen einen breiten Umbau des Landesrechts plant. mehr...

Läufer, der die Ziellinie eines Rennens auf einer schwarzen Laufbahn überquert, mit Bewqegungsunschärfe.

Bitkom: Digitalvorhaben kommen voran

[13.07.2026] Die Bundesregierung hält in der Digitalpolitik das Tempo: Erstmals sind doppelt so viele Digitalvorhaben begonnen wie noch nicht begonnen. Das geht aus dem neuesten Monitor Digitalpolitik des Bitkom hervor. Der Verband mahnt, begonnene Projekte nun zügig abzuschließen. mehr...

Karsten Wildberger steht vor einer violett-roten Wand zwischen zwei nicht näher benannten Männern, alle im Anzug

BMDS/Hertie School: Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung

[09.07.2026] Das BMDS fördert ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung an der Hertie School. Die Plattform soll die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern wissenschaftlich begleiten und deren Wirkung unabhängig evaluieren. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Tagungssaal mit runder Tischanordnung, gut besetzt

Ministerpräsidentenkonferenz: Im Schulterschluss zum schlanken Staat

[01.07.2026] Die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz hat den ersten Fortschrittsbericht zur Föderalen Modernisierungsagenda beschlossen. In wichtigen Bereichen kam die Umsetzung voran – Bundesdigitalminister Wildberger wie auch der NKR mahnten aber Tempo und weitere strukturelle Entscheidungen an. mehr...

Gruppenfoto: alle IT-PLR-Mitglieder stehen in einem Innneraum nebeneinander und sehen wohlwollend und zufrieden aus

IT-Planungsrat: Der D-Stack gewinnt an Kontur

[22.06.2026] Für die Umsetzung des Deutschland-Stacks wurden einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Bei der letzten Sitzung des IT-Planungsrats haben sich Bund und Länder auf wesentliche Elemente des im Aufbau befindlichen standardisierten, interoperablen digitalen Ökosystems geeinigt. mehr...

BMDS/Mecklenburg-Vorpommern: Verwaltungsdigitalisierung gemeinsam beschleunigen

[22.06.2026] Der Bund und Mecklenburg-Vorpommern haben eine Verwaltungsvereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit unterzeichnet. Damit sollen Maßstäbe für digitale Verwaltung, Bürokratierückbau, bessere Rechtsetzung und mehr Serviceorientierung gesetzt werden. mehr...

Vier Männer vor Bildschirmen_5G-Campusnetze_SH

Schleswig-Holstein: Wirkmächtiges Instrument

[19.06.2026] Eine positive Bilanz zum Digitalisierungsbooster SH hat Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gezogen. Zentrale Maßnahmen sind eine LoRaWAN-Infrastruktur, die 5G-Campusnetze und das Landesprogramm Offene Innovation. mehr...

Porträt von Lydia Hüskens, mit verschränkten Armen im dunklen Blazer vor einer braunen Wand stehend

Sachsen-Anhalt: Positive Zwischenbilanz zur Digitalstrategie

[17.06.2026] Eine positive Zwischenbilanz der Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ hat Digitalministerin Lydia Hüskens gezogen. Rund 80 Prozent der definierten Ziele sind bereits erreicht oder aktiv in Bearbeitung. Der Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen zählt zu den sichtbarsten Erfolgen. mehr...

Karsten Wildberger am Rednerpult in klassizistischer Kulisse.

BMDS: Umsetzungsstand der Modernisierungsagenden

[16.06.2026] In Berlin diskutierten 200 Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern über die Fortschritte der Modernisierungsagenden. Dabei wurde deutlich: Die Umsetzung hängt vor allem an der engen Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. mehr...

Drei steif lächelnde Menschen stehen nebeneinander vor einer blauen Wand und halten Doklumentenmappen in ihren Händen.

Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat

[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...