Nordrhein-WestfalenCyber-Sicherheitsstrategie beschlossen
Mitte Dezember hat das nordrhein-westfälische Kabinett die im April vorgestellte Cyber-Sicherheitsstrategie des Bundeslandes (wir berichteten) beschlossen und den ersten Bericht zur Cyber-Sicherheit in Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2020 vorgelegt. Ziel der Strategie ist, gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Akteuren das Cyber-Sicherheitsniveau in und für Nordrhein-Westfalen zu verbessern, wie das Staatsministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen (IM NRW) jetzt in einer Pressemeldung mitteilte. Im Einzelnen sollen im Bundesland die Cyber-Sicherheit erhöht, die Koordination und Kooperation gestärkt und Cyber-Sicherheit als Erfolgsfaktor verankert werden. Die Strategie sei bundesweit die erste dieser Art und gelte zunächst bis 2024.
Erste Projekte umgesetzt
Einige Projekte seien 2020 bereits umgesetzt worden. Als ein erstes Beispiel nennt das IM NRW das Projekt „Cyber-Campus Nordrhein-Westfalen“, dem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft im Februar des Jahres sechs Millionen Euro für die Förderung neuer Studiengänge zur Cyber-Sicherheit zugesagt wurden (wir berichteten). Im August beschloss das Kabinett dann auf Vorschlag von Innenminister Herbert Reul und Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart, im IM NRW die Koordinierungsstelle Cyber-Sicherheit NRW einzurichten (wir berichteten) – bundesweit die erste Koordinierungsstelle auf Ebene einer Landesregierung. Außerdem seien im Jahr 2020 der Interministerielle Ausschuss Cyber-Sicherheit (IMA Cyber-Sicherheit), der alle Ressorts des Landes Nordrhein-Westfalens vereine, gegründet und das Kompetenzzentrum für Cyber-Sicherheit in der Wirtschaft initiiert worden. Letzteres ist unter dem Namen „DIGITAL.SICHER.NRW“ am Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie angesiedelt und dient laut IM NRW insbesondere der Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen.
Das Sicherheitsnetz kooperativ stärken
Zwei der genannten Gründungen stehen dann auch hinter der Strategie und dem Bericht zur Cyber-Sicherheit in Nordrhein-Westfalen: Wie es im Pressetext weiter heißt, wurden beide von der Koordinierungsstelle Cyber-Sicherheit in Zusammenarbeit mit dem IMA Cyber-Sicherheit erstellt. Dem Bericht sei unter anderem zu entnehmen, wie sich Kriminalität im Internet entwickelt hat: So sei die Computer-Kriminalität im Corona-Jahr 2020 um 20,8 Prozent auf 24.294 Fälle angestiegen – der höchste Stand seit fünf Jahren. In Zusammenarbeit mit allen Ministerien und unter Einbeziehung externer Experten soll der Bericht fortan jährlich erscheinen. „Dieser ressortübergreifende Ansatz verdeutlicht, dass wir Sicherheit in jeder Dimension ernst nehmen und dass wir als Land in der Spitze breit und gut aufgestellt sind“, sagt Innenminister Herbert Reul. „Digitale Selbstbestimmung und die sichere Nutzung des Netzes – dafür leisten wir einen starken Beitrag. Je besser wir untereinander vernetzt sind und zusammenarbeiten, umso dichter ist unser digitales Sicherheitsnetz für Bürger und Unternehmen.“
Zwei Projekte im Fokus
In naher Zukunft wird sich das IM NRW nach eigener Auskunft zunächst auf zwei Projekte fokussieren. Dies sei zum einen eine stabile und umfangreiche Datenlage zur Cyber-Sicherheit im Land. Sich darin ergebende Lücken und Schwachstellen sollen durch gezielte Studien geschlossen werden, um ein umfassendes und aktuelles Lagebild zu gewährleisten. Zum anderen sei dies ein digitaler Cyber-Sicherheitskompetenz-Check (CyberCheck NRW). Mit ihm sollen Bürger die Möglichkeit erhalten, online Fragen rund um das Thema Cyber-Sicherheit zu beantworten, um den eigenen Wissensstand zu überprüfen. Je nachdem, welche Lücken oder Schwächen der Check offenbart, erhielten die Bürger zum Abschluss konkrete Hilfestellung in Form von Informations-, Lern- oder Fortbildungsangeboten.
Hier gelangen Sie zur Cybersicherheitsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen.
Den Bericht zum Jahr 2020 finden Sie hier.
https://www.cybersicherheit.nrw
Deutschland/Israel: Üben für den Cyber-Ernstfall
[10.02.2026] Schneller reagieren, Abläufe abstimmen, Angriffe früher erkennen: Bei der Cyber-Sicherheitsübung Blue Horizon arbeiteten Fachleute aus Deutschland und Israel erstmals praktisch zusammen. Die Übung gilt als erster konkreter Schritt des im Januar geschlossenen bilateralen Cyber- und Sicherheitspakts. mehr...
Datenschutzkonferenz: Klare Regelung für das Polizeiprojekt P20-Datenhaus
[05.02.2026] Die Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern begleitet das Modernisierungsvorhaben der polizeilichen IT schon lange – und bemängelt nun die Rechtssicherheit des geplanten Datenhauses. Eindeutige Regelungen zu Betrieb und Verantwortlichkeiten fehlten. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Alles neu bei der Polizei-IT
[02.02.2026] Seit einem Angriff auf IT-Infrastrukturen im Juni 2025 muss die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ohne Smartphones auskommen. Das Innenministerium nahm den Vorfall zum Anlass, die mobile IT-Infastruktur grundlegend zu erneuern. Das Vorhaben soll im Verlauf dieses Jahres abgeschlossen werden. mehr...
Baden-Württemberg: Cyber-Sicherheit bei der Landtagswahl
[02.02.2026] Im März wird in Baden-Württemberg der 18. Landtag gewählt. Die Cybersicherheitsagentur warnt vor Cyber-Risiken im Wahlkampf und verweist auf konkrete Unterstützungsangebote für Kandidierende. Daneben stellen auch Verfassungsschutz und Polizei konkrete Hilfsangebote bereit. mehr...
Niedersachsen: Schutzschirm gegen Cyber-Angriffe
[29.01.2026] Niedersachsen implementiert mit dem Projekt Aegis einen Cyber-Schutzschirm, von dem neben der Landesverwaltung perspektivisch auch die niedersächsischen Kommunen und Hochschulen profitieren sollen. Technisches Kernstück ist eine XSIAM-Lösung von Palo Alto Networks. mehr...
Hessen: KRITIS-Monitoring weiter optimiert
[26.01.2026] Schon seit 2023 stellt die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung Monitoring-Software für die Kritische Infrastruktur bereit. Jetzt wurde das Tool erweitert: Über eine Schnittstelle können relevante Daten nun automatisiert an den Bund übermittelt werden. mehr...
BSI: Neues NIS2-Registrierungsportal
[13.01.2026] Das BSI hat ein neues Portal gestartet, das für sogenannte NIS2-Unternehmen und Bundesbehörden als zentrale Anlaufstelle für die Registrierung sowie das Melden von Sicherheitsvorfällen dient. Zudem bündelt das Portal Informationen zu NIS2 und IT-Sicherheit. mehr...
Dataport: BSI bestätigt Sicherheit
[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...
Adva Network Security: Mehr Sicherheit für KRITIS und Behörden
[22.12.2025] Kritische Infrastrukturen und Behörden brauchen bereits heute quantensichere Verschlüsselung, um Risiken durch „Harvest-now, decrypt-later”-Angriffe zu neutralisieren. Der Hersteller Adva Network Security erhielt nun eine BSI-Zulassung für sein PQC-verschlüsseltes Edge-Netzwerkgerät. mehr...
Cyber-Sicherheit: NIS2-Umsetzungsgesetz in Kraft
[11.12.2025] Seit vergangener Woche gilt die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2, mit der sich die Anforderungen an die Cyber-Sicherheit der Bundesverwaltung und bestimmter Unternehmen erhöhen. Das BSI bereitet die Einführung eines NIS2-Meldeportals zum 6. Januar 2026 vor. mehr...
Hessen: Akteure für digitale Resilienz vernetzen
[25.11.2025] In Hessen ging ein ressortübergreifendes Gremium zur Cybersicherheit an den Start. Die Hessische Cybersicherheitsplattform dient der strategischen Vernetzung zentraler Akteure, soll den Informationsaustausch fördern und unter anderem Handlungsempfehlungen zur Stärkung der digitalen Resilienz entwickeln. mehr...
NIS2-Umsetzung: Bundestag beschließt Cybersicherheitsgesetz
[18.11.2025] Der Bundestag hat das NIS2-Umsetzungsgesetz verabschiedet. Das BSI übernimmt als zentrale Aufsichts- und Koordinierungsstelle die Rolle des CISO Bund und wird zudem künftig rund 29.500 Einrichtungen – statt wie bisher 4.500 – überwachen. mehr...
Interview: Sicher mobil arbeiten
[12.11.2025] Ob Polizei, Einsatzkräfte, Wartungsteams oder kommunale Mitarbeitende im Außendienst – viele Beschäftigte des öffentlichen Diensts arbeiten nicht immer im Büro. Die Anforderungen an die Sicherheit beim mobilen Arbeiten sind allerdings immens. move-online sprach mit Volkan Gümüs, Geschäftsführer von Materna Virtual Solution, über Lösungen, die eine hohe Sicherheit versprechen. mehr...
BSI-Jahreslagebericht: Cybersicherheit bleibt Herausforderung
[12.11.2025] Der neue Jahresbericht des BSI zeigt: Trotz Fortschritten bleibt Deutschland im digitalen Raum verwundbar. Mit der zunehmenden Digitalisierung entstehen mehr Schwachstellen, die auch von staatlichen Akteuren ausgenutzt werden. Innenminister Dobrindt setzt beim Schutz auf den geplanten Cyberdome. mehr...
Cybersecurity: Schatten-KI als offene Flanke
[11.11.2025] Eine aktuelle Umfrage zum Thema Cybersicherheit, die im Auftrag von Microsoft in Ämtern und Behörden durchgeführt wurde, zeigt, dass die Nutzung nicht-autorisierter KI-Tools weit verbreitet ist. So greift fast jeder zweite Mitarbeitende in Bundesbehörden zu solchen Tools. Auf Landesebene sieht es besser aus, denn hier gibt es bereits zahlreiche offizielle KI-Assistenzsysteme. mehr...













