Barometer Digitale VerwaltungDer Digitalisierungsdruck steigt

Das Barometer Digitale Verwaltung steht deutlich auf Modernisierung.
(Bildquelle: fantasticstudio/123rf.com)
Im öffentlichen Sektor zeigt sich ein wachsendes Verlangen nach einer umfassenden Modernisierung. Der Digitalisierungsdruck kommt dabei nicht mehr nur von außen, sondern zunehmend von innen: Die Verwaltungsmitarbeitenden signalisieren deutlich, dass sie bereit sind, den digitalen Wandel voranzutreiben. Wie attraktiv die Beschäftigten den öffentlichen Dienst dabei als Arbeitgeber einschätzen, welche Erwartungshaltung sie gegenüber der Verwaltungsdigitalisierung hegen und inwiefern sie sich im Bereich IT-Sicherheit auskennen, hat die Beratungsagentur Next:Public im Rahmen der Studie „Barometer Digitale Verwaltung“ untersucht. Ein wesentliches Ergebnis der Umfrage mit 3.900 Teilnehmenden aus dem öffentlichen Dienst in Bund, Ländern und Kommunen: Die grundsätzliche Bindung der Beschäftigten zum öffentlichen Dienst ist zwar hoch, dessen Strahlkraft bleibt jedoch auf der Strecke. So würden laut der Studie nur 15 Prozent der Befragten ihren aktuellen Arbeitgeber weiterempfehlen. Zudem bewerten die Beschäftigten die bestehenden Rahmenbedingungen als nicht optimal. Zwar geben rund zwei Drittel der Befragten an, mit ihrer aktuellen Tätigkeit und Position in der Verwaltung zufrieden zu sein, aber nur 38 Prozent empfinden ihr Arbeitsumfeld als inspirierend und nur ein Viertel der Befragten ist der Überzeugung, dass sie beim derzeitigen Arbeitgeber ihr volles Potenzial abrufen können, weil etwa zu selten individuelle Entwicklungsmöglichkeiten angeboten werden.
Chancen der Digitalisierung nutzen
Des Weiteren gab im Zuge der Umfrage ein Großteil der Befragten an, dass die eigene Behörde die Chancen der Digitalisierung nicht nutze – dabei herrscht aufseiten der Beschäftigten eine starke Offenheit gegenüber neuen Technologien und Anwendungen: 38 Prozent ihrer Aufgaben könnten die Verwaltungsmitarbeitenden nach eigenen Angaben automatisiert bearbeiten. Das entspricht gegenüber 2021 einem Plus von neun Prozentpunkten. Die Studie zeigt auch, dass das Thema Künstliche Intelligenz bei den Befragten auf eine hohe Offenheit trifft, im Arbeitsalltag aber nur in den wenigsten Fällen eine Rolle spielt. Sorgen bereitet die Digitalisierung den Befragten nur selten. Vielmehr wünschen sie sich, von ihrer Behörde bei der Digitalisierung mehr mitgenommen zu werden.
„Wir haben in den vergangenen Jahren oft darüber gesprochen, dass die Wirtschaft, die Politik und die Bürgerinnen und Bürger eine digitale Verwaltung einfordern. Mittlerweile müssen wir ganz klar sagen, dass diese Erwartungshaltung auch aufseiten der Verwaltungsmitarbeitenden besteht, die Organisation als solche dem aber nicht gerecht wird. Das gilt es dringend zu ändern“, kommentiert Carsten Köppl, Geschäftsführer Next:Public, die Ergebnisse.
IT-Sicherheit in den Fokus rücken
Mit zunehmender Digitalisierung gewinnt außerdem das Thema IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor immer mehr an Bedeutung. Dabei offenbaren sich seitens der Verwaltungen kritische Engpässe: Nur 22 Prozent der befragten IT-Sicherheitsbeauftragten erklären, dass ihre Verwaltungen personell gut aufgestellt sind. Jeder zweite klagt über offene Vakanzen; zudem verfüge das letztlich eingestellte Personal nur selten über eine adäquate Ausbildung, sondern werde lediglich durch Schulungen befähigt. Bemerkenswert: Über mangelnde finanzielle Ressourcen beschweren sich die befragten IT-Sicherheitsbeauftragten in der Umfrage kaum. Wie die Studie laut Next:Public weiter deutlich macht, besitzt das Thema IT-Sicherheit auch organisatorisch noch nicht den erforderlichen Stellenwert. Schulungen würden nicht konsequent verpflichtend, sondern teilweise nur freiwillig oder auch gar nicht angeboten, eine Berichterstattung an die Leitungsebene finde im besten Fall halbjährlich statt.
Das volle Potenzial entfalten
Aus der Studie lasse sich das Fazit ziehen, dass die Digitalisierung in den Verwaltungen deutlich beschleunigt werden muss, fasst Next:Public zusammen – nicht nur um Effizienzgewinne zu realisieren, sondern auch, um im Wettbewerb um Personal als attraktiver und moderner Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Um das volle Potenzial der Mitarbeitenden im öffentlichen Sektor zu entfalten, gelte es zudem, deren Fähigkeiten individueller zu fördern. Gleichzeitig müsse das Thema IT-Sicherheit stärker als bisher in den Fokus gerückt werden. Das Barometer Digitale Verwaltung wurde als Initiative der Beratungsagentur Next:Public mit wissenschaftlicher Beratung und Begleitung der Hertie School of Governance und in Zusammenarbeit mit dem dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) sowie den Unternehmen Fabasoft, Infora, MACH, Materna, Next und secunet realisiert.
NEGZ: Woher nehmen Fachleute ihr Digitalwissen?
[19.06.2026] Mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung befasst sich inzwischen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen sowie Podcasts. Das NEGZ will nun wissen, welche Medien von Fachleuten gelesen oder gehört werden. Die Umfrage ist in unter fünf Minuten zu schaffen. mehr...
Hessen: Immissionsschutz-Anträge werden digital
[15.06.2026] Hessen treibt die Digitalisierung von Genehmigungsverfahren weiter voran: Zum Jahreswechsel soll die Antragstellung im Bereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausschließlich über den Dienst ElIA-Online erfolgen. mehr...
Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor
[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...
Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen
[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...
Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen
[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...
Hessen: Digital vernetzt für bessere Mobilität
[22.05.2026] In Frankfurt am Main wurde jetzt die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain in Betrieb genommen. Diese soll unter anderem durch die Nutzung von Echtzeit-Mobilitätsdaten zur besseren Verkehrslenkung beitragen. Geplant ist der Ausbau zu einer Verkehrsmanagementzentrale für ganz Hessen. mehr...
Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle
[18.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...
Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf
[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...
LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media
[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...
115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit
[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM
[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...
Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung
[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...
Berlin: Unruhe beim ITDZ
[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt
[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...
Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel
[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...














