BayernDigitalisierungs-Impulse aus Singapur

Singapur kann Deutschland als Vorbild bei der Digitalisierung dienen, findet Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach.
(Bildquelle: ximagination/123rf.com)
Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach hat Anfang November 2022 die Hightech-Metropole Singapur besucht, um sich über Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung auszutauschen. Zum Auftakt der Reise forderte sie mehr Tempo beim Aufbau eines serviceorientierten und vertrauensvollen Austauschs zwischen Behörden und Bürgern. Die öffentliche Verwaltung zu digitalisieren sei eine der zentralen Aufgaben für den Staat, so Gerlach.
Von Singapur gehen nach Auffassung der Ministerin wichtige Impulse aus, denn der Stadtstaat ist vernetzt wie kaum ein anderes Land der Erde. Schon heute gebe es dort für Bürger wie Unternehmen zahlreiche digitale Verwaltungsangebote. Auf rund 70 Services können Bürger per Verwaltungsapp zugreifen. Neue Technologien wie 5G-Netzwerke, selbstfahrende Busse und Briefverteilung durch Drohnen und Roboter seien allgegenwärtig. Das liege zu großen Teilen an der starken staatlichen Digitalagentur GovTech (kurz für: Government Technology Agency), die seit 2016 Digitalisierungsprojekte der Regierung umsetzt. Inzwischen hat die Agentur 3.500 Mitarbeiter, davon 1.000 Entwickler, berichtet das Bayerische Staatsministerium für Digitales in einer Pressemeldung.
Umsetzungsstarke Digitalagentur im Bund fehlt
Eine Digitalagentur für Verwaltungsleistungen baut das Digitalministerium gerade auch in Bayern auf. Die Digitalagentur byte startete Anfang des Jahres 2022 im Verantwortungsbereich des Staatsministeriums für Digitales (wir berichteten). Sie soll künftig staatliche Behörden bei der Umsetzung digitaler Projekte als zentraler Ansprechpartner unterstützen. Eine solche Agentur sei in Deutschland bislang einzigartig, heißt es aus Gerlachs Ministerium.
Gegenüber der Bundesregierung äußerte sich Gerlach kritisch: Ein eigenständiges Digitalministerium auf Bundesebene, das die Digitalisierung beschleunigt und sich für die effektive Umsetzung der Ziele einsetzt, werde dringend gebraucht. Nun sei das Digitale aber „wieder nur ein Anhängsel beim Verkehrsminister“. Insbesondere die Umsetzung der Verwaltungsdigitalisierung auf Bundesebene werde so nicht schnell genug vorangebracht, meint Gerlach.
Der Staat soll in die Cloud
Im Rahmen ihrer Reise in die Hightech-Metropole Singapur forderte Digitalministerin Judith Gerlach auch mehr Tempo beim Einsatz moderner Cloud-Technologien in der deutschen Verwaltung. In Singapur war es eine der Kernaufgaben der GovTech-Agentur, öffentliche Daten in die Cloud zu migrieren. Inzwischen habe der Stadtstaat 59 Prozent seiner öffentlichen Daten in die Cloud umgezogen, bald sollen es 70 Prozent sein.
Diesen Ansatz begrüßte Gerlach. Nicht alle öffentlichen Daten seien Staatsgeheimnisse – es gelte, den Kriterienkatalog zu erweitern und neue Klassifizierungen für cloud-taugliche öffentliche Daten zu finden. Der Staat müsse auf intelligente Cloud-Technologien setzen, um Serviceleistungen für Bürger sicher und schnell in der Fläche auszurollen.
Eine souveräne Cloud-Nutzung sei auch existenziell für die Aufrechterhaltung einer robusten, sicheren und resilienten IT-Infrastruktur und Grundlage für den serviceorientierten Staat. Um zukunftsfähig zu bleiben, müsse Deutschland deshalb seine Bemühungen Richtung Public-Cloud-Nutzung weiter verstärken, fordert die Ministerin – selbstverständlich im Rahmen der geltenden europäischen Regeln sowie neuer Entwicklungen, wie etwa dem Trans-Atlantic Data Privacy Framework. Eine Zusammenarbeit der bayerischen Digitalagentur byte und der staatlichen Digitalagentur Singapurs beim Thema Cloud ist laut Ministeriumsangaben bereits geplant.
OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung
[23.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Onlinedienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...
Bayern: Umstrittene Microsoft-Cloud
[15.01.2026] Die geplante Einführung von Microsoft-Cloud-Diensten in Bayerns Verwaltung sorgt bereits seit Monaten für Diskussionen. Das Finanzressort erwartet durch die Einführung Kostenvorteile und eine Konsoldierung der Verwaltungs-IT, der Digitalminister fordert eine Neubewertung im Zeichen digitaler Souveränität. mehr...
Digitalministerkonferenz: Hamburg ist 2026 Vorsitzland
[15.01.2026] Als zentrales politisches Gremium von Bund und Ländern bündelt die Digitalministerkonferenz die Zusammenarbeit in der digitalen Transformation und stimmt länderübergreifende Strategien ab. 2026 führt Hamburg den Vorsitz, vertreten durch Staatsrat Jan Pörksen. mehr...
Bitkom: Digitalministerium macht Tempo
[13.01.2026] Der Bitkom bescheinigt der Bundesregierung ein hohes Umsetzungstempo in der Digitalpolitik. Jedes zwanzigste Projekt ist abgeschlossen, 45 Prozent sind in Umsetzung. Für viele zentrale Projekte wird das Jahr 2026 als entscheidend bewertet. mehr...
IT-Planungsrat: Vorsitzjahr 2026 unter Bundesführung
[12.01.2026] Zum Jahresbeginn hat der Bund den Vorsitz im IT-Planungsrat übernommen. Zentrale Themen sind der Deutschland-Stack und die Registermodernisierung, auch die FITKO als Umsetzungsorganisation des IT-Planungsrates soll ein schärferes Profil erhalten. mehr...
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[09.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...
Thüringen: Neue Digitalstrategie beschlossen
[19.12.2025] Das Thüringer Kabinett hat eine neue Digitalstrategie beschlossen, welche die Verwaltungsdigitalisierung bündeln und beschleunigen soll. Kernpunkte sind eine zentrale Steuerung, einheitliche IT-Standards und ab 2026 eine App, über die Behördenleistungen per Smartphone zugänglich werden sollen. mehr...
IT-Planungsrat: 2025 war ein Jahr der Meilensteine
[19.12.2025] Mecklenburg-Vorpommern hatte in diesem Jahr den Vorsitz im IT-Planungsrat inne und nun eine positive Bilanz gezogen. 2025 sei ein Meilenstein-Jahr auf dem Weg zur digitalen Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Unternehmen gewesen. mehr...
Rheinland-Pfalz: Digitalprogramm 2026/2027 beschlossen
[18.12.2025] Das Landeskabinett Rheinland-Pfalz hat die Fortschreibung der Digitalstrategie von 2023 beschlossen. Deren Inhalte wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeitet. mehr...
NKR: Modernisierungsagenda bleibt zu vorsichtig
[10.12.2025] Die föderale Modernisierungsagenda ist beschlossen. Der NKR sieht darin wichtige Impulse für leistungsfähigere Verwaltungen, kritisiert jedoch vertagte Reformhebel und fordert eine konsequente Umsetzung mit starker Einbindung der Kommunen. mehr...
Ministerpräsidentenkonferenz: Eine schnellere, digitalere Verwaltung
[08.12.2025] Auf der Konferenz der 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten wurde ein 200-Maßnahmen-Paket für eine föderale Modernisierungsagenda beschlossen. Viele der Maßnahmen betreffen auch die Verwaltung und deren digitale Transformation. mehr...
BMDS: Wildwuchs der Bundes-IT zügeln
[05.12.2025] Das Bundesministerium für Digitales hat mit dem Zustimmungsvorbehalt ein wirkungsvolles Instrument erhalten, um Digitalprojekte und IT-Ausgaben über Ressortgrenzen hinweg zu steuern. So soll zentral für Kompatibilität, Effizienz und Einhaltung der strategischen Richtung gesorgt werden. mehr...
Sachsen-Anhalt: Zentrale Serviceagentur für Kommunen
[05.12.2025] Eine Machbarkeitsstudie aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass eine zentrale Serviceagentur für Kommunen Verwaltungsabläufe beschleunigen und verbessern kann. Digitalministerin Lydia Hüskens kündigte an, dass ab 2026 sukzessive eine Unterstützungseinheit für Kommunen umgesetzt werden soll. mehr...
Berlin: Digitalisierungsschub für die Wirtschaftsverwaltung
[04.12.2025] Ein Jahr nach Vorstellung des Aktionskonzepts zur Verwaltungsdigitalisierung für die Berliner Wirtschaft zieht Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey eine positive Bilanz. Vieles laufe schneller als geplant, der Digitale Wirtschaftsservice DIWI wächst und erste Medienbrüche in Gewerbeverfahren werden abgebaut. mehr...
Staatsmodernisierung: Konferenz vor der Konferenz
[03.12.2025] Mit einer „Konferenz für einen zukunftsfähigen Staat“ in Berlin wollte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst die Weichen für die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz stellen, deren zentrale Themen Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung sein werden. mehr...














