BerlinDigitalisierungsschub für die Wirtschaftsverwaltung

[04.12.2025] Ein Jahr nach Vorstellung des Aktionskonzepts zur Verwaltungsdigitalisierung für die Berliner Wirtschaft zieht Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey eine positive Bilanz. Vieles laufe schneller als geplant, der Digitale Wirtschaftsservice DIWI wächst und erste Medienbrüche in Gewerbeverfahren werden abgebaut.
Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Ein Jahr nach Start des Aktionskonzepts hat Berlin bei der Digitalisierung der Verwaltung für die Wirtschaft schon viel erreicht.

(Bildquelle: jjfarquitectos/123rf.com)

Vor einem Jahr hat Berlin das „Aktionskonzept zur Digitalisierung der Verwaltung für die Wirtschaft 2024–2026“ vorgestellt (wir berichteten). Nun zog die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe eine erste – positive – Bilanz. Die Umsetzung komme in vielen Bereichen schneller voran als geplant, sowohl beim Ausbau der digitalen Verwaltungsservices für Unternehmen als auch bei der Verbesserung der digitalen Infrastruktur, so eine Meldung des Wirtschaftssenats. Zugleich werde die Berliner Wirtschaft bei ihrer eigenen digitalen Transformation mit neuen Angeboten unterstützt.

„Diese Entwicklung zeigt: Digitalisierung gelingt, wenn Verwaltung, Wirtschaft und digitale Technologien zusammenkommen und wir Produkte entwickeln, die wirklich am Bedarf orientiert sind. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen für einen leistungsfähigen, innovativen und attraktiven Wirtschaftsstandort Berlin“, sagte die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey.

DIWI bündelt Leistungen

Eine zentrale Säule der Digitalisierungsstrategie ist der Digitale Wirtschaftsservice DIWI. Dort stehen derzeit 459 digitale Leistungen zur Verfügung. Ende 2024 waren es 83 Leistungen. Damit ist die ursprünglich gesetzte Zielmarke von 301 Leistungen bis Ende 2025 deutlich übertroffen. Das Angebot stößt auf Interesse. Wie die Sensatsverwaltung meldet, wurden bis Oktober 2025 insgesamt 78.156 Gewerbemeldungen online durchgeführt, hinzu kommen 1.203 ausländische Berufsanerkennungen und 925 Gaststättenanträge. Ab 2026 soll es zudem möglich sein, die Dienstleistungen per PayPal zu bezahlen. Dafür schließen alle Bezirke gerade die technische Anbindung ab. Seit Dezember 2025 gibt es einen mehrsprachigen, KI-gestützten DIWI-Chatbot, der typische Unternehmensfragen beantworten kann. Er ist auf allen Seiten der Senatswirtschaftsverwaltung integriert.

Schritt für Schritt Medienbrüche abbauen

Ende Oktober 2025 wurde ein neues Fachverfahren in den Gewerbeämtern eingeführt, das die Grundlage für das „Digitale Gewerbeamt“ bilden soll. Schrittweise werden die erforderlichen Schnittstellen aufgebaut, sodass künftig medienbruchfreie Prozesse möglich sind. Vom Erstkontakt über das E-Payment bis hin zur Zustellung der Entscheidung sollen dann alle Prozessschritte sukzessive Ende-zu-Ende-digitalisiert werden. Mit dem Anschluss an die Gründerplattform-App der KfW wurde Berlin Vorreiter. Die App ermöglicht die digitale Abgabe von Gewerbemeldung und steuerlicher Anmeldung in einem einzigen Schritt, Online-Bezahlfunktion inklusive.

Unternehmen praxisnah unterstützen

Bei ihrer eigenen digitalen Transformation können sich Berliner Unternehmen unterstützen lassen. So gibt es ein Angebot der Digitalagentur Berlin (DAB), das sich insbesondere an Kleinst-, Klein- und mittelständische Unternehmen richtet. Die Bekanntheit des Angebots wächst: Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Gespräche verdreifacht. Weitere neue Angebote sind der CyberSicherheitsCheck für Unternehmen, der zusammen mit der HTW Berlin entwickelte Digitalisierungsnavigator und das Projekt Digitallotsen, das seit 1. Dezember 2025 KMU vor Ort bei Digitalisierungsfragen unterstützt.





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