SachsenErstes juristisches Staatsexamen wird elektronisch

[20.03.2025] Sämtliche juristische Staatsprüfungen können in Sachsen nun elektronisch am Laptop abgelegt werden. Dies soll nicht nur die Prüflinge entlasten, sondern auch dem Land einen Standortvorteil für die Nachwuchsgewinnung bringen.

Stift und Papier oder Keyboard? In Sachsen können alle juristischen Staatsprüfungen auf Wunsch am Laptop abgelegt werden.

(Bildquelle: artursz/123rf.com)

Wer an der Universität Leipzig Jura studiert, hat nun die Wahl, in welcher Form die Prüfungsarbeiten angefertigt werden: Alle Klausuren der juristischen Staatsprüfungen können durchgehend elektronisch am Laptop geschrieben werden, aber auch die herkömmliche Klausurbearbeitung mit Stift und Papier ist noch möglich. Das E-Examen wurde in der staatlichen Pflichtfachprüfung erstmalig im Februar 2025 erfolgreich durchgeführt. Mehr als 93 Prozent der Teilnehmende des Prüfungsdurchgangs entschieden sich für das elektronische Prüfungsformat. Wie das sächsische Staatsministerium der Justiz berichtet, waren dem umfangreiche Vorbereitungen vorausgegangen, mit einem störungsfreien und sicheren Prüfungsablauf als Resultat. Die Prüfungsteilnehmenden konnten zudem von den guten Erfahrungen mit dem E-Examen in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung profitieren, das bereits seit 2021 läuft.

„Ich freue mich, dass die sächsische Justiz jetzt über einen weiteren Standortvorteil bei der Nachwuchsgewinnung verfügt. Nach dem neuen Jura-Bachelor der Rechtswissenschaften bietet Sachsen als eines der ersten Bundesländer durchgängig eine zeitgemäße und qualitativ hochwertige digitale Examensvorbereitung und -durchführung an“, sagt die sächsische Justizministerin Constanze Geiert.

Probelauf mit der Prüfungssoftware

Bereits im Vorfeld war das Interesse der Studierenden am elektronischen Examen in der staatlichen Pflichtfachprüfung groß: Im universitätseigenen Repetitorium der Juristenfakultät Leipzig waren die 300 Plätze für die wöchentlich stattfindenden Klausurenkurse schnell besetzt. Dort wird die Anfertigung der Übungsklausuren mit den Funktionen der Prüfungssoftware ermöglicht. Bei den Freitextklausuren in den juristischen Staatsprüfungen kann die Klausurbearbeitung mit allen notwendigen Funktionen am Laptop erfolgen, ohne eine schlecht leserliche Handschrift oder die Ermüdung der Schreibhand befürchten zu müssen.

Doch nicht nur für die Teilnehmenden an den Prüfungen gibt es zahlreiche Vorteile. Auch den Prüferinnen und Prüfern der juristischen Staatsprüfungen kommt die bessere Lesbarkeit der elektronischen Klausurbearbeitungen zugute. Für die Bewertung der Klausurbearbeitungen wird derzeit bereits das nächste Digitalisierungsvorhaben geplant: Zukünftig sollen die elektronischen Klausurbearbeitungen auch digital bewertet werden können.



Stichwörter: E-Justiz, E-Klausur, Sachsen


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