BerlinIsolierter IT-Betrieb für Gerichte

Mehr Sicherheit durch eine eigene IT, heißt es für die Berliner Ordentliche Gerichtsbarkeit.
(Bildquelle: plusone/123rf.com)
Die Arbeit der Berliner Gerichte stellt hohe Anforderungen an den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Um diesen gerecht zu werden und somit auch die Unabhängigkeit der Justiz dauerhaft zu sichern, sollen die IT-Fachverfahren sowie zentrale Komponenten der IT-Infrastruktur der ordentlichen Gerichtsbarkeit künftig in einer eigenen IT-Umgebung betrieben werden. Das geht aus einer Meldung des IT-Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ Berlin) hervor. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von Kammergericht und ITDZ Berlin wurde jetzt erfolgreich eine neue Rechenzentrumsfläche in Betrieb genommen: Am neuen Standort erfolgt der IT-Betrieb der ordentlichen Gerichtsbarkeit (ITOG) in einer eigenen, isolierten Infrastruktur. Dadurch wird gewährleistet, dass die hochsensiblen Daten, darunter Klagen, Urteile, Schriftsätze und Gutachten, in gerichtlichen und justizinternen Verwaltungsprozessen nutzbar sind, dabei aber unabhängig von anderen Daten des Landes Berlin gespeichert und verarbeitet werden.
Zentral verwaltet
Alle Fachverfahren und Datenbestände der Ordentlichen Gerichte – also des Kammergerichts, der Land- und Amtsgerichte – sollen bis 2026 sukzessive in das neue Rechenzentrum übertragen werden. Verfahren für die Zeiterfassung sowie für das Kassenwesen der Justizkasse laufen bereits am neuen Standort. Bis Ende 2025 sollen auch alle rund 4.000 Arbeitsplätze, die das ITDZ Berlin zentral für die ordentliche Gerichtsbarkeit betreibt in das neue Rechenzentrum migriert werden. Es handelt sich dabei um einen standardisierten einheitlichen IT-Arbeitsplatz für die ITOG. Alle erforderlichen Programme und Daten befinden sich dann in der Infrastruktur des neuen Rechenzentrums. Deren zentrale Verwaltung soll durch das ITDZ Berlin erfolgen.
Kooperation mit ZIT-BB
Das ITDZ Berlin nutzt das Rechenzentrum im Rahmen einer Kooperation mit dem Land Brandenburg. Dafür hat es am Berliner Standort des zentralen IT-Dienstleisters für Brandenburg, ZIT-BB, Fläche im sogenannten Housing-Prinzip gemietet. Dabei verwendet das ITDZ Berlin bereits vorhandene und zertifizierte Services wie Klimatisierung, Energieversorgung und Netzanschluss – betreibt aber in eigener Verantwortung eine unabhängige Server-Infrastruktur mit Netzwerk-Technik, Firewall-Systemen und Massenspeicher und einer Anbindung an das Berliner Landesnetz. Dadurch seien die hohen gesetzlichen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz sowie bundeseinheitliche Justiz-Standards gewährleistet.
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