GrevenbroichIT statt Braunkohle

[02.02.2024] Das Kraftwerk Frimmersdorf im Rheinischen Revier soll zum Digital- und Innovationsstandort für die Verwaltung umgestaltet werden. Vorgesehen sind unter anderem ein Rechenzentrum, das den hohen KRITIS-Anforderungen genügt, und ein Innovationscampus für IT-Sicherheit der öffentlichen Verwaltung.
Das Bild zeigt eine Luftausnahme des Kraftwerks Frimmersdorf.

Im stillgelegten Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf soll ein Rechenzentrum des Landesbetriebs IT.NRW errichtet werden.

(Bildquelle: RWE)

Der Stadtteil Frimmersdorf im Süden der nordrhein-westfälischen Stadt Grevenbroich ist Standort des Kraftwerks Frimmersdorf. Das stillgelegte Kohlekraftwerk war in den 1960er Jahren und darüber hinaus das größte Kraftwerk in Europa. Nun soll es mit Mitteln des Bundes zu einem Digital- und Innovationsstandort im Rheinischen Revier entwickelt werden, wie die Landesregierung Nordrhein-Westfalen berichtet.

Rechenzentrum für IT-NRW

Ende Januar wurden die Pläne für zukünftige Nutzungen vorgestellt. „Im zentralen Kraftwerksgebäude soll ein Rechenzentrum auf mehr als 20.000 Quadratmetern für den Landesbetrieb IT.NRW errichtet werden. Darüber hinaus soll auf dem Gelände ein Innovations- und Bildungscampus für IT-Sicherheit der öffentlichen Verwaltung entstehen. Die Pläne zeigen, dass die Nachnutzung des Kraftwerks Frimmersdorf wirtschaftlich ist und weitere IT-Infrastruktur und Gewerbe Platz finden kann – nirgendswo in Nordrhein-Westfalen finden sich vergleichbare Bedingungen für IT-Infrastrukturen“, sagte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Umgestaltung soll gemeinsam mit der Stadt Grevenbroich, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Energiekonzern RWE erfolgen. Es ist geplant, Fördermittel aus den Strukturhilfen des Bundes in Höhe von bis zu 65 Millionen Euro zu beantragen.

Gute Bedingungen für hochsichere IT

In der markante Maschinenhalle ergäbe sich dann Raum für Büronutzung, Labore sowie Besprechungs- und Seminarräume, auch die Integration einer kulturellen Nutzung ist im Gespräch. Aufgrund seiner massiven Bauweise eignet sich das Kraftwerk aber insbesondere für IT-Nutzungen, die den strengen Anforderungen an kritische Infrastrukturen (KRITIS) in Krisen, insbesondere bei Naturgefahren wie Erdbeben, Starkregen oder Sturm, gerecht werden. Ein weiterer Standortfaktor, der für die Ansiedlung beispielsweise von Rechenzentren in Frimmersdorf spricht, sind die noch laufenden Betriebsanlagen – insbesondere zur Versorgung mit Energie. IT-Einrichtungen wie Rechenzentren benötigen viel Strom, der an vielen anderen Standorten oft fehlt. In Frimmersdorf bietet die Nähe zum Hochspannungsnetz gute Voraussetzungen.

Wesentliche Bestandteile des Komplexes sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Für die Erschließung und Vermarktung der Hauptfläche des Standortes soll eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft gegründet werden. Die Vorbereitung und Suche nach einem Investor für die Herrichtung des zentralen Kraftwerksbaus werde voraussichtlich Ende 2024 starten, heißt es vom Land Nordrhein-Westfalen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von voraussichtlich vier bis fünf Jahren.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Hessen: Immissionsschutz-Anträge werden digital

[15.06.2026] Hessen treibt die Digitalisierung von Genehmigungsverfahren weiter voran: Zum Jahreswechsel soll die Antragstellung im Bereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausschließlich über den Dienst ElIA-Online erfolgen. mehr...

Waldbrand: Dunkle Silhouette von Nadelbäumen vor orange leuchtendem Hintergrund.

Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor

[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...

In ein hellblaues Oberhemd gekleideter Männertorso mit Händen und Armen auf der Schreibtischplatte, die von Papieren übersät ist.

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Verkehrsmanagementzentrale RheinMain

Hessen: Digital vernetzt für bessere Mobilität

[22.05.2026] In Frankfurt am Main wurde jetzt die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain in Betrieb genommen. Diese soll unter anderem durch die Nutzung von Echtzeit-Mobilitätsdaten zur besseren Verkehrslenkung beitragen. Geplant ist der Ausbau zu einer Verkehrsmanagementzentrale für ganz Hessen. mehr...

Motiviertes junges Arbveitsteam sitzt an einem Tisch

Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle

[18.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...

Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...

Screenshot der Social Wall des LGL

LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media

[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...

Telefonierende Frau in einem Büro

115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit

[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...

Torsi von Männern an einem Schreibtisch, darüber als Overlay Gebäudekonturen

Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM

[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...

Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung

[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...

In blaues Licht getaquchter Raum, Person am Monitor, flankiert von Mann und Frau in förmlicher Kleidung
bericht

Berlin: Unruhe beim ITDZ

[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...

Darstellung der App-Startseite auf einem Tablet.

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...

Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel

[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach 
einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...

Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...