ÖFITWege zur wirksamen Verwaltung

Externe Krisen, Fachkräftemangel, wachsende Anforderungen - die ÖFIT-Studie sieht als Überforderung wahrgenommene Phänomene innerhalb der Verwaltung auch als systembedingt.
(Bildquelle: stockasso/123rf.com)
Unter dem Titel „Outcomeorientierte Staatsmodernisierung: Hebel im Betriebssystem der Verwaltung“ hat das zu Fraunhofer FOKUS gehörende Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) eine neue Studie vorgelegt. Diese untersucht, mit welchen Stellschrauben im System von Staat und Verwaltung dessen Wirksamkeit erhöht werden kann. Dabei stehen nicht Abriss und Neubau der Verwaltung im Vordergrund, sondern das gezielte Drehen an internen Hebeln: Regeln, Verfahren und Routinen. Sie sollen so verändert werden, dass die öffentliche Verwaltung stärker auf gesellschaftliche Problemlösung hin orientiert wird.
Zu viel Compliance, zu wenig Problemlösungen
Der Status quo, konstatiert das ÖFIT, sei eine Verwaltung unter Dauerstress. Externe Krisen, Fachkräftemangel, wachsende Anforderungen und eine starke Input-Orientierung – etwa über Gesetze, Haushalts- und Stellentitel – führen zu fragmentierten Zuständigkeiten und Prozessen, einer starken Orientierung an Compliance bei gleichzeitig geringerer Ausrichtung auf Problemlösungen sowie einer wachsenden Diskrepanz zwischen dem Aufwand in der Verwaltung und der wahrgenommenen Wirkung bei Bürgern und Unternehmen. Die Studie argumentiert: Diese als Überforderung wahrgenommenen Phänomene sind nicht allein nur Probleme im Vollzug, sondern auch systembedingt.
Orientierung an der Wirkung
Das ÖFIT schlägt als zentralen Ausgangspunkt vor, Verwaltungshandeln konsequent am Outcome auszurichten, also an der Wirkung, die durch einen Prozess erzielt wird – mithin also an den mittelfristigen Veränderungen bei den Zielgruppen. Um die Wirkungszusammenhänge innerhalb der Verwaltung zu beurteilen und darzustellen, greift das ÖFIT auf das etablierte IOOI-Rahmenwerk zurück (das Kürzel steht für Input, Output, Outcome, Impact) und fokussiert auf die tatsächlichen Veränderungen bei den Menschen – den Outcome. Dieser sei mit vertretbarem Aufwand messbar und lasse Aussagen über die tatsächliche Wirkung zu.
Kleine Stellschrauben mit großer Wirkung
Die Studie behandelt keinen großen Wurf wie eine umfassende Föderalismusreform: Sie will inkrementelle, anschlussfähige Maßnahmen zeigen, die ohne große Gesetzesänderungen umsetzbar sind und in der Praxis bereits erprobt wurden. Ein zentrales Argument ist, dass andere Reformansätze erst dann wirklich greifen können, wenn die Hebel am „Betriebssystem“ der Verwaltung richtig eingestellt sind. Wer verstehen will, wie sich Verwaltung von einer primär inputgesteuerten Organisation hin zu einem ergebnisorientierten Problemlöser entwickeln kann und welche konkreten Stellschrauben es dafür gibt, findet in diesem Papier eine kompakte, systematische Orientierung.
Bundesdruckerei/ZenDiS: Geschützter Zugriff auf openDesk
[02.10.2026] Das Technologieunternehmen des Bundes Bundesdruckerei-Gruppe will mit dem Zentrum für Digitale Souveränität openDesk für sicherheitssensible Einsätze weiterentwickeln. Ein erster Anwendungsfall verbindet die Suite mit einer VS-NfD-Lösung des IT-Sicherheitsspezialisten genua. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BMI gewinnt mit LISSA
[30.09.2026] Mit LISSA entwickelt das ITZBund eine standardisierte und automatisierte Lieferkette für sichere Software. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte LISSA den ersten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BW-Empfangsclient auf dem zweiten Platz
[24.09.2026] Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat mit dem BW-Empfangsclient einen zweiten Platz beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreicht. Die Infrastrukturkomponente soll Behörden einen einfachen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen – auch wenn ihre Fachverfahren noch nicht durchgängig digital angebunden sind. mehr...
EU-System DIWASS: Deutschland bindet Abfallverfahren an
[24.09.2026] Die Länderarbeitsgemeinschaft „Gemeinsame Abfall DV-Systeme“ bindet die deutschen Verfahren für grenzüberschreitende Abfalltransporte an das europäische Digital Waste Shipment System an. Technologiepartner bei der Umsetzung ist die Firma cit. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: Auszeichnung für Digitales Jobcenter
[23.09.2026] Digitale Verwaltungsangebote kämpfen mitunter mit geringen Nutzungszahlen. Dass gezielte Verbesserungen Abhilfe schaffen, zeigt ein gemeinsames Projekt von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Anträge des Jobcenters wurden untersucht und überarbeitet – und steigerten die Nutzungsquote. mehr...
Berlin: Zentrale Plattform für Baustellenkoordinierung
[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. mehr...
Normenkontrollrat: Seit 20 Jahren für bessere Rechtsetzung
[16.09.2026] Der Nationale Normenkontrollrat besteht seit 20 Jahren. Das ursprünglich zur Kontrolle von Bürokratiekosten eingesetzte Gremium beschäftigt sich heute auch mit Verwaltungsdigitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Jubiläum fordert der Rat eine frühere Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren und stärkere Praxistests. mehr...
digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.
[28.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...
Berlin: Wer macht was?
[11.08.2026] Der im Juni beschlossene Zuständigkeitskatalog soll die Aufgabenverteilung innerhalb der Berliner Verwaltung klar regeln und das notorische „Behörden-Ping-Pong“ beenden. Nun ist das Kernstück der Berliner Verwaltungsreform auch online einsehbar. mehr...
Saarland: Digitaler Rückkanal für BAföG-Anträge
[07.08.2026] Im Saarland kann schon seit längerem staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) digital beantragt werden. Dabei kommt das bundesweite BAföG-Portal zum Einsatz. Nun können Antragstellende ihre BAföG-Bescheide auch digital empfangen. mehr...
Bitkom-DESI-Index: Platz 17 im EU-Digitalranking
[06.08.2026] Im Bitkom-DESI-Index 2026, der Fortschritte der Digitalisierung in den EU-Ländern misst, belegt Deutschland Platz 17 im Gesamtranking, vorne liegen Dänemark, Finnland und die Niederlande. Unter den fünf bevölkerungsreichsten Flächenstaaten liegt die Bundesrepublik dagegen auf Rang 2. mehr...
Thüringen: Projekt „Amsel“ auf der Zielgeraden
[29.07.2026] Thüringens Finanzämter haben mehr als 50.000 Vorschläge für eine Einkommensteuerfestsetzung ohne vorherige Steuererklärung verschickt. Rund ein Drittel der Angeschriebenen hat dem Verfahren bislang zugestimmt. mehr...
Studie: Digitale Weiterbildung im Public Sector
[27.07.2026] Digitale Selbstlernangebote werden im öffentlichen Dienst bislang kaum systematisch genutzt. Eine Studie für den IT-Planungsrat sieht die größten Hürden nicht bei Zertifikaten, sondern bei fehlenden Kompetenzmodellen, Prozessen und technischen Strukturen. mehr...
Hessen/Rheinland-Pfalz: Gemeinsames Fundament für die Steuer-IT
[23.07.2026] Hessen stellt der rheinland-pfälzischen Steuerverwaltung mehr als 400 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche in Frankfurt bereit. Eine langfristige Kooperation soll zudem gemeinsame Vorhaben bei Cloud-Infrastrukturen, KI und automatisierten Steuerverfahren ermöglichen. mehr...
Schleswig-Holstein: Schnell ein Unternehmen gründen
[10.07.2026] Eine von acht Pilotregionen beim bundesweiten BMDS-Projekt „Schneller Gründen“ ist Nordfriesland. Der dort entwickelte Startuphafen bündelt Informationen und Verwaltungsangebote zur Unternehmensgründung – und soll bald weiteren Städten und Kreisen im Land zur Verfügung stehen. mehr...













