UmfrageMehrheit für One Stop Shopping

[06.02.2019] Die Bürger wünschen sich einfachere und durchgängig elektronische Verfahren bei Behördengängen, weniger Amtsdeutsch und eine zentrale digitale Plattform. Das hat das „Digital Government Barometer 2018“ von Sopra Steria ergeben.

Die Bevölkerung in Deutschland wünscht sich einfachere Verfahren bei Behördengängen. 85 Prozent der Bürger sind für sprachliche Vereinfachungen bei Behördenangelegenheiten, beispielsweise für weniger Fachausdrücke und weniger Textwüsten im Web. 88 Prozent würden gerne im Internet begonnene Vorgänge, wie die Ummeldung des Wohnsitzes, online auch final abschließen. Fast ebenso viele Menschen wünschen sich eine zentrale digitale Plattform und eine einheitliche Navigation auf Online-Portalen. Das hat die Studie „Digital Government Barometer 2018“ von IPSOS im Auftrag von Sopra Steria (wir berichteten) ergeben.
Die Bürger in den untersuchten Staaten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Norwegen und Spanien sind sich laut Sopra Steria einig: Online-Verfahren helfen aus ihrer Sicht nur, wenn die Inhalte allgemein verständlich und zügig navigierbar sind. Eine bürgernahe Amtssprache werde in Deutschland vor allem in der Finanzverwaltung vorangetrieben: In Nordrhein-Westfalen etwa hat das Finanzministerium rund 600 Vordrucke überarbeiten lassen, um sie lesbarer und übersichtlicher zu machen.
Vereinfachungen erhoffen sich die Bürger laut der Studie bei allen Behördengängen: Acht von zehn Befragten in Deutschland wünschen sich eine fallabschließende Bearbeitung ihrer Anträge, Anfragen und Einsprüche direkt über das Internet. Die Mehrheit ist für ein so genanntes One Stop Shopping. So können mehrere Anliegen, die sich aus derselben Lebenslage ergeben, gemeinsam erledigt werden. Darüber hinaus wäre es für die Deutschen eine große Erleichterung, wenn sie beispielsweise sämtliche Schritte beim Ummelden des Wohnsitzes oder den Antrag auf Kindergeld in einer gewohnten digitalen Umgebung mit gelernten Abläufen durchführen könnten. Diese Anforderung hänge eng mit dem Wunsch nach einem digitalen Bürgerkonto zusammen, das Zugriff auf alle Informationen und die wichtigsten Behördendienstleistungen biete. Mit dem Portalverbund sollen Bürger und Unternehmen dies erhalten. Um durchgängig digitalisierte Verwaltungsprozesse zu ermöglichen, seien die Harmonisierung und Modernisierung der Register sowie ein behördenübergreifendes Daten-Management unerlässlich.
Wie Sopra Steria weiter mitteilt, ist ein nutzerorientierter Ansatz der Zukunft das so genannte No-Government. Gemeint ist, dass nicht die Verwaltungskunden aktiv werden, um zum Beispiel den Reisepass zu verlängern, sondern die Behörden die Initiative ergreifen und zusätzlich erforderliche Daten und Dokumente gezielt anfordern. Die Bevölkerung würde derartige Verbesserungen begrüßen: 60 Prozent gehen davon aus, dass sie mehr Zeit für andere Dinge haben, wenn sie Behördengänge via Computer, Smartphone oder Tablet erledigen. 52 Prozent sehen den Vorteil, dass Behörden durch digitale Prozesse und Vernetzung Zeit gewinnen und dadurch Fälle schneller bearbeiten können. Zudem versprechen sich 43 Prozent der Bundesbürger, dass Online-Prozesse die öffentlichen Haushalte entlasten.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Portätfoto von Lutz Goebel, Vorsitzender des NKR.

NKR: Kritik am OZG 2.0

[23.02.2024] Der Nationale Normenkontrollrat begrüßt die Schritte zur Standardisierung im nun verabschiedeten OZG 2.0. Kritik wird an der schleppenden Umsetzung der Digitalisierung geübt. mehr...

Porträtfoto von Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern.

Onlinezugangsgesetz: Bundestag beschließt OZG 2.0

[23.02.2024] Der Deutsche Bundestag hat das neue Onlinezugangsgesetz verabschiedet. Es ermöglicht eine nutzerfreundliche und vollständig digitale Abwicklung von Verwaltungsverfahren, die Einführung eines zentralen Bürgerkontos und die Abschaffung der Papierform bei Anträgen. mehr...

Das KI-generierte Bild symbolisiert ein Baukastensystem für digitale Lösungen.

Hamburg / Schleswig-Holstein: KERN als Lösung des Problems

[23.02.2024] Hamburg und Schleswig-Holstein starten mit KERN ein wegweisendes Projekt für nutzerfreundliche Verwaltungsdienste. Ziel ist es, die Online-Angebote der Verwaltung einfach, sicher und barrierefrei zu gestalten. mehr...

Das Bild zeigt den Plenarsaal des Deutschen Bundestags während einer Sitzung.

Deutscher Bundestag: OZG 2.0 vor der Verabschiedung

[22.02.2024] Der Bundestag stimmt über die Novelle des Onlinezugangsgesetzes ab. Der Innenausschuss hat noch Änderungen der Koalitionsfraktionen in den Entwurf aufgenommen. mehr...

Stapel altmodischer Akten in einem Archivregal.

Bürokratieabbau: Bemüht, aber nicht ambitioniert genug

[21.02.2024] Anlässlich einer öffentlichen Bundestagsanhörung zum Bürokratieabbau äußert sich der Nationale Normenkontrollrat: Zwar gebe es durchaus Bemühungen und auch einige wichtige Maßnahmen seien getroffen worden – dies reiche jedoch nicht aus, um eine nachhaltige Entlastung zu erzielen. mehr...

GovData: Saarland übernimmt Vorsitz

[16.02.2024] Das Portal GovData macht offene Verwaltungsdaten von Bund, Ländern und Kommunen aus ganz Deutschland zugänglich. Nun hat das Saarland den Vorsitz über die für das Portal zuständige Bund-Länder-Fachgruppe übernommen. Diese befasst sich vor allem mit der strategischen Weiterentwicklung. mehr...

Das Bild zeigt die Titelseite des Digitalprogramms 2025 des Landes Brandenburg-
bericht

Brandenburg: Den digitalen Wandel gestalten

[12.02.2024] In Brandenburg trifft der digitale Umbau auf Strukturwandel, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Seit gut fünf Jahren gibt es eine Digitalisierungsstrategie, als Fortschreibung das Digitalprogramm 2025. Das Land ist auf einem guten Weg. mehr...

Das Bild zeigt Volker Wissing, Bundesminister für Verkehr und Digitales.

Bundesregierung: Leitlinien für internationale Digitalpolitik

[09.02.2024] Eine neue Strategie zur internationalen Digitalpolitik wurde vom Bundeskabinett beschlossen. Im Mittelpunkt stehen der Schutz des freien Internets und die weltweite Förderung der Menschenrechte. mehr...

Das Bild zeigt einen Arzt im Hintergrund der stilisierte Gesundheitssymbole jongliert.

Baden-Württemberg: Der MEDI:CUS in der Cloud

[08.02.2024] Eine Cloud-Plattform soll bisher ungenutzte Gesundheitsdaten in Baden-Württemberg zugänglich machen und deren Austausch erleichtern. Damit will die Landesregierung den medizinischen Fortschritt vorantreiben. mehr...

OZG-Rahmenarchitektur: Konsultation erfolgreich abgeschlossen

[08.02.2024] Die so genannte OZG-Rahmenarchitektur soll die Basis für ein umfassendes Plattform-Ökosystem für die digitale Verwaltung bilden. Deren Entwicklung wird von einem Konsultationsverfahren begleitet. Dessen erste Phase ist jetzt abgeschlossen. 124 Organisationen nahmen teil. mehr...

Das Bild zeigt die Leiterin der französischen interministeriellen Behörde für Digitales, Stéphanie Schaer, und Staatssekretär Markus Richter, CIO des Bundes.

Digitale Souveränität: Deutsch-französische Zusammenarbeit

[07.02.2024] Deutschland und Frankreich haben eine Absichtserklärung zur Förderung der Digitalen Souveränität im öffentlichen Sektor unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer digitaler Werkzeuge, einschließlich Open Source Software und KI-Anwendungen. mehr...

Das Bild zeigt Katja Wilken, die am 1.4.2024 die Leitung des Bundesverwaltungsamts übernimmt.

Bundesverwaltungsamt: Erste Frau an der Spitze

[06.02.2024] Katja Wilken übernimmt als erste Frau die Leitung des Bundesverwaltungsamtes. Sie folgt auf Christoph Verenkotte, der in den Ruhestand geht. Bundesinnenministerin Nancy Faeser lobt Wilkens Erfahrung und Expertise insbesondere in den Bereichen IT und Digitalisierung. mehr...

Das Bild zeigt Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr.

Wohngeld: Bayern erweitert Online-Service

[05.02.2024] Der Freistaat Bayern erleichtert seinen Bürgerinnen und Bürgern die Beantragung von Wohngeld. Mit einem neuen Online-Service können Anträge jetzt einfacher und schneller gestellt werden. mehr...

Das Bild symbolisiert das digitale Gesundheitswesen. Im Vordergrund ist eine Hand mit Fitnesstracker zu sehen, im Hintergrund ein stilisiertes Herz.

Gesundheitswesen: Bundesrat billigt Digitalisierungsgesetze

[05.02.2024] Zwei wichtige Gesetze zur Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen hat jetzt der Bundesrat verabschiedet. Diese ermöglichen Änderungen bei der elektronischen Patientenakte und eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung. mehr...

Das Bild zeigt die Startseite des Bundesportals.

BMZ: Sieben OZG-Dienste umgesetzt

[05.02.2024] Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen vorangetrieben und im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sieben wichtige Maßnahmen umgesetzt. mehr...